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Anstatt wegwerfen

Foodsharing: Lebensmittel teilen

Probieren Sie Foodsharing doch mal aus Probieren Sie Foodsharing doch mal aus

Der Apfelbaum im Garten quillt über und Sie kommen mit dem Apfelkuchen backen gar nicht mehr hinterher? Der Urlaub steht vor der Tür und der Kühlschrank ist noch voll? Auf der Internetplattform www.foodsharing.de kann jeder kostenlos seine noch gut erhaltenen und genießbaren Lebensmittel zum Abholen anbieten. Mehr als 20.000 Menschen haben sich bereits registriert.

Laut Statistik wirft jeder von uns jährlich 82 Kilo Lebensmittel weg. Das Schlimme daran: Zwei Drittel dieses „Abfalls“ sind nicht verschimmelt, sondern noch voll genießbar. Lebensmittelverschwendung ist also ein zentrales Thema. Mit gezielten Einkäufen, richtigen Portionsgrößen und einer konsequenten Resteverwertung können Sie verhindern, Lebensmittel unnötig wegzuwerfen – noch mehr Tipps gibt es hier.

Wann kann ich Foodsharing nutzen?

Haben Sie zu viele Nahrungsmittel zu Hause, die Sie unmöglich selber verwerten können, kommt Foodsharing ins Spiel: Auf dieser Internet-Plattform kann jeder seine überschüssigen Lebensmittel – ob einen Sack Kartoffeln oder eine Packung Tee, das ist völlig egal – als sogenannten „Essenskorb“ anbieten. Der Interessierte holt diesen dann zu einem verabredeten Zeitpunkt ab – entweder direkt beim Anbieter oder an einem ausgewählten Standort, dem „FairTeiler“. Renate Künast, die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Grünen, ist von Foodsharing begeistert: „Wir müssen das Wertschätzen von Lebensmitteln wieder neu erlernen. (...) Deswegen ist das Internetportal eine kreative Idee und ein guter Schritt, damit Essbares tatsächlich verzehrt wird.“

Um zu verhindern, dass die Lebensmittel Keime enthalten (und auch aus rechtlichen Gründen), gibt es bei Foodsharing wichtige Regeln:

  • Salate, Kuchen und Torten dürfen nur gekühlt übergeben werden
  • Hack, Mett, Produkte aus nicht erhitzter Rohmilch sowie frisch zubereitete Speisen, die rohes Ei enthalten (zum Beispiel Tiramisu), dürfen nicht angeboten werden
  • Medikamente (auch homöopathische) und Non-Food-Produkte sind verboten

Wie geht es mit Foodsharing weiter?

Im Mai 2012 gründeten Filmemacher Valentin Thurn und Journalist Stefan Kreutzberger (die bereits mit ihrem Film „Taste the Waste“ auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht haben) den gemeinnützigen Verein Foodsharing e.V.. Seit dem 12. Dezember 2012 ist Foodsharing auch mit einer eigenen Website online. Die Programmierung wurde über Crowdfunding finanziert. Seitdem haben sich schon mehr als 20.000 Personen angemeldet. Auch auf der Facebook-Seite von Foodsharing werden fleißig Lebensmittel verschenkt und getauscht. Momentan sammeln die Gründer eifrig Spenden, um eine App zu entwickeln.

Foodsharing ist nicht nur für Privatpersonen, auch große Unternehmen machen mit. So hat zum Beispiel Beiersdorf bereits mehrere Tonnen seines übrig gebliebenen Kantinenessens abgegeben. Aber speziell im Event-Catering fallen oft viele Reste an. „Es melden sich achtzig Personen an, aber es kommen nur sechzig und prompt haben wir zu viele Essen“, erklärt Frank Sager, Catering-Chef bei Beiersdorf. Und diese landen nun – dank Foodsharing – nicht mehr in der Tonne, sondern bei Menschen, die diese gebrauchen können.

(bor)

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