Der Etikettenschwindel im Supermarkt | EAT SMARTER
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Einkaufsratgeber

Der Etikettenschwindel im Supermarkt

Achten Sie im Supermarkt auf einen möglichen Etikettenschwindel. Achten Sie im Supermarkt auf einen möglichen Etikettenschwindel.

Etikettenschwindel im Supermarkt: Weil Anbieter ihre Waren zahlreich verkaufen möchten, preisen sie ihre Produkte häufig mit schönen Worten und verführerischen Bildern an. Doch oft steckt nicht wirklich das drin, was auf der Verpackung versprochen wird. EAT SMARTER schaut auf die Graubereiche der Lebensmittelkennzeichnung und zeigt, wie Sie falsche Versprechen auf den Etiketten erkennen.

Etikettenschwindel: Die Sache mit den Geschmacksverstärkern

Der Geschmacksverstärker Glutamat ist in der Europäischen Union zwar zugelassen, viele Verbraucher wollen ihn aber trotzdem nicht essen. Das hindert einige Anbieter aber nicht daran, Glutamat trotzdem ins Lebensmittel zu schmuggeln. Vorsicht vor dieser Art von Etikettenschwindel: Vorne wird das Produkt dann mit dem Versprechen „Ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker“ aufgemacht. Anstatt von Glutamat wird dann allerdings Hefeextrakt zugesetzt und auch darin steckt der Geschmacksverstärker. Das ist gesetzlich erlaubt. Wer auf Glutamat verzichten möchte, sollte die Zutatenliste studieren und Produkte, die Hefeextrakt enthalten, meiden.

Etikettenschwindel: Kleinere Packung, höherer Preis

Die Größe kennt keine Grenzen: Seit die Europäische Union 2009 die Größe von Verpackungen freigegeben hat, können sie beliebig groß ausfallen. Nun ist die Auswahl riesig: Neben XXL-Versionen finden sich in den Regalen auch deutlich kleinere Packungen, zum Beispiel für Singles. Auf den ersten Blick hat dies vielleicht einen Vorteil. Beispiel Konserven: Einem Single reicht sicherlich die kleinere Erbsendose. Der Haken: Rechnet man den Einkaufspreis auf den Inhalt um, ist die kleinere Dose häufig teurer. Verbraucher sollten daher auf den Grundpreis achten, der meistens unter dem Produktpreis steht. Der Grundpreis zeigt an, was ein Kilo oder 100 Gramm dieses Produkts kosten. Und so kann es schnell passieren, dass beim selben Hersteller die Erbsen aus der Single-Dose im Kilopreis teurer sind als die Erbsen aus der größeren Dose.

Etikettenschwindel: Gleiche Packung, weniger Inhalt

Doch es geht auch anders. Im Mai stellte die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) fest: Einige Lebensmittelhersteller behielten zwar die Größe der Verpackungen bei, sie füllten aber weniger hinein. Der Preis blieb trotzdem gleich. Auf diese Weise lässt sich der Umsatz an einer Verpackungen natürlich nonchalant steigern. Auf ihrem Portal hat die Verbraucherzentrale die auffälligsten Produkte zusammengestellt. Genauso mies: Im Juni stellte die VZHH einige Packungen unter ein Röntgengerät und stellte fest: Der Inhalt bestand zum großen Teil aus Luft. Die dreistesten Fälle finden Sie auch auf den Seiten der Verbraucherzentrale.

Etikettenschwindel: Die getarnten Zucker

Viele Menschen lassen lieber die Finger von zuckerreichen Lebensmitteln. Und so versuchen einige Anbieter, ihre Produkte weniger zuckerhaltig aussehen zu lassen. Doch dabei nehmen Sie den Zucker nicht aus den Lebensmitteln, sie geben ihm nur einen anderen Namen. Vorsicht bei dieser Art von Etikettenschwindel: Statt Zucker stehen Bezeichnungen wie „Glukose-Sirup“ oder „Maltodextrin“ auf der Verpackung. Beispiele hierfür sind Müslis, Kakao oder Fruchtgummis. Laut Zuckerartenverordnung sind diese Stoffe Zucker, doch sie dürfen unter dem anderen Namen auf der Zutatenliste auftauchen. Auch hier gilt: Schauen Sie auf die Inhaltsangabe. EAT SMARTER hat die Tarnnamen für Zucker zusammengestellt.

Etikettenschwindel: Falsche Fruchtversprechungen

Etikettenschwindel gibt es auch bei Produkten mit Obstanteil: Manche Hersteller preisen ihre Lebensmittel mit leckeren Früchten an. Die Vorderseite wird zum Beispiel durch schmackhafte Erdbeeren oder Aprikosen geschmückt. Doch in Wahrheit besteht der Inhalt nur zu einem Bruchteil aus den beworbenen Früchten, machmal sogar nur aus (künstlichen) Aromen. Wie genau die Lebensmittel zusammengesetzt werden, erfährt man auf der Zutatenliste. So lassen sich die größten Täuschungen sofort erkennen.

Etikettenschwindel: Schweineleber in der Geflügelwurst

Wer Geflügelwurst kauft, geht in der Regel davon aus, dass in der Wurst auch wirklich nur Geflügelfleisch steckt. Das ist aber nicht immer so. Kürzlich untersuchte die Stiftung Warentest 207 Geflügelwürste und stellte dabei fest: Jedes vierte Produkt bestand auch aus anderen Fleischsorten, zum Beispiel aus Schweineleber. Etikettenschwindel deluxe! Und das ist auch erlaubt, solange auf der Verpackung nicht der kleine Zusatz „rein“ oder „100 Prozent“ steht. Wer also eine reine Geflügelwurst haben möchte, sollte auf diese Bezeichnung achten. Was am Ende bleibt? Es ist nicht immer einfach, im Supermarkt den Überblick zu behalten. Doch der Blicks aufs Kleingedruckte wird immer wichtiger. Auch wenn Sie beim nächsten Einkauf nicht gleich auf Alles achten können: Schulen Sie Ihren Blick im Dschungel der Produktkennzeichnungen. Eine mögliche Orientierung liefert auch das neu gegründete Verbraucherportal „lebensmittelklarheit.de“.

(wil)

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foodwatch hat das schon längst aufgedeckt - und zwar vor langer zeit - up to date ist das nicht gerade
 
Tja, der Teufel liegt mal wieder im Detail
 
Gute Punkte, öfter mal hinschauen!