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Gesundheit

Warum Kinder frühstücken sollten

Gehört Ihr Kind auch zu denen, die morgens nichts runter bekommen? Dann befindet es sich in gar nicht so kleiner Gesellschaft. Eine aktuelle Studie ergab: Etwa jedes dritte Kind geht bei uns ohne Frühstück in Kindergarten oder Schule - und je älter der Nachwuchs, desto höher der Anteil der Frühstücksmuffel. Welche Folgen das hat und wie man am besten damit umgeht, lesen Sie hier.

Die Zahl klingt erschreckend: Fast 30 % der Kinder und Jugendlichen verlassen in Deutschland das Elternhaus morgens mit leerem Magen. So lautet das Fazit einer Untersuchung der Universität Bielefeld, die im Rahmen einer internationalen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Schuljahr 2009/10 bundesweit über 5.000 Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren zum Thema befragte. Besonders bedenklich: Vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien frühstücken besonders selten. Und: je älter die Kids, desto höher der Anteil der Frühstücksmuffel – bei den 15-Jährigen geht sogar jeder 2. mit knurrendem Magen zur Schule.

Das kann fatale Folgen haben, denn Experten sind sich darüber einig: Kinder und Jugendliche brauchen Nährstoffe und Energie, um in ihrem Schulalltag leisten zu können, was von ihnen verlangt wird. Nur mit einer vollwertigen und ausgewogenen Mahlzeit im Magen stimmen Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit. Hinzu kommt: Die Bielefelder Forscher vermuten, dass gerade die älteren Kids das Frühstück in der Annahme ausfallen lassen, dass sie so ihrem (oft übertrieben niedrig angesetzten) Traumgewicht näher kommen. Dabei haben alle neueren Studien ergeben, dass im Gegenteil gerade das Frühstück ein wichtiger Faktor ist, der Übergewicht verhindern hilft.

Was können Eltern also tun? EAT SMARTER-Expertin Dr. Christiane Petersen, Ärztin und Expertin für Übergewicht und Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Hamburg, warnt trotz allem vor übertriebener Sorge und Zwangsausübung: „Wenn ein Kind morgens einfach noch nichts runterkriegt und absolut keinen Appetit hat, sollten Sie es nicht zum Essen zwingen“, erklärt sie. „Geben Sie solchen Frühstücksmuffeln dann eben nur ein Glas Milch.“
Ein Smoothie, ein Trinkmüsli, eine Kinder-Vanille-Latte, eine heiße Mandelmilch, ein Becher Kakao oder ein Joghurt rutschen selbst bei kleinen Frühstücksmuffeln fast von selbst und versorgen sie wenigstens mit dem Allernötigsten zum Tagesstart. Manchen Kids kann man das Frühstücken auch schmackhaft machen, wenn man ihnen Süßes anbietet. Vor allem, wenn Schokolade ins Spiel kommt, können Sie vielleicht doch den Appetit wecken. Probieren Sie es doch einfach mal, zum Beispiel mit einem Kirsch-Schoko-Quark, Schokowaffeln mit Bananenjoghurt oder dem Schoko-Milchreis. Und wenn auch dieser Trick nicht funktioniert? Dann kommt es umso mehr aufs zweite Frühstück bzw. die Pausenmahlzeit an: „Irgendwann kommt der Hunger bestimmt“, sagt Dr. Petersen. „Wenn das erste Frühstück flüssig war, geben Sie Ihrem Kind darum am besten nährstoffreiche Snacks wie ein Frischkornmüsli, belegtes Vollkornbrot und zusätzlich frisches Obst oder auch rohes Gemüse zum Knabbern mit in Schule oder Kindergarten.“ Damit wenigstens das zweite Frühstück auch wirklich gegessen und nicht etwa getauscht wird, sollte Ihr Kind bei der Auswahl ein Mitspracherecht haben. Frau Dr. Petersen weiß: „Wenn man Kinder fragt, was sie mögen, und eventuelle Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel berücksichtigt, steigen die Chancen, dass sie gesunde Snacks dann auch essen.“ (Koe)

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