Wie man Kindern Appetit macht | EAT SMARTER
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Wie man Kindern Appetit machtDurchschnittliche Bewertung: 31514

Essstörungen

Wie man Kindern Appetit macht

Wenn Kinder ab und zu mal weniger als gewohnt essen, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Wird es aber zur Gewohnheit, sollte man nach den Gründen suchen. EAT SMARTER erzählt an drei Geschichten, wie Mütter erfuhren, warum ihre Kinder nicht mehr essen wollten und auf welche Weise sie ihrem Nachwuchs helfen konnten.

Wenn Kummer auf den Magen schlägt
Als ihre 8-jährige Sarah auf einmal sogar ihr Lieblingsessen stehen ließ, wunderte sich Britta M. aus Kassel. "Ich hatte schon eine Weile bemerkt, dass sie nur noch lustlos im Essen rumstocherte", erzählt die 39-jährige, "und dachte, vielleicht mag sie einfach manche Sachen nicht mehr so. Also kochte ich ihr nur noch Gerichte, die sie richtig gern mag. Aber auch da war es dasselbe."

Britta M. ließ sich vom Kinderarzt beraten, der Sarah gründlich untersuchte und ausführlich mit ihr sprach. Am Ende war klar: Sarah wurde in der Schule von anderen geschnitten und traute sich nicht, davon zu erzählen. Der Kummer schlug ihr schlicht auf den Magen. Britta M. und ihr Mann Jochen versuchten erst, das Problem mit den Lehrern zu lösen. Als das erfolglos blieb, entschieden sie sich, ihre Tochter in eine andere Schule zu schicken. "Es dauerte dann noch eine Weile", erinnert sich die Mutter, "aber nach einigen Wochen war Sarah wieder so fröhlich wie früher und aß mit Appetit."

Zu viel Süßes nimmt den Hunger


Eigentlich hatte Ben immer gut gegessen, aber irgendwann merkten seine Eltern, dass der 13-jährige immer weniger Appetit zu haben schien. Süßes gab es bei Julia und Chris D. sowieso nie. Doch trotzdem nahm ihr Sohn sogar zu. Die Eltern waren ratlos. "Natürlich sprachen wir mit Ben", erzählen die beiden, "und fragten ihn auch, ob er vielleicht außer Haus viel Fastfood oder Süßes isst. Doch er beteuerte, er würde sich an unsere Regeln halten und nie heimlich essen."

Die Mutter von Ben's bestem Freund brachte seine Eltern dann darauf, was wirklich hinter dem scheinbaren Geheimnis steckte. Sie hatte beobachtet, wie Ben mit ihrem Sohn pfundweise Süßigkeiten futterte, und sprach mit Julia D.: "Sie überzeugte mich davon, dass wir Ben mit unserem Verbot mehr schaden als nützen", gibt die 42-jährige zu. "Aus Angst vor Strafe naschte er eben doch heimlich und hatte darum kaum noch Appetit. Wir haben jetzt die Regeln geändert: Ben bekommt jetzt öfter auch zuhause etwas Süßes und wir schimpfen nicht mehr, wenn er mal sündigt. Seitdem isst er wieder ganz normal und hat sogar abgenommen." Was tun, wenn Kinder nur Minimengen essen?


Wenn die 5-jährige Hanna mal einen ganzen Teller Spaghetti verputzt, ist ihre Mutter Nicole A. schon beinahe glücklich. Denn normal ist das bei den A.'s aus Berlin nicht: "Hanna isst wie ein Spatz, schon immer", seufzt die 32 Jahre alte Angestellte. Entsprechend liegt ihre Tochter mit dem Gewicht auch an der unteren Grenze, so dass der Kinderarzt immer wieder mahnte, gut auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu achten. "Der hat gut reden, dachte ich", erinnert sich Nicole A. Sie suchte und fand Hilfe bei einer Ernährungsberaterin, die sich auf Kinder spezialisiert hatte. "Das war wirklich Glück", meint Nicole, "denn sie hat uns super Tipps gegeben. Zum Beispiel den, die Minimengen, die Hanna isst, möglichst gehaltvoll zu machen."

Hanna's Eltern fingen an zu tricksen: Ins Rührei quirlen sie Sahne, in die Salatsauce geriebenen Käse und über Nachtisch streuen sie gehackte Nüsse. Und statt ihrer Tochter große Portionen vorzusetzen, bieten die Berliner Eltern ihr jetzt lieber öfter mal eine kleine Zwischenmahlzeit an: "Eine Handvoll Studentenfutter, ein cremiger Smoothie, ein Milchshake oder ein besonders üppig belegtes Brötchen gehen fast immer“, lacht Nicole A., "und dann macht es wirklich nichts, wenn Hanna bei den Hauptgerichten wie ein Spatz pickt." (koe)

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