Die Ekel-Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen 2010 | EAT SMARTER
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Dreckige Zapfanlagen, belastete Frikadellen

Die Ekel-Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen 2010

Lebensmittelkontrollen Lebensmittelkontrollen

Jedes Jahr überprüft das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Restaurants, Fabriken und Lebensmittelproben. Die gerade veröffentlichten Ergebnisse für das Jahr 2010 sind nicht unbedingt erfreulich: Besonders mit der Hygiene scheinen es viele Betriebe nicht so genau zu nehmen.

Jedes Jahr untersucht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zahlreiche Restaurants, Kneipen, Lebensmittelgeschäfte, Bauernhöfe und Fabriken. Dafür legen die Bundesländer vorher einen genauen Überwachungsplan fest: Sie wählen aus, welche Betriebe kontrolliert werden sollen, auf welche Schadstoffe die entnommenen Proben untersucht werden sollen und auf welche Vorschriften die Kontrolleure besonders achten sollen. Nun wurden die Ergebnisse der Untersuchungen aus dem letzten Jahr veröffentlicht. 538 000 Betriebe und 408 000 Proben wurden kontrolliert – ein Viertel aller Betriebe fiel negativ auf. Das häufigste Problem war mangelnde Hygiene.

Gefährliche Bakterien in Frikadellen

2010 lag das Hauptaugenmerk der Kontrolleure auf gegarten Hackfleischerzeugnissen in Fertigpackungen und auf Getränkezapfanlagen in Gaststätten. Erschreckend: 10 Prozent der Fleisch-Proben waren schon kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums mit Keimen belastet. Knapp zwei Prozent enthielten sogar Listerien-Bakterien. Die sind besonders für Schwangere problematisch, denn die Bakterien können das Ungeborene schädigen und sogar eine Frühgeburt auslösen.

Auch viele andere Lebensmittel hatten Mängel. Besonders negativ fielen alkoholische Getränke, Fleisch und Wurstwaren auf: An fast einem Fünftel der untersuchten Proben hatten die Kontrolleure etwas auszusetzen. Auch Milchprodukte, Getreide und Backwaren sowie Obst und Gemüse wurden beanstandet. Mehr als die Hälfte der Mängel betraf dabei die Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel. Außerdem gab es Beanstandungen bei der mikrobiologischen Beschaffenheit und der Zusammensetzung.

Keim-Alarm in fast jeder dritten Kneipe

Alarmierend auch die Ergebnisse der Kontrollen im Gaststättengewerbe: Mehr als 16 Prozent der geprüften Restaurants und mehr als ein Viertel der Kneipen wiesen Hygienemängel in ihren Getränkelagern oder an den Zapfanlagen auf. Schuld daran ist offensichtlich die vernachlässigte Reinigung der Anlagen – knapp 20 Prozent der Gaststätten hielt sich laut BVL nicht an Reinigungs- und Desinfektionsvorschriften.

Auch wenn die Ergebnisse anderes vermuten lassen, ganz so schlecht sieht es in Deutschlands Betrieben nicht aus: Denn die Kontrolleure des BVL überprüfen nur Orte oder Lebensmittel, die ohnehin als riskant gelten – solche, bei denen die Experten aus Erfahrung wissen, dass es hygienische Probleme geben könnte.

Die genauen Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen können Verbraucher auf der Website des BVL nachlesen. (bor)

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