Der optimale Ernährungsplan für das Baby | EAT SMARTER
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Sophie Thiel
Der optimale Ernährungsplan für das BabyDurchschnittliche Bewertung: 2.8156

Tipps für Eltern

Der optimale Ernährungsplan für das Baby

Ernährungsplan für's Baby – so geht's! © Cherry-Merry - Fotolia.com Ernährungsplan für's Baby – so geht's! © Cherry-Merry - Fotolia.com

Endlich ist es da, das eigene Baby. Herzlichen Glückwunsch! Vom ersten Tag an wollen die jungen Eltern jetzt alles richtig machen - dazu gehört insbesondere eine gesunde Ernährung. Aber wie sieht die aus? Wie lange und wie oft sollte die Mutter stillen? Welche industriellen Milchprodukte sind vertrauenswürdig? Ein Ernährungsplan für das Baby kann helfen, offene Fragen zu klären und den Säugling von Geburt an optimal zu versorgen.

Das Beste aus der Brust: Muttermilch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät grundsätzlich dazu, das Kind mindestens die ersten Monate über zu stillen.

Vorteile des Stillens

Die Experten sind sich einig: Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge. Sie beinhaltet alle wichtigen Nährstoffe, um die Entwicklung des Kindes optimal zu fördern. Das hat die Natur geschickt eingerichtet: Die Milch aus der Brust hat stets die perfekte Temperatur, die Nahrungsaufnahme ist hygienisch und überall verfügbar. Nicht zuletzt kostet sie die jungen Eltern kein Geld. Und auch für den Körper der Mutter birgt das Stillen Vorteile: 

Es wirkt sich positiv auf die Rückbildung nach der Geburt aus und mindert das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs. Das Neugeborene wiederum profitiert von der Muttermilch, weil sie Durchfall und späterem Übergewicht vorbeugt. Studien zufolge senkt sie sogar das Risiko für SIDS („sudden infant death syndrome“, plötzlicher Kindstod). Außerdem entsteht durch das Stillen vom ersten Tag an eine starke emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. 

Starker Start mit Vormilch

Kaum ist die Geburt überstanden, winkt die nächste Herausforderung: das Anlegen an die Brust. Schon innerhalb der ersten  zwei Stunden nach dem Kraftakt kann die junge Mutter ihr Baby stillen. Zunächst schießt aus dem Busen nur die so genannte Vormilch. Selbst wenn die Frau den Eindruck hat, dass die wenigen Tropfen das Kind nicht sättigen können, sollte sie der Natur vertrauen: Gerade die Vormilch enthält sehr gehaltvolle, gesunde und somit wichtige Nährstoffe für den Säugling.

Wie lange reicht die Muttermilch?

Die DGE rät dazu, das Baby mindestens in den ersten fünf Monaten seines Lebens ausschließlich zu stillen. Manche Mütter können oder wollen das allerdings nicht. Einige leiden unter Entzündungen der Brust und Fieber, andere produzieren nicht genügend Milch. Sie können dem Nachwuchs auch einen guten Start bereiten, wenn sie ihn teils stillen, teils mit Säuglingsmilchnahrung füttern. Selbst nach Einführung der Beikost zwischen dem fünften und dem siebten Lebensmonat sollte die Mutter noch ab und zu die Brust geben. 

Wie oft sollten Mütter stillen?

Die Stillhäufigkeit und -dauer ist von Kind zu Kind verschieden, ein Ernährungsplan für das Baby daher individuell. Die DGE erklärt: „In den ersten Lebenswochen werden die meisten Kinder 10 bis 12 Mal innerhalb von 24 Stunden angelegt.“ Dabei ist es ganz normal, wenn Mutter und Säugling den Prozess zunächst erlernen müssen. Das kann zu Anfangskomplikationen und sehr langen Stillphasen führen. Aber fast jede Frau wird schon bald in der Lage sein, ihr Baby ohne Probleme mit Muttermilch zu versorgen.

Das Beste ist gerade gut genug: Säuglingsmilchnahrung

Wer nicht oder nicht vollumfänglich stillen kann oder möchte, muss auf Säuglingsmilchnahrung ausweichen. Eltern sollten sich schon vor der Geburt darüber informieren, was es hier in Bezug auf einen Ernährungsplan für das Baby zu beachten gilt.

Industrie schlägt Selbstgemachtes

Eltern sollten Säuglingsmilchnahrung nicht selber zubereiten. Die DGE erklärt dazu: „Von einer Selbstherstellung aus Milch (Kuh-, Ziegen-, Schafs-, Stutenmilch) oder anderen Rohstoffen als Ersatz für Muttermilch wird eindeutig abgeraten. Die Gründe hierfür sind die hohe renale Molenlast einer mit Kuhmilch selbst hergestellten Säuglingsmilch, ein unausgewogener Nährstoffgehalt und ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Infektionen.“ Eine „renale Molenlast“ ist eine starke Beanspruchung der Niere, der das Kind noch nicht gewachsen ist. Deshalb sollten Eltern Ersatz für die Muttermilch stets aus dem Supermarkt holen.

Von der Anfangs- zur Folgenahrung

Industrielle Säuglingsmilch unterscheidet sich in Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen. Das Zeichen für Anfangsnahrungen ist „Pre“ oder „1“. Eltern können diese Kost das ganze erste Lebensjahr ihres Kindes lang verwenden. Folgenahrung hingegen ergänzt den Ernährungsplan für das Baby erst ab der Zugabe von Beikost.  Auf der Packung dieser Produkte steht eine „2“ oder eine „3“. Über die sinnvolle Anwendung der Folgenahrung streiten sich die Experten allerdings – soll sie ab dem fünften Monat oder viel später zum Einsatz kommen? Im Zweifel können Eltern einen Kinderarzt oder eine Hebamme um Rat fragen.

Nachteile von Säuglingsmilchnahrung

Industrielle Nahrung für Babys unterliegt in Deutschland hohen Richtlinien. Deshalb sind die meisten Produkte auf dem Markt vertrauenswürdig. Das Risiko der industriellen Kost liegt vielmehr in einer mangelhaften Zubereitung. Gesundheitsgefährdende Bakterien wie „Escherichia coli“ und Salmonellen können entstehen. Aus diesem Grund sollten Eltern die Babykost stets frisch zubereiten und Reste nicht wieder aufwärmen. 

Ergänzungsmittel im Überblick

Spezielle Zusätze sollte das Baby nur erhalten, wenn ein Arzt oder eine Hebamme den Eltern dazu raten.

Spezielle Kost für spezielle Kinder

Mögliche Produkte sind zum Beispiel Nahrungsmittel mit Sojaprotein oder solche, die bei Spuckneigung zum Zug kommen. Babys, die nicht voll gestillt werden und einem erhöhten Allergierisiko ausgesetzt sind, erhalten ab dem fünften Lebensmonat außerdem oft so genannte HA3-Säuglingskost. Sie ist für Kinder bestimmt, deren Eltern oder Geschwister bereits unter einer Allergie leiden.

Tropfen und Co. ergänzen die Nahrung

Babys brauchen im ersten Lebensjahr reichlich Vitamin K und D sowie Fluorid. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu folgenden Nährstoffsupplementen:

● Vitamin K: 3 x 2 mg als Tropfen bei den ersten drei Vorsorgeuntersuchungen

● Vitamin D: 400-500 IE/Tag ab der zweiten Lebenswoche

● Fluorid: als Tablette, in der Regel 0,25 mg am Tag 

Wenn frisch gebackene Eltern diese Ratschläge beherzigen, steht einer gesunden Ernährung ihres Kindes nichts im Wege. Im Zweifel stehen in Deutschland zum Glück stets Kinderärzte oder Hebammen als Ansprechpartner bereit. Der Nachwuchs kann also kommen. EAT SMARTER wünscht ihm schon mal einen guten Appetit!

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