Bio-Studie zeigt: Deutsche Bauern hinken hinterher | EAT SMARTER
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Zu große Nachfrage

Bio-Studie zeigt: Deutsche Bauern hinken hinterher

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Bio boomt! Immer mehr Menschen kaufen Bio-Lebensmittel – so das Ergebnis einer Studie. Doch es gibt auch ein Problem: Die meisten Produkte werden nicht von deutschen Bauern produziert, sondern aus dem Ausland importiert. EAT SMARTER stellt die Ergebnisse der großen Bio-Studie vor.

Eigentlich sind die Ergebnisse der neuen Bio-Studie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ein Grund zur Freude. In den letzten sechs Jahren ist der Umsatz von Bio-Lebensmitteln um 30 Prozent gestiegen! Jeder Deutsche gibt im Schnitt 73,60 Euro jährlich für ökologisch produzierte Lebensmittel aus – der europäische Schnitt liegt bei nur 28 Euro. Dennoch gibt es ein Problem dabei: Die deutschen Bauern können die steigende Nachfrage nicht decken. Die Folge: Viele Bio-Lebensmittel müssen importiert werden.

Bio-Studie: Jeder zweite Bio-Apfel kommt aus dem Ausland

Natürlich müssen Bio-Lebensmittel wie Reis, Kaffee, Bananen oder Mangos importiert werden, da diese nicht bei uns wachsen. Doch die Bio-Studie zeigt, dass zum größten Teil Produkte importiert werden, die sehr wohl in Deutschland wachsen. So kommt zum Beispiel jeder zweiter Bio-Apfel, jede zweite Bio-Möhre und jede dritte Bio-Kartoffel sowie jedes vierte Bio-Ei aus dem Ausland.

Bio-Studie: Die deutschen Bauern profitieren nicht vom Bio-Boom

Bei uns wachsen die Anbauflächen für Bio-Lebensmittel – nur nicht so schnell wie die Nachfrage. Zum Vergleich: In Deutschland sind die Bio-Agrarflächen um 29 Prozent gewachsen (von 2004–2010), im EU-Durchschnitt aber im gleichen Zeitraum um 50 Prozent. In Polen waren es sogar 500 Prozent!

Der Anbau von Bio-Lebensmitteln ist sehr arbeitsintensiv, dadurch haben Ländern mit niedrigeren Löhnen – so wie Polen – einen Vorteil gegenüber Deutschland. Das kann aber nicht der einzige Grund sein, denn auch in unserem Nachbarland Frankreich gab es einen größeren Anstieg der Bio-Anbauflächen (um 58 Prozent) als bei uns.

Bio-Studie: Das muss geändert werden

Das Problem: Seit 2005 wurde die Förderung für die Bio-Landwirtschaft abgesenkt. „Viele Bauern fragen sich, ob sich der Anbau auf lange Sicht lohnt, und ob die Förderungen verlässlich sind. Einige Bundesländer haben diese schon deutlich gekürzt“, erklärt der Herausgeber der Bio-Studie Ulrich Köpke. In anderen Ländern ist genau das Gegenteil der Fall. Dort wird der Bio-Anbau extrem gefördert – mit dem Ziel die Lebensmittel zu exportieren, vor allem nach Deutschland.

Ein weiteres Problem: Die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft bedeutet in den meisten Fällen erst einmal weniger Erträge. Der bislang immer gedüngte Boden muss lernen, ohne zusätzliche Düngung auszukommen. Dennoch können sich laut der Bio-Studie 12 Prozent der konventionellen Bauern vorstellen, zu Bio-Landbau zu wechseln. Die Autoren empfehlen „dieses Potential auch zu erschließen“.

(bor)

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Mir ist es total egal ob Bio oder nicht, woher weiß man ob da überhaupt Bio drin ist. Der Staat zahlt den Bauern Geld dafür, dass sie ihre Felder brach liegen lassen und dann kommen sie nicht hinterher mit der Produktion. Ob Bio oder nicht. Und wenn man das mal genauer hinterfragt, ist es für mich klar, warum der Staat den Bauern Geld dafür gibt. Das hat nur einen Sinn,um die Preise hoch zu halten und dann die Produkte die hier nicht hergestellt werden einzuführen. Wir brauchten das früher in der ehemaligen DDR nicht, noch zusätzlich Produkte einzuführen die wir selber anbauen konnten. Genau so läuft es auch mit der Schweinegrippe, BSE oder Vogelgrippe und wie die Krankheiten noch so heißen, wenn dadurch weniger fleisch auf den Markt kommt weil angeblich Tausende Tiere an dereinen oder anderen Krankheit erkrankt sein sollen, bleiben auch die Fleischpreise stabil bzw. alles wird emens teurer. Lasst es euch mal durch den Kopf gehen, in meinen Worten stecht eine Menge Warheit und der eine oder auch der andere weiß das wenn er die augen nicht vor der Wahrheit verschließt.
 
In einer "Vorwahlzeit" sollten viele Verbraucher sehr direkt ihre Kandidaten auf die unvernünftigen Kürzungen der Finanzhilfen für BIO-Bauern hinweisen und fragen, wie sie sich einsetzen FÜR eine bessere Förderung. Nur Parteien sollten eine Chance haben, die sich einsetzen für eine europaweite Förderung !!