Stevia: wie geschaffen für Diabetiker mit Lust auf Süßes | EAT SMARTER
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Stevia für DiabetikerDurchschnittliche Bewertung: 4154

Diabetes

Stevia für Diabetiker

Stevia für Diabetiker | © Anyka - Fotolia.com Stevia für Diabetiker | © Anyka - Fotolia.com

Stevia süßt 200- bis 300mal stärker als Haushaltszucker, erhöht aber nicht den Blutzuckerspiegel. Maßvoll eingesetzt, ist Stevia für Diabetiker gut geeignet.

200- bis 300mal süßer als Haushaltszucker

Seit dem 2. Dezember 2011 sind die Inhaltsstoffe der ursprünglich aus Paraguay stammenden Pflanze Stevia rebaudiana (auch als  "Süßkraut" oder "Honigkraut" bekannt) in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Das Besondere an Stevia: Sie schmeckt 200- bis 300mal süßer als Haushaltszucker, ohne wie dieser den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Es liegt also nahe, speziell Stevia für Diabetiker zu empfehlen. 

Stevia für Diabetiker: Auf den ersten Blick nur Vorteile

Auf den ersten Blick erscheint Stevia für Diabetiker als eine Art süßer Stein der Weisen. Nicht nur, dass Stevia den Blutzuckerspiegel nicht erhöht, ihre Inhaltsstoffe sind weder kariesfördernd wie Zucker noch krebserregend. Die nunmehr als E 960 zugelassenen Stevioglykoside schädigen auch das Erbgut nicht, stören weder die Fruchtbarkeit noch die gesunde Entwicklung ungeborener Kinder. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Stevia erhöhten Blutdruck senken könnte.

Im Kuchen ist Stevia für Diabetiker dennoch weniger geeignet

Prinzipiell können Stevioglykoside nunmehr in allen möglichen Lebensmitteln auftauchen. In Speiseeis ebenso wie in Konfitüren und Gelees, in Obst- und Gemüsezubereitungen, in Süßwaren sowie in Knabbereien auf Getreide-, Kartoffel-, Mehl- und Stärkebasis und natürlich als flüssiges oder pulverförmiges Süßungsmittel. Genau da aber liegt der Haken in der Beurteilung von Stevia für Diabetiker: Die Unbedenklichkeit des Süßungsmittels an sich könnte Diabetikern eine falsche Sicherheit vorgaukeln, wenn sie mit Stevia gesüßten Kuchen oder andere Leckereien zu sich nehmen. Nicht Stevia ist dann das Risiko für Diabetiker, sondern zum Beispiel das Weißmehl im Kuchen. 

Fachverbände sagen: “Ja, aber...”

Grundsätzlich bewerten Fachverbände wie die Deutsche Diabetes-Hilfe und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland das durch Stevia verbesserte Angebot kalorienreduzierter Getränke und Lebensmittel positiv. Sie weisen jedoch darauf hin, dass mit Stevia gesüßte Lebensmittel nicht automatisch gesünder sind. Zudem, so warnen Mediziner, ist noch ungeklärt, welche Folgen eine Überdosierung haben kann. Auch von anderen Süßstoffen bzw. Zuckeraustauschstoffen ist bekannt, dass sie bei Überdosierung zu Durchfall führen können.
Stevia erweitert für Diabetiker die Palette der Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe, da Stevioglykoside den Blutzuckerspiegel nicht erhöhen und möglicherweise sogar erhöhten Blutdruck senken. Für Diabetiker, die auf Süßes nicht verzichten wollen, kann Stevia in Maßen genossen eine gute Alternative darstellen. Diabetiker sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass sie auch die übrigen Inhaltsstoffe der Lebensmittel und Getränke bedenken müssen, um auf Nummer gesund zu gehen.

 

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