Darum essen Sie mehr als Sie eigentlich wollen | EAT SMARTER
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Unterbewusstsein vs. Willenskraft

Darum essen Sie mehr als Sie eigentlich wollen

Sie glauben nur Sie selbst bestimmen, wie viel und was Sie essen? Das ist leider ein Trugschluss. Denn US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass viele kleine Faktoren unbewusst Einfluss auf unser Essverhalten haben und dazu führen, dass wir häufig mehr essen als wir eigentlich wollen.

Eigentlich ist es schnell erklärt, wie Übergewicht entsteht: Wer mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Trotzdem hat sich die Anzahl der Übergewichtigen weltweit in den letzten 30 Jahren verdoppelt. US-Wissenschaftler David Levitsky wollte herausfinden, warum das so ist. Er analysierte viele Studien zum Thema Übergewicht und stellte fest, dass wir trotz des Wissens um die Zusammenhänge machtlos gegen das Zunehmen sind. Seine Schlussfolgerung: Wir haben keinen eigenen Willen wenn es ums Essen geht. Schuld daran sind kleine und unscheinbare Faktoren, die uns unbemerkt beeinflussen und unseren Willen manipulieren. Folgende Faktoren sind Levitsky bei seiner Untersuchung besonders aufgefallen:

Zu große Auswahl

Wer kennt es nicht: Wenn wir eine Tüte mit verschiedenen Keksen öffnen, wollen wir jede Sorte einmal probieren. Das Gleiche gilt bei M&M's, Smarties und Co.: Am liebsten möchte man von jeder Farbe einmal naschen. Eine große Auswahl, wie zum Beispiel auch bei All-you-can-eat-Buffets, verführt leicht dazu viel mehr zu essen, als wenn das Angebot eher übersichtlich ist.

Portionsgröße

Familienpackungen, vollgeladene Teller und XXL-Menüs: Wie groß eine normale Portion eigentlich ist, vergisst man bei solchen Angeboten schnell. Viel schlimmer noch: Durch die größeren Portionen in Restaurants und den riesigen Verpackungen im Supermarkt verlernen wir, auch zu Hause normale Portionen zuzubereiten und zu essen.

Werbung

Lebensmittel-Werbung soll uns dazu verleiten, beim nächsten Einkauf die beworbenen Produkte zu kaufen. Aber laut zahlreicher Studien haben diese Werbespots noch einen anderen, viel direkteren Effekt. Anstatt auf den nächsten Einkauf zu warten, greifen wir sofort zu Snacks. Werbung verleitet zum Essen, vor allem bei Kindern konnten Wissenschaftler diesen Zusammenhang nachweisen.

So nimmt man bis zu 200 Extra-Kalorien pro Mahlzeit zu sich. In nur einem Jahr werden daraus zehn Kilo Fettgewebe.

Regelmäßiges Wiegen als Lösung?

Sind wir diesen unterbewussten Verführungen vollständig ausgeliefert? Nein, glaubt Levitsky: Regelmäßiges Wiegen kann helfen. Nur so merkt man sofort, wenn sich ein paar Kilo auf die Hüften geschlichen haben. Dann gilt es herauszufinden, für welche Verführungen man besonders empfänglich ist und wie man ihnen am besten aus dem Weg gehen kann. In einer eigenen Studie verglich Levitsky Studenten, die sich täglich wiegen mit Studenten, die sich nie wiegen. Im Laufe eines Jahres nahmen die Nicht-Wieger zwei Kilo zu. Bei den Studenten, die täglich auf die Waage stiegen, veränderte sich das Gewicht nicht.

Doch sich täglich zu wiegen hat auch Nachteile. Kleinere Gewichtsschwankungen verunsichern schnell, sind aber ganz normal und können zum Beispiel durch Wassereinlagerungen entstehen. EAT SMARTER empfiehlt daher: Wenn Sie merken, dass Ihre Jeans anfängt zu kneifen, führen Sie lieber eine Zeit lang ein Ernährungstagebuch. Notieren Sie genau, was Sie essen, wann Sie essen und wie viel Sie essen. Dazu überprüfen Sie einmal pro Woche Ihr Gewicht. Auf diese Weise bekommen Sie einen guten Überblick über Ihr Ernährungsverhalten und können Dickmacher schneller enttarnen. (bor)
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