Ernährung bei Krebs – worauf man achten sollte und wie man vorbeugen kann | EAT SMARTER
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Interview

Ernährung bei Krebs – worauf man achten sollte und wie man vorbeugen kann

Welche Ernährung bei Krebs ist die richtige? © Markus Bormann - Fotolia.com Welche Ernährung bei Krebs ist die richtige? © Markus Bormann - Fotolia.com

Ein gesundes und langes Leben – das wünschen sich alle Menschen. Doch wie kann man schweren Krankheiten vorbeugen? Klaus-Dietrich Runow hat ein Buch zu diesem Thema geschrieben. Der Titel: „Krebs, eine Umweltkrankheit? Risiko minimieren – Therapie optimieren.“ EAT SMARTER hat mit dem Umweltmediziner gesprochen und unter anderem nachgefragt, welche Ernährung bei Krebs hilfreich sein kann.

Klaus-Dietrich RunowErnährung bei Krebs ist ein wichtiges Thema, dem sich aber längst nicht alle Patienten öffnen. Der Umweltmediziner Klaus-Dietrich Runow hat nun ein Buch verfasst und beschreibt darin Ursachen, Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit. Er möchte „eine Brücke zwischen der üblichen Krebstherapie und komplementären Maßnahmen bauen“, sagt Runow. EAT SMARTER hat bei dem Umweltmediziner nachgefragt, wie unsere Ernährung die Entstehung von Krebs beeinflusst, wie man der Krankheit ggf. vorbeugen oder aber Therapien unterstützen kann. 

Herr Runow, welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Entstehung von Krankheiten wie zum Beispiel Krebs?

Klaus-Dietrich Runow: Nahrung ist unser intensivster Kontakt zur Umwelt, insofern spielt die Ernährung durchaus eine Rolle. Ich sage meinen Patienten aber immer: Gesunde Kost gibt es nicht. Dreimal täglich Gemüse zu essen, garantiert uns nicht, dass wir 100 Jahre alt werden. Tatsache ist nämlich: Nahrung ist für den Körper ein Fremdstoff und muss erst zersetzt werden, um aufgenommen werden zu können. Bei diesem Prozess entstehen manchmal Probleme. Viele Menschen leiden beispielsweise unter einer Lebensmittelunverträglichkeit und wissen das gar nicht. Aus diesem Grund rate ich jedem, sich auf Allergien und Unverträglichkeiten testen zu lassen. Erst dann weiß man, welche Ernährung richtig für einen ist und von welchen Lebensmitteln man besser die Finger lassen sollte. Abgesehen davon warne ich meine Patienten natürlich vor zu viel Übergewicht. Wenn jemand erst einmal adipös ist, finden im Körper Entzündungsprozesse statt, die das Krebsrisiko erhöhen. Somit spielt die Ernährung durchaus eine Rolle, wenn man sein Krebsrisiko minimieren möchte.

Kann man Krebs mit einer bestimmten Ernährung vorbeugen?

Runow: Es gibt einige Basisratschläge, denen man folgen kann. Essen Sie fleisch- und kohlenhydratarm, dafür viel Fisch, Obst und Gemüse. Nutzen Sie – wenn möglich – Nahrungsmittel aus biologischen Anbau. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass Giftstoffe bzw. Pestizide – wie sie z. B. in Paprika und Erdbeeren aus Spanien nachgewiesen wurden – direkt über die Nervenbahnen des Darmes in das Gehirn gelangen und dort die sogenannte Substantia nigra beinträchtigen. Hierbei handelt es sich um eine Hirnregion, die für die Entstehung von Morbus Parkinson verantwortlich ist. Zu einer gesunden Basisernährung gehören darüber hinaus auch Soja, Brokkoli und Kurkuma, die laut Studien allesamt eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen. Kiwi und Grapefruit dagegen sollte man besser meiden. Kiwis besitzen ein hohes Allergiepotenzial, und Grapefruit blockiert die Entgiftungswege in unserem Körper. Unabhängig davon kann ich nur noch einmal betonen: Lassen Sie eine Blutanalyse durchführen und sich auf Nahrungsmittelallergien testen. Anschließend kann man individuelle Ernährungsempfehlungen aussprechen.

Wenn man nun doch die Diagnose Krebs erhält – kann man die Therapie durch eine bestimmte Ernährungsweise unterstützen?

Runow: Durchaus. Aber man sollte nicht in Extreme verfallen oder gar bestimmte Krebs-Diäten praktizieren. Es ergibt keinen Sinn, sich plötzlich nur noch von Brokkoli zu ernähren – nur weil er gut gegen Prostatakrebs sein soll. Meinen Patienten empfehle ich nach einer Krebs-Diagnose, Ruhe zu bewahren und Ordnung zu schaffen. Hat man das Blut auf Unverträglichkeiten getestet, kann man besprechen, welche Nahrungsmittel der Patient besser meiden sollte, um das Immunsystem nicht unnötig zu belasten. Abgesehen davon gibt es einen wunderbaren Spruch, der einen an eine ausgewogene und gesunde Ernährung erinnern soll: Eat a rainbow every day – Iss jeden Tag einen Regenbogen! Die bunten Farben in Obst und Gemüse stehen für verschiedene Signalstoffe, die unseren Körper stärken. Nahrung muss also bunt sein, damit unsere Zellen „satt“ werden. Wenn das nicht reicht, empfehle ich ab und an auch Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, die fehlende Signalstoffe nachliefern.

Viele Mediziner raten zu einer ketogenen Ernährung: kohlenhydratarm, öl- und eiweißreich...

Runow: Im Prinzip ist das auch richtig. An einer fleisch- und kohlenhydratarmen Ernährung kann man sich in jedem Fall orientieren. Es macht aber auch nichts, wenn man mal ein Stück Kuchen isst. Betoffene sollen ihr Essen genießen. Dazu gehört ab und an auch etwas Süßes.

Viele Patienten, die sich für eine Chemotherapie oder Bestrahlung entscheiden, leiden unter Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen. Was raten Sie ihnen?

Cover RunowRunow: Erst einmal gilt: Vor und nach einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung ist in Sachen Ernährung und auch der Einnahme von Vitaminprodukten bzw. pflanzlichen Präparaten alles erlaubt. Während der Therapie hingegen sollte man bestimmte Lebensmittel, Kräuter und entgiftende Substanzen meiden. Dazu gehören Johanniskraut, Soja oder Knoblauch. Wer unter Übelkeit leidet, sollte Ingwer zu sich nehmen. Darüber hinaus muss man versuchen, die Lebensqualität – so gut es geht – zu erhöhen. Deshalb ist es auch so wichtig, sich schon vor einer Krebsdiagnose mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen und im Falle einer Erkankung ruhig zu bleiben und eine Ernährungsberatung aufzusuchen. Krebs ist eine Krankheit, die jeden Zweiten von uns treffen wird, besagen Statistiken. Wir sollten keine Scheu haben, uns mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.  

Das Buch von Klaus-Dietrich Runow mit dem Titel „Krebs, eine Umweltkrankheit? Risiko minimieren – Therapie optimieren“ ist im Südwest-Verlag erschienen. ISBN-10: 3517087726, 16,99 Euro. 

(jad)

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es ja die diversesten lebensmittel, die auch studien zufolge wirksame maßnahmen gegen krebs darstellen. ob himbeeren (kein witz), matcha-tee oder graviola-blätter die natur hat uns mit einem so reichen schatz an wirksamer medizin gesegnet - es ist der pure wahnsinn! liebe grüße!
 
"Kiwis besitzen ein hohes Allergiepotenzial, und Grapefruit blockiert die Entgiftungswege in unserem Körper." Ja nee is klar... Ich bin auch dummgläubig und kaufe nur Produkte von Eatsmarterwerbepartnern.... selten so gelacht.
 
Es ist ein Problem das das Bewußtsein für gute gesunde Ernährung so wenig vorhanden ist . Eine Unterricht in der Schule dazu wäre notwendig , um Fehler früh zu meiden. Effizient seitens der Kosten wäre es auch . Doch die Interessen sind anders - Profit ist wichtig - allein dies
 
Schule ist nicht schlecht, dort wird ja auch schon einiges vermittelt!!!! Shlimmer finde ich das zu Hause, wenn ich sehe und erlebe wie wenig Ahnung und wie wenig Zeit sich(junge) Mütter nehmen, werde ich nicht nur nachdnklich......... Die Eßgewohnheiten haben sich sehr negaiv entwickelt. Vor lauter Terminen bleibt doch nicht mehr viel übrig :-(
 
Profit ist ... ja deswegen ist ES wie es ist. Gut dass ich mündig bin und bereits im "Supermarkt" den gesunden Weg wähle. Das darf nichts kosten, muss schnell gehen, sehr süß oder sehr salzig sein; davon ist das Bewusstsein geprägt. LEIDER.