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Wie wichtig sind warme Mahlzeiten für Kinder?

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

Bei berufstätigen Eltern ist Zeit knapp, da kann das tägliche Kochen schon mal zum Stress werden. Gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, gilt das für viele erst recht. Eine Fertigmahlzeit wollen wir aber auch nicht auftischen. Was kann man also tun?

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Ganz einfach, meinen Experten: Entspannen Sie sich und lassen Sie den Herd ruhig öfter mal ausgeschaltet. Denn ob warm oder kalt gegessen wird, ist letzten Endes egal. Wichtig ist nur, dass Ihr Nachwuchs dabei alles bekommt, was er für seine gesunde Entwicklung braucht. „Ein Mittagessen sollte so zusammengesetzt sein, dass Kohlenhydrate, Eiweiße und Fett dabei sind“, erklärt EAT SMARTER-Expertin Dr. Christiane Petersen, „und natürlich dürfen auch Vitamine und Ballaststoffe nicht fehlen.“

Die Hamburger Fachärztin und Expertin für die Ernährung von Kindern und Jugendlichen empfiehlt sogar, auch vor warmen Mahlzeiten möglichst immer kalt zu starten: „Stellen Sie zum Mittagessen möglichst immer als erstes eine Platte mit ganz viel frischem klein geschnittenem Gemüse auf den Tisch. Besonders gern mögen Kinder zum Beispiel geraspelte Möhren, Kohlrabi und Äpfel. Das füllt den Bauch mit wenig Kalorien und stillt schon mal den ersten Hunger – und Ihr Kind bekommt dabei jede Menge wichtige Nährstoffe.“

Trotzdem: Warme Mahlzeiten haben Vorteile
Allerdings sind sich die Experten auch darüber einig, dass Kochen eine wirklich optimale Ernährung leichter macht. Denn Gekochtes, Gebratenes und Gebackenes bringen nicht nur Abwechslung in den Speisezettel – warme Mahlzeiten sind meistens ganz automatisch nährstoffreicher zusammengesetzt als kalte.

Denn viele Lebensmittel, die man nur gegart essen kann – wie z.B. Nudeln, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Eier – fallen ja weg, wenn wir nicht warm essen. Auf Dauer gesehen würden also unseren Kids wichtige Nährstoffe fehlen, wenn es nie oder nur selten warme Mahlzeiten gibt.

So sparen Sie beim Kochen Zeit
Es schadet aber nichts, wenn Sie ein bisschen tricksen. Sie sparen beispielweise Zeit und Arbeit, wenn Sie Nudeln und Kartoffeln gleich auf Vorrat kochen und dann daraus am nächsten Tag einen leckeren Salat zaubern. Ähnliches gilt natürlich auch für Reis, Getreide und Hülsenfrüchte.

Apropos Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen oder Kichererbsen können Sie auch prima in der kalten Küche „einbauen“. Nehmen Sie einfach Konserven, sie enthalten in etwa genauso viele Ballast- und Nährstoffe wie getrocknete Hülsenfrüchte und müssen nicht unbedingt erhitzt werden.

Übrigens: Wer aus Zeitmangel und der Gemütlichkeit zuliebe lieber abends statt mittags warmes Essen auftischt, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Solange genug Zeit zwischen Mahlzeit und Schlafengehen liegt (mindestens eine Stunde sollte es sein), ist auch das aus Expertensicht unbedenklich. Dr. Christiane Petersen betont: „Ob mittags oder abends, ob warm oder kalt: Am besten bekommt Kindern das Essen immer, wenn die ganze Familie zusammen um den Tisch sitzt und eine entspannte Atmosphäre herrscht.“

(koe)

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