WHO-Studie Wurst & Fleisch | EAT SMARTER
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Wurst & Fleisch krebserregend? Experten klären aufDurchschnittliche Bewertung: 5152

Nach alarmierender Studie der WHO

Wurst & Fleisch krebserregend? Experten klären auf

Die Auswertung der Ergebnisse einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sorgt derzeit für ordentlich Wirbel bei den Verbrauchern – vor allem bei den Fleischliebhabern: Denn der Verzehr von rotem sowie verarbeitetem Fleisch soll das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, deutlich steigern. Doch muss jetzt konsequent auf den Genuss von Bratwurst, Leberwurstbrot & Co. verzichtet werden? EAT SMARTER hat sich zusammen mit Experten durch das Thema gewurstelt und genauer hingeschaut.

Verschiedene Wurstsorten

Ist Fleisch das neue Rauchen?

Rotes Fleisch und verarbeitete Fleischwaren sollen Darmkrebs erzeugen. Eine Meldung, die in diesen Tagen zu Verwirrung und Verunsicherung bei den Verbrauchern führt. Kein Wunder also, dass die Telefone in der Verbraucherzentrale Hamburg nicht mehr stillstehen wollen, wie die dortige Leiterin der Ernährungsabteilung, Silke Schwartau, im Gespräch mit EAT SMARTER erklärt.

Beunruhigte Konsumenten suchen Antworten auf ihre Fragen: Wie ist das Krebsrisiko bei Fleisch im Vergleich zu anderen möglichen krebserregenden Lebensmitteln bzw. Stoffen einzuordnen? Wie viel Wurst ist schon zu viel? Zusammen mit den Experten der Verbraucherzentrale Hamburg klärt EAT SMARTER nun auf.

Top 3 der häufigsten Fragen

1. Was zählt zu verarbeitetem Fleisch?

Fleisch, das durch Verarbeitungsprozesse wie Salzen, Räuchern, Reifen bzw. Fermentieren oder andere Verfahren weiterverarbeitet wurde, gilt als verarbeitetes Fleisch. Diese Verfahren werden angewendet, um den Geschmack des Fleischs zu verbessern oder dieses länger haltbar zu machen. So fallen beispielsweise Wurstwaren, Schinken, Hackfleischprodukte und Fleischkonserven in die Kategorie des verarbeiteten Fleischs.

2. Was ist rotes Fleisch?

Zu rotem Fleisch zählen Rind-, Schweine- sowie Lammfleisch. Nicht dazu zählen hingegen Geflügelfleisch und Fisch.

3. Wie sicher lösen verarbeitetes Fleisch oder rotes Fleisch Darmkrebs aus?

Die wissenschaftlichen Beweise für die krebserregende Wirkung von verarbeitetem Fleisch sind gleich stark wie beispielsweise die Ergebnisse der krebserregenden Wirkung des Rauchens. Die Wissenschaftler der IARC stuften Wurstwaren und weitere verarbeitete Fleischprodukte in Kategorie 1 "Krebserregend beim Menschen" ein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Verzehren von Fleisch tatsächlich genauso viele Krebsfälle auslöst wie zum Beispiel das Rauchen.

Rotes Fleisch hingegen stuften die Forscher in Kategorie 2 "Wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" ein. Die Studienergebnisse hier sind also nicht so eindeutig wie bei verarbeitetem Fleisch.

Rindfleisch

Empfehlungen der DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in ihren Richtlinien einen Verzehr von Fleisch und Wurstwaren in Maßen. Das bedeutet, dass im Rahmen einer vollwertigen Ernährung bei Erwachsenen nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche gegessen werden sollten – das wären pro Tag etwa 40 bis 85 Gramm.

Der Fleischkonsum bei den Deutschen überschreitet diese Empfehlungen jedoch um ein Weites: Männer essen nämlich knapp 1.000 Gramm pro Woche, während die Frauen in Deutschland auf einen Wert von 600 Gramm kommen.

Was darf ich essen? - EAT SMARTER Themen-Special

Weitere Infos rund um das Thema finden Sie auf der Themenseite: Was darf ich essen?

(jbo)

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