Ayurveda: So essen Sie sich glücklich | EAT SMARTER
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Ayurveda: So essen Sie sich glücklichDurchschnittliche Bewertung: 3152

Indische Lebensphilosophie

Ayurveda: So essen Sie sich glücklich

Stress im Job, Hektik im Alltag, falsche Ernährungsgewohnheiten - es gibt viele Einflüsse, die uns durcheinander bringen können. Höchste Zeit, sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mit Hilfe von Ayurveda kann dies vielleicht sogar über die richtige Ernährung gelingen.

Eine Ernährungsweise, die glücklich macht - eine 5000 Jahre alte indische Lebensweisheit soll dies möglich machen. Mit Hilfe der ayurvedischen Ernährung sollen Körper und Geist ins Gleichgewicht gebracht und Krankheiten vermieden werden. Und dabei kommt den Lebensmitteln eine ganz besondere Rolle zu.

Was bringt den Menschen aus dem Gleichgewicht?

Das Prinzip: Jeder Mensch besteht aus drei Doshas, die unter anderem verantwortlich sind für Verdauung, Stoffwechselprozesse, Atmung, das Immunsystem, Geschmacksempfinden und Aussehen des Körpers. Die einzelnen Doshas im Überblick:

Vata steht für die Bewegung im Körper. Es soll die Dynamik aller Stoffwechselprozesse, sowie die Atmung, regulieren.

Pitta symbolisiert das energetische Prinzip des Organismus. Es überwacht alle Stoffwechselprozesse und stellt die richtige Verbrennung der Nahrung sicher. Außerdem verarbeitet es die mentalen Einflüsse von außen.

Kapha stellt das Prinzip der Stabilität und des Wachstums dar. Es ist verantwortlich für die Form und das Aussehen des Körpers. Außerdem stärkt es das Immunsystem und ist zuständig für das Geschmacksempfinden.

Bei jedem Menschen ist ein Dosha etwas stärker ausgeprägter als die restlichen beiden. Das kann ihn aus dem Gleichgewicht bringen und Störungen verursachen. Und genau hier setzt die ayurvedische Ernährungsempfehlung an: durch die richtigen Geschmacksrichtungen sollen die Doshas wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Welche ayurvedischen Geschmacksrichtungen gibt es?

Süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend - das sind die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen. Die ganzheitliche Idee bestimmt auch die Ernährung. So sollen alle sechs Geschmacksrichtungen möglichst in jeder Mahlzeit vorkommen. Denn jeder Geschmack hat im Körper eine bestimmte Wirkung:

Geschmacksrichtung Wirkung Gefahr bei Übermaß Lebensmittel
süß nährt Gewebe Übergewicht, Lethargie, Diabetes Zucker, Reis, Hafer, Datteln
sauer Aufbau von Gewebe, regt Appetit an, verstärkt Geschmack von Lebensmitteln Geschwürbildung, Ödeme, Sodbrennen Käse, Joghurt, Tomaten, Zitronen
salzig unterstützt Verdauung, leicht abführend Entzündungen, Hauterkrankungen, Magengeschwüre Salze, Meeresalgen
scharf reinigt Organismus, verstoffwechselt Nahrung, löst Blutgerinnsel auf Hitzegefühl, Schwindel, Ohnmacht Ingwer, Knoblauch, Chilis, Pfeffer
bitter entgiftet, tötet Keime ab, verstärkt andere Geschmacksrichtungen Trockenheit, Kälte Kurkuma, Kümmel, Kürbissamen, Rhabarber
zusammenziehend beruhigend, blutstillend Verstopfung, Herzprobleme Linsen, Kohl, Apfel, Brokkoli, Salat

Wie helfen Sie beim Glücklichwerden?

Hat man nun festgestellt, welches Dosha beim einzelnen Menschen überwiegt, kann diesem mit der richtigen Ernährung entgegengewirkt werden.

Vata: Bei einem zu starkem Vata kann es zu Kühle, Nervosität, Zittern und Krämpfen kommen. Auch die Entstehung von Krankheiten wie Demenz oder Osteoporose kann durch ein zu starkes Vata gefördert werden. Menschen, bei denen das Vata überwiegt, sollen vermehrt gekochte und leicht verdauliche Kost essen und die Geschmacksrichtungen salzig, süß und sauer bevorzugen.

Pitta: Die Ernährungsempfehlung für Menschen, bei denen Pitta das dominierende Dosha ist: kalte und warme Speisen von mittelschwere Konsistenz - am besten in den Geschmacksrichtungen bitter, süß und zusammenziehend.

Kapha: Stark Kapha geprägte Menschen sollen nur mäßig gegarte Speisen, dafür aber viel frisches Obst und Gemüse essen. Ihre zu favorisierenden Geschmacksrichtungen sind scharf, bitter und zusammenziehend.

Woher weiß ich, welcher Dosha-Typ ich bin?

Im Internet gibt es viele Portale, die Dosha-Tests anbieten. Doch hier sollte man vorsichtig sein, denn in der Regel reichen die Fragen nicht aus, um eine wirkliche Typisierung vorzunehmen. Dies kann eigentlich nur ein Ayurveda-Arzt.

Wer jetzt aber nicht gleich zum Arzt gehen möchte: Auch unabhängig von den Doshas gibt es allgemeine ayurvedische Ernährungsempfehlungen. Diese sind nicht so speziell und können ganz schnell und einfach umgesetzt werden. Sie lauten: "Nur bei Hunger essen", "Mindestens drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten" oder "Frische Lebensmittel bevorzugen".

Übrigens: Abnehmen kann man mit der ayurvedischen Ernährung nicht. Doch dies ist auch nicht das Ziel dieser ganzheitlichen Philosophie. Viel mehr wird eine Ernährung angestrebt, die auf den einzelnen Menschen angepasst ist. Dadurch soll er keine Pfunde verlieren, sondern glücklich werden und sein Gleichgewicht finden.

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Ayurveda boomt. Doch leider gibt es hierzulande noch viel Halbwissen, gerade was das Thema Ernährung angeht. Fleisch, Alkohol oder Süßes sind tabu? Von wegen!
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Lieber andere Wege suchen, das ist mir zu unschlüssig. Eure Rezepte sind genauer :)
 
Ich mache jedes Jahr eine Ayurveda-Kur (14 Tage)und nehme dabei ohne Hungern 2 - 3 kg ab. Ich kann dem Vorredner nur zustimmen, es ist díe typgerechte Ernährung, die der Körper gut verdauen kann und max. Energie liefert.
 
Dass man mit Ayurveda nich abnehmen kann, ist übrigens ein Gerücht: es kann durchaus sein, dass man durch eine typgerechte Ernährung Pfunde verliert, weil der Stoffwechsel einfach besser funktioniert. Allerdings - und da stimme ich völlig zu - funktioniert das Abnehmen nur in dem Masse, wie es zum Gleichgewicht der Person passt ...