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Jod: Viele Kinder bekommen nicht genug davonDurchschnittliche Bewertung: 4.2155

Neuer Ernährungsbericht

Jod: Viele Kinder bekommen nicht genug davon

Bei Jod-Mangel tun es zur Not auch mal die Fischstäbchen. Bei Jod-Mangel tun es zur Not auch mal die Fischstäbchen.

Eigentlich sind wir daran gewöhnt, dass bei uns alles im Überfluss zu haben ist – echter Mangel herrscht zum Glück selten. Bei Jod ist das aber anders: In ihrem aktuellen Ernährungsbericht warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) davor, dass die Versorgung mit diesem wichtigen Stoff speziell bei Kindern und Jugendlichen oft nicht ausreicht.

Die meisten Eltern machen sich Gedanken über eine ausreichende Vitamin-Versorgung; an Jod denken viele von uns kaum. Dabei gehört dieses Spurenelement zu den essenziellen und damit besonders wichtigen Nährstoffen: Jod braucht der Körper, damit sein Stoffwechsel optimal arbeitet und die Schilddrüse bestimmte Hormone bilden kann.

Er kann Jod aber nicht selbst bilden, sondern muss es über die Nahrung aufnehmen. Und genau da hapert es in vielen Fällen – der aktuelle Ernährungsbericht der DGE weist darauf hin, dass gerade Kinder und Jugendliche häufig nicht genug Jod bekommen.

Jod ist wichtig für eine gesunde Entwicklung

Die Ergebnisse der sogenannten DONALD-Studie zur Versorgung mit Jod sind eindeutig: Mehr als die Hälfte der 6 bis 12-Jährigen bekommen nicht die Menge an Jod, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und auch von der DGE empfohlen werden – die meisten von ihnen nehmen davon wesentlich weniger auf, als für eine gesunde Entwicklung gut wäre. Das kann auf Dauer fatale Folgen haben: Im Ernstfall leiden Kinder an Entwicklungs- und Wachstumsstörungen; bei Ungeborenen droht in Extremfällen sogar eine Schädigung der Nerven und der geistigen Entwicklung.

Jod: Wie Eltern einen Mangel enttarnen können

Schwer wiegende Mangelzustände sind allerdings hierzulande zum Glück eher die Ausnahme. Trotzdem: Auch bei einer nur leichten Unterversorgung mit Jod können Beschwerden auftreten, die Kindern und Jugendlichen das Leben nicht gerade leichter machen.

Typische Warnsignale für einen chronischen Mangel an Jod sind zum Beispiel:

  • Müdigkeit, Antriebsarmut und allgemeine Lustlosigkeit
  • Konzentrationsstörungen, Lern- und Leistungsschwäche
  • Schlafstörungen und extreme Müdigkeit
  • Anfälligkeit für Erkältungen
  • Psychische Probleme wie Ängste und Depressionen
  • Schluckbeschwerden („Kloß im Hals“), Heiserkeit
  • Verdauungsstörungen (Durchfall und/oder Verstopfung)
  • Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung und genügend Bewegung

 

Falls Ihr Kind häufig unter einem oder mehreren dieser Anzeichen leidet, kann ein Mangel an Jod dahinter stecken – muss aber nicht. Lassen Sie den Grund auf jeden Fall vom Kinderarzt abklären!

Jod: So bekommen Kinder die richtige Menge

Eigentlich wäre es super einfach, den Nachwuchs mit ausreichend Jod zu versorgen – dumm nur, dass die meisten Kinder Seefisch nicht besonders mögen. Darin nämlich steckt am meisten von dem lebenswichtigen Spurenelement. Die gute Nachricht ist allerdings: Auch Fischstäbchen liefern Jod, und zwar immerhin 160 Mikrogramm (µg) pro 100 g – das entspricht knapp der von der DGE und WHO täglich empfohlenen Menge für 10 bis 12-Jährige, wie unsere Tabelle zeigt.

Kinder nach Alter Jod-Bedarf pro Tag (in Mikrogramm/ µg)
Säuglinge 40-80
1-9 Jahre 100-140
10-12 Jahre 180
13-18 Jahre 200

Jod: So können Sie für die richtige Menge sorgen

Kein Wunder also, dass die DGE dazu rät, den lieben Kleinen mindestens ein bis zwei Mal pro Woche Fisch aufzutischen! Aber was, wenn sie ihn einfach nicht essen mögen? Keine Sorge, auch dann muss es nicht zu einem Mangel an Jod kommen.

Erstens können Sie es mit unterschiedlichen Sorten probieren – viele Kinder hassen weißen Fisch, lieben aber Lachs. Der enthält zwar weniger Jod, ist aber immer noch besser als nichts. Andere Kinder greifen zu, wenn der ungeliebte Fisch lecker versteckt wird. Ein Versuch mit unseren smarten und extra für Kinder entwickelten Fischrezepten könnte sich also lohnen!

Wenn das alles nichts hilft, gibt es aber weitere Möglichkeiten, für genügend Jod zu sorgen:

  • Salzen Sie grundsätzlich nur mit jodiertem Speisesalz und achten Sie beim Einkauf von Brot, Käse, Wurst und Fertigprodukten darauf, dass sie laut Zutatenliste mit Jodsalz hergestellt wurden.
  • Bringen Sie möglichst oft Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse auf den Tisch: Der Gehalt an Jod darin kann bei bis zu 200 µg pro 100 g liegen.
  • Sprechen Sie mit älteren Kids bzw. Jugendlichen darüber, dass Cola und Chips sowie Rauchen den Jodbedarf erhöhen können.
  • Vorsicht mit vegetarischer und besonders mit veganer Ernährung – ganz ohne Fisch, Meerestiere und Milchprodukte steigt das Risiko eines Jodmangels. Hier klärt am besten ein Arzt, ob Ihr Kind eventuell Jodtabletten nehmen sollte.


(Koe)

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