Essstörungen bei Kindern | EAT SMARTER
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Essstörungen bei Kindern: Ursachen, Anzeichen und HilfeDurchschnittliche Bewertung: 2.7153

Tipps für Eltern

Essstörungen bei Kindern: Ursachen, Anzeichen und Hilfe

Gefährliche Essstörungen bei Kindern © S.Kobold - Fotolia.com Gefährliche Essstörungen bei Kindern © S.Kobold - Fotolia.com

Nicht nur Erwachsene stehen unter Stress, was die Figur angeht. Forscher des Prokid Institut Herten stellten bei einer Studie fest: Von rund 10.000 bundesweit befragten Kindern zwischen 9 und 14 Jahren gab jedes vierte an, mit seinem Körper unzufrieden zu sein. Die meisten hielten sich für zu dick – und das nicht selten, obwohl sie im Normalbereich lagen. Für Ärzte und Ernährungsexperten ein klares Warnsignal: Die Fälle von Essstörungen bei Kindern nehmen zu.

Natürlich ist es nicht gut, wenn Kinder zu dick werden. Von einer Diät raten Mediziner aber trotzdem ab, weil sie bei Kindern schnell zu Mangelerscheinungen und Entwicklungsverzögerungen führen kann. Hinzu kommt: Je früher der Diätstress einsetzt, desto höher das Risiko von Essstörungen bei Kindern. Bei der repräsentativen Befragung von 10.000 Kindern zwischen 9 und 14 Jahren des Prokids Instituts Herten gaben schon 9-Jährige an, dass sie Diäterfahrung haben. Insgesamt ergab das sogenannte Kinderbarometer, dass rund 25 % der befragten Mädchen und Jungen sich zu dick fühlten. Ein Drittel war schon mindestens einmal auf Diät, 7 % nach eigenen Angaben sogar schon „oft“ oder „sehr oft“.

Essstörungen bei Kindern: Die wichtigsten Warnsignale

Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen und das Gefühl, zu dick zu sein, müssen nicht der Einstieg in eine Essstörung sein, könnten aber den ersten Schritt dorthin bedeuten! Denn mangelndes Selbstwertgefühl zählt nach Ansicht von Psychologen zu den Hauptursachen für Essstörungen bei Kindern. Findet sich Ihr Kind zu dick, obwohl es objektiv ein ganz normales Gewicht hat, könnte es kritisch werden. Jetzt kommt es auf weitere Warnsignale an:

# Lehnt Ihr Kind seinen Körper oder bestimmte Körperteile ab, findet es sich hässlich und macht sich selber schlecht?

# Drehen sich seine Gedanken fast nur noch um sein Aussehen, seine Figur und um die Angst, zuzunehmen?

# Steht es dauernd vor dem Spiegel und mindestens einmal täglich auf der Waage?

# Ist es fast besessen davon, in eine bestimmte Kleidergröße passen zu müssen?

# Wird es immer dünner, obwohl es scheinbar normal isst? Dann könnte dahinter heimliches Hungern oder sogar mit Absicht ausgelöstes Erbrechen stecken.

Interessante weitere Studien: Eine Studie der Universität Dresden kommt zu dem ernüchtenden Ergebnis, dass viele Eltern die Essstörung ihrer Kinder nicht wahrnehmen wollen. Eine Studie aus Israel zeigt gar, dass Facebook Einfluss auf das Essverhalten unserer Kinder hat!

Essstörungen bei Kindern: Noch normal oder schon krankhaft?

Endlich Gemüse statt Chips, Wasser statt Cola und Training statt Dauersitzungen vor  PC und TV: Wenn der Nachwuchs sich plötzlich für gesunde Ernährung interessiert und häufig Sport treibt, freuen sich die meisten Eltern erst mal. In der Regel auch völlig zu recht, solange beides nicht zum alles beherrschenden Mittelpunkt wird und das Kind sich dabei offensichtlich gut fühlt, einen fröhlichen Eindruck macht und sich an seinem Leben dadurch nichts wesentlich verändert.

Fangen Kids allerdings damit an, Lebensmittel in „gut“ und „böse“ aufzuteilen und schränken die „guten“ immer weiter ein, ist das ebenfalls ein Warnsignal für Essstörungen bei Kindern. Auch das zwanghafte Joggen oder Gymnastikprogramm nach jeder Mahlzeit, um Kalorien wieder abzubauen, macht Eltern aus gutem Grund misstrauisch.

Wenn der Nachwuchs bestimmte Lebensmittel gar nicht mehr essen mag oder weniger isst als gewohnt, kann die Einschätzung der Ursache schwierig sein. Kindermediziner, Psychologen und Ernährungsexperten sind sich einig: Kommt das nur zeitweise vor, nimmt das Kind nicht auffällig ab und wirkt es gesund – dann besteht kein Grund zur Sorge. Schließlich haben sogar Erwachsene Phasen, in den der Appetit nachlässt oder der Hunger kleiner ist als sonst.

Wer trotzdem unsicher ist, ob sein Kind noch ein normales oder schon ein krankhaftes Verhältnis zum Essen hat, der kann sich nach der Faustregel für Essstörungen bei Kindern richten: Verliert ein Mädchen oder Junge innerhalb von drei Monaten sechs Kilo und mehr an Gewicht, muss die Ursache vom Arzt geklärt werden. Falls sich der Verdacht auf eine Essstörung bestätigt, können Eltern natürlich eine Menge dafür tun, um ihrem Kind zu helfen.

Wichtige Tipps und Adressen dazu finden Sie hier auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

(koe)

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