Modifizierte Stärke: Für die Industrie passend gemachte Natur | EAT SMARTER
7
0
Drucken
0
Modifizierte Stärke: Für die Industrie passend gemachte NaturDurchschnittliche Bewertung: 3.4157

Alptraum für Gentechnikgegner

Modifizierte Stärke: Für die Industrie passend gemachte Natur

Viele Süßigkeiten enthalten modifizierte Stärke. © 21051968 - Fotolia.com Viele Süßigkeiten enthalten modifizierte Stärke. © 21051968 - Fotolia.com

Wo die natürliche Stärke aus Kartoffel & Co. zu wenig industrietauglich ist, wird die auf chemischem Wege hergestellte modifizierte Stärke eingesetzt.

Pflanzen bilden bei der Photosynthese Zucker, den sie in Form von langen vernetzten Molekülen – als Stärke – speichern. Im Haushalt verwenden wir Stärke, um z.B. Saucen zu binden. Für die Lebensmittelindustrie wird dieses Stärke so verändert, dass sie exakt an die Produktionsbedürfnisse angepasst ist. Das Resultat ist die sogenannte modifizierte Stärke.

Für jeden Zweck die richtige Stärke

Ausgangsbasis für alle modifizierten Stärken ist stets natürliche Stärke, die z. B. aus Mais, Kartoffeln oder Weizen gewonnen wird. Je nachdem, welchen speziellen Anforderungen die modifizierte Stärke gerecht werden soll, wird die natürliche Stärke auf die eine oder andere Weise chemisch verändert. Acetylierte oxidierte Stärke (E 1451) beispielsweise bildet klare, feste Gele und wird z. B. für Gelee-Süßwaren verwendet. Hydroxypropylstärke (E 1440) hält gebundenes Wasser auch unter sauren Bedingungen, bei Kälte und großer Hitze dauerhaft und eignet sich damit beispielsweise trefflich für Torten, die tiefgefroren und später rasch aufgetaut werden sollen. Monostärkephosphat (E 1410) hingegen verhindert, dass sich Fett und Wasser trennen und sorgt bei entsprechend behandelten Produkten dafür, dass im Mund ein sahnig-cremiger Eindruck entsteht – etwa bei Dressings oder Fruchtfüllungen.

Mein Name ist „modifizierte Stärke“

Im Normalfall müssen Lebensmittelzusatzstoffe mit Funktionsbezeichnungen entweder vom chemischen Namen oder der E-Nummer auf Fertigprodukten gekennzeichnet werden. Bei modifizierter Stärke ist das nicht erforderlich. Hier reicht der Hinweis „modifizierte Stärke“ ohne Angabe des Namens oder der E-Nummer.

Modifizierte Stärke: Alptraum für Gentechnikgegner

Aus gesundheitlicher Sicht betrachtet macht das durchaus Sinn. Denn alle modifizierten Stärken werden ebenso wie natürliche Stärke vom Körper als Energiequelle verstoffwechselt – ohne erkennbare Unterschiede. Für Gentechnikgegner sind modifizierte Stärken allerdings ein Albtraum, denn alle elf zugelassenen modifizierten Stärken können unter Verwendung gentechnisch veränderter Organismen hergestellt werden.

Ähnliche Artikel
Mehlbehandlungsmittel
In der Backwarenindustrie muss ein Brot wie das andere aussehen. Damit das so sein kann, werden Mehlbehandlungsmittel eingesetzt.
Konservierungsstoffe
Die Liste der Konservierungsmethoden ist lang – von Einwecken bis Räuchern. Auch 41 chemische Substanzen sind als Konservierungsstoffe für Lebensmittel zugelassen.
Resistente Stärke: Kartoffeln
So sparen Sie ganz einfach Kalorien!
Schreiben Sie einen Kommentar