Wie Jamie Oliver Kinder für Salat begeistert | EAT SMARTER
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Tipps vom Starkoch

Wie Jamie Oliver Kinder für Salat begeistert

Wie Jamie Oliver Kinder für Salat begeistert

Für Starkoch Jamie Oliver ist klar: Eltern sollten mit ihren Kindern schon früh über gesunde Ernährung sprechen. Denn sonst könnten sie für den Rest ihres Lebens Probleme damit haben. Im Gespräch mit EAT SMARTER verrät der Koch, wie man Kinder für Salat begeistern kann.

Das Thema gesunde Ernährung ist seine Leidenschaft. Seit mehr als zehn Jahren ver-sucht Jamie Oliver die Menschen davon zu überzeugen, sich bewusster zu ernähren, klü-ger einzukaufen und endlich selbst zu kochen. Dafür hat der Starkoch Bücher geschrie-ben und zahlreiche TV-Shows gemacht. Und er konzentriert sich in seinen Kampagnen vor allem auf die Kinder. Der Grund: „Wenn ein Kind in jungen Jahren eine falsche Vor-stellung von Ernährung bekommt, wird es für den Rest seines Lebens Probleme haben“, sagt Oliver Anfang des Jahres im Interview mit dem EAT SMARTER-Magazin (Ausgabe 1/2011). Und deswegen seien auch die Eltern in der Pflicht.
Das Wichtigste sei, das Thema immer wieder Schritt für Schritt anzugehen. Denn so könne es sich bei den Kindern verinnerlichen. Dabei müsse man auch nicht unbedingt die große Moralkeule schwingen. „Seien Sie dabei nicht dramatisch, kein Revolutionär oder Hippie“, sagt Oliver. Und beim Thema Ernährung brauche man Fast-Food oder Sü-ßigkeiten auch nicht zu verdammen. Vielmehr solle man dem Kind zeigen, wie vielfältig Ernährung sein kann. Dass es neben den Dingen, die das Kind vielleicht derzeit über al-les liebt, auch andere Lebensmittel gibt, für die es sich begeistern könne.
Oliver macht das an der Zubereitung von Salat deutlich. Denn wo mancher vielleicht denkt, dass sich kein Kind mit langweiligen, grünen Blättern beschäftigen will, findet er, dass eben diese Blätter interessant sein können. „Wenn Sie am Tisch stehen, schauen Sie von oben in die Schüssel. Aber wenn Ihr Kind neben Ihnen steht, dann spielt sich alles direkt vor seinen Augen ab.“ Und während man dann das Dressing anmacht, oder das Öl in die Schale gießt, würde das Kind gebannt zuschauen.
Auf diese Weise, so Oliver, könne man die Grundlagen für eine gesunde Ernährung legen. Um so vielleicht auch Probleme auszubügeln, mit denen sich viele junge Menschen heut-zutage herumschlagen müssen. „Gerade junge Menschen kochen nur noch für eine Mahl-zeit. Aber sie wissen nicht mehr, welche Lebensmittel man kaufen kann, um daraus auch am nächsten Tag noch ein Gericht zu kochen.“
In seinem Kampf für eine gesunde Ernährung hat sich Jamie Oliver auch für eine Verbes-serung der britischen Schulkantinen eingesetzt. In seiner Sendung „Jamies School Din-ners“ zeigte er 2004 die Missstände in den Küchen: die Schüler aßen meistens Würst-chen, Fritten oder Burger. Die waren in der Herstellung relativ billig, für ein Fertigge-richt musste die Schule gerade einmal 60 Cent berappen. Die Sendung war ein Erfolg: Mehr als 250.000 Menschen unterschrieben daraufhin die Online-Petition „Feed me bet-ter“, die damalige Regierung versprach, nun rund 417 Millionen Euro für die Verbesse-rung des Essens auszugeben.
Doch wie schwer es ist, Kinder für gesunde Ernährung zu begeistern, erfuhr Oliver am eigenen Leib. Viele Kinder verweigerten sich dem neuen Essen, versuchten trotzdem noch Burger zu bekommen. Symbolträchtig wurde eine Szene an einem Schulzaun in der Stadt Rotherham. Während sich Kinderhände aus dem Zaun reckten, steckten ihnen Mütter mitgebrachtes Fast-Food zu. Im Nachhinein verweist Oliver darauf, dass der Schulleiter den Service damals noch nicht unter Kontrolle hatte.
Immerhin kann Oliver durch seine Kampagne auch Erfolge vorweisen: In einer Schule in Greenwich, wo Olivers Kampagne begann, verbesserten sich die schulischen Leistungen der Schüler deutlich. Für Oliver ein deutlicher Hinweis, dass gesunde Ernährung für den Menschen gut ist. „Wissenschaftler haben bewiesen, dass eine ausgewogene Ernährung dafür sorgt, dass ein Gehirn zehn Prozent mehr Leistung bringen kann.“ Und das könne schon einen deutlichen Unterschied machen.
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