Beikost einführen: So klappt es ganz entspannt | EAT SMARTER
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Tipps für Eltern

Beikost einführen: So klappt es ganz entspannt

Beikost einführen: Hier gibt es wertvolle Tipps. © Anja Greiner Adam - Fotolia.com Beikost einführen: Hier gibt es wertvolle Tipps. © Anja Greiner Adam - Fotolia.com

Stillen ist die beste Art, ein Baby zu füttern – reicht aber ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr aus. Früher oder später kommt der Moment, in dem Eltern die sogenannte Beikost einführen sollten. Wann es Zeit für den ersten Brei ist und worauf es in der ersten Zeit besonders ankommt, lesen Sie hier.

Beikost einführen: Die Empfehlungen variieren

Kleine Leute, großer Hunger: Auch wenn Muttermilch nach Ansicht aller Experten zu Recht als gesündeste Nahrung für Säuglinge gilt, sie reicht irgendwann nicht mehr aus, um den kleinen Magen ausreichend zu füllen. Über den besten Zeitpunkt dafür, wann Eltern die sogenannte Beikost einführen sollten, herrscht nicht ganz so viel Einigkeit bei Wissenschaftlern und Medizinern. Während die internationale Weltgesundheitsorganisation (WHO) den ersten Brei erst ab dem 7. Monat empfiehlt, sehen deutsche Experten den richtigen Moment dafür schon früher gekommen. Ob Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), Forschungsinstitut für Kinderernährung e. V. (FKE) oder Nationale Stillkommission: Alle raten beim Beikost einführen auf den Start schon ab Beginn des 5. Lebensmonats bzw. spätestens zum Beginn des 7. Monats.

Beikost einführen: Die Kombination ist entscheidend

Grundlage für diese Empfehlung ist eine wissenschaftliche Stellungnahme der europäischen Organisation EFSA, nach der Eltern ohne jedes gesundheitliche Risiko schon früh die erste Beikost einführen können. Ob Ihr Baby vorher gestillt wurde oder Fläschchen bekommen hat, spielt dabei keine Rolle. Allerdings: Ganz ohne Stillen oder Teilstillen geht es nach ausdrücklicher Empfehlung aller Experten nicht. Nur die Kombi aus Milch und fester Nahrung bringt die richtigen Nährstoffmengen, die ein Baby für sein gesundes Wachstum braucht!

Beikost einführen: Der richtige Zeitpunkt

Wann der erste Brei zusätzlich gefüttert werden sollte, lässt sich übrigens nicht einfach per Regel festlegen. Die von den DGE, DGK, FKE und Nationaler Stillkommission empfohlenen Fristen sollen Eltern nur eine ungefähre Orientierung geben. Wann Ihr Kleines tatsächlich so weit ist, zum ersten Mal auch feste Nahrung zu essen, kann also individuell ganz unterschiedlich sein. Wer unsicher ist, ob sein Baby schon reif für den Löffel ist, kann das natürlich mit dem Kinderarzt besprechen. Aber es gibt auch bestimmte Anzeichen, die das Beikost einführen ratsam machen: Wenn Ihr Kind sich ganz offensichtlich für die feste Nahrung interessiert und zum Beispiel beim Essen der Familie danach verlangt oder wenn es nach dem Stillen bzw. dem Fläschchen immer früher wieder Hunger hat – dann können Sie es mit dem ersten Brei probieren!

Beikost einführen: Am besten langsam starten

Aller Anfang ist bekanntlich schwer: Auch wenn Ihr Baby offensichtlich Lust auf feste Nahrung hat, empfiehlt sich Geduld, wenn Sie die neue Beikost einführen. Schließlich muss es erst mal lernen, dass festere Nahrung nicht einfach so rutscht! Fangen Sie also langsam an und versuchen Sie es  zum Start einfach mit fein püriertem, mildem Gemüse wie z.B. Möhren oder Kohlrabi. Erwarten Sie keine Wunder und bereiten Sie nicht zu viel zu: Am Anfang genügen ein paar Teelöffel voll, die Sie am besten mittags füttern, und geben Sie danach Ihrem Baby wie sonst die Brust oder das Fläschchen.

Beikost einführen: Das empfehlen Experten

Alle Experten empfehlen, nach dem ersten Beikost einführen dann die Gemüsemenge langsam auf 90 g und ab dem siebten Monat auf 100 g zu steigern. Die meisten Babys haben sich schon nach etwa einer Woche an die neue Nahrung gewöhnt – und das ist der perfekte Moment, Kartoffeln und etwas Rapsöl unter den Brei zu mischen. Schmeckt Ihrem Kind dieser Mix, dann wird es Zeit, auch Fleisch, Geflügel oder Fisch unterzumischen.

Rechnen Sie mit etwa einem Monat Gewöhnungszeit, wenn Sie die Beikost einführen. Ungefähr nach dieser Zeit hat sich Ihr Baby an die feste Kost gewöhnt – isst es seine ganze Breimahlzeit auf, braucht es mittags auch keine Milch mehr.

Beikost einführen: Und so geht´s weiter

Sobald Ihr Baby sich an das feste Mittagessen gewöhnt hat, können Sie in Phase zwei starten und weitere Beikost einführen: Jetzt wird es Zeit, nachmittags oder abends eine Milchmahlzeit durch Vollmilch-Getreide-Brei zu ersetzen. Nehmen Sie zum Zubereiten ganz normale Vollmilch oder H-Milch. Roh- oder Vorzugsmilch ist nicht geeignet, weil sie für Babys schädliche Mikroben enthalten kann. Wichtig beim Brei aus Milch und Getreide (z.B. Haferflocken): Mixen Sie auch immer ein Stück püriertes Obst oder etwas frischen Obstsaft darunter, damit die Vitaminbilanz stimmt.

Wenn Sie die neue Beikost einführen, können Sie gerade den Milch-Getreide-Brei besonders einfach und schnell selbst zubereiten. Die besten Rezepte dazu finden Sie natürlich auf EAT SMARTER. Wer trotzdem auch mal zur Fertignahrung greifen möchte, braucht aber kein schlechtes Gewissen zu haben. Die Experten geben auch für fertigen Milchbrei grünes Licht, wenn er möglichst wenige Zusätze enthält und mit Wasser zubereitet wird.

Beikost einführen: Das Beste kommt zum Schluss

Löffelt Ihr Baby nach ungefähr zwei Monaten mittags seinen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und nachmittags oder abends seinen Milchbrei? Dann können Sie Schritt 3 angehen und die letzte neue Art der Beikost einführen: Der richtige Moment für den milchfreien Getreide-Obst-Brei ist gekommen! Er versorgt Ihr Kind vor allem mit wichtigen Ballaststoffen, Mineralstoffen und B-Vitaminen. Da außerdem immer frisches Obst mit hineinkommt, ist auch für genügend Vitamin C, A und andere gesorgt.

Die Zubereitung ist kinderleicht: Verrühren Sie einfach Vollkorngetreideflocken (ohne Zuckerzusatz) mit etwas Wasser oder evtl. mit einem Mix aus Wasser und etwas Obstsaft – am besten natürlich frisch gepresst! Auch hier ist übrigens eine kleine Portion Fett wichtig, damit alle Nährstoffe optimal aufgenommen und verwertet werden können. Die Experten von DGE, DGK, FKE und Nationaler Stillkommission empfehlen dafür Butter. Milchfreien Getreide-Obst-Brei gibt es natürlich ebenfalls fertig im Gläschen zu kaufen. Hier empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste: Weder Milchprodukte noch Zusatzstoffe wie Aromen sind günstig. Manchmal enthalten solche Fertigbreie auch keinerlei Fett – in diesem Fall raten die Experten dazu, es vor dem Füttern selbst zuzufügen.

(Koe)

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Es heißt nicht umsonst BEIkost, und nicht ANSTATTkost! Es ist falsch, dass mit jedem eingeführten Brei eine milchmalzeit ersetzt werden soll....es sei denn man möchte unbedingt schnell abstillen. Die WHO empfiehlt nicht ohne Grund, dass im gesamten ersten Lebensjahr Muttermilch optimalerweise die Hauptnahrung darstellen sollte. Auch ist falsch dargestellt, dass Babys, die länger vollgestillt werden, ihre Eisenspeicher innerhalb des 1.jahres aufbrauchen. Muttermilch enthält zwar prozentual weniger Eisen als bspw Fleisch, jedoch kann das Eisen der Muttermilch vom Säugling nahezu vollständig verwertet werden, dass Eisen aus beikost nur zu einem geringen Anteil im 1.Lebensjahr. Zusammengefasst halte ich diese vorgestellte Form der Beikosteinführung allenfalls sinnvoll, wenn man - aus welchem Grund auch immer - abstillen möchte. Ansonsten wittere ich hier eher Lobbyismus des boomenden Geschäftes mit Baby- und Kindernahrung....stellt sich mir die Frage, wie die Menschheit nur ohne Aletegläschen bis hierher kommen konnte!