Wie das Gegenüber unser Essverhalten beeinflusst | EAT SMARTER
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Nachgeahmt

Wie das Gegenüber unser Essverhalten beeinflusst

Ob wir es wollen oder nicht: Wenn wir in Gesellschaft essen, wird die Menge unserer aufgenommenen Nahrung maßgeblich durch die Tischnachbarn geprägt. Forscher vermuteten bislang, dass dahinter vor allem soziale Normen stecken. Doch eine Studie von niederländischen Wissenschaftlern zeigt nun, dass wir das Verhalten anderer auch ganz unbewusst übernehmen.

Wie ähnlich man sich doch ist: Treffen sich zwei Menschen zum gemeinsamen Essen, kann es durchaus sein, dass sie ungefähr die gleiche Menge essen werden. Dieses Phänomen ist bereits durch zahlreiche Studien beobachtet worden. Den genauen Grund dafür konnten Forscher bislang aber noch nicht erklären. Man vermutete, dass vor allem soziale Normen eine Rolle spielen. Schließlich will man mit seinem Essverhalten nicht auffallen, wenn der Tischnachbar nun einmal völlig anders isst. Niederländische Forscher zeigen nun aber, dass möglicherweise ein weiterer Grund eine entscheidende Rolle spielt: Denn ob wir es wollen oder nicht, ahmen wir offenbar unbewusst das Verhalten unseres Gegenübers nach.

3888 fast synchrone Bisse

Für ihre Untersuchung baten die Wissenschaftler insgesamt 70 junge, normalgewichtige Frauenpaare zu einem Essen an den Tisch. Die Frauen hatten sich zuvor noch nicht gesehen. Einer der Frauen wurde vorher jeweils genau gesagt, wie sie sich am Tisch zu verhalten habe und wie viel sie essen dürfe. Über eine versteckte Kamera wurde das Paar dann beim Essen beobachtet. Insgesamt beobachteten die Forscher 3888 Bisse. Das Interessante: Die Frauen führten ihre Gabeln fast synchron zum Mund. Innerhalb von nur fünf Sekunden tat es die eine Frau der anderen gleich. Nur sehr selten führten sich die Frauen den Biss allein zum Mund.

Man möchte ja positiv auffallen

Die Forscher vermuten, dass die nicht angeleiteten Frauen offenbar unbewusst das Verhalten ihrer Partnerin imitierten, um auf diese Weise einen positiven Eindruck zu vermitteln. Vor allem zu Beginn des gemeinsamen Mahls war die Übereinstimmung besonders stark, erst gegen Ende der Mahlzeit nahm sie etwas ab. Die Wissenschaftler vermuten: Möglicherweise seien für die Frauen gerade die ersten Minuten wichtig gewesen, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen

Die unbewusste Nachahmung
Diese Verhaltens-Mimikry spielt in unserer Interaktion mit anderen Menschen eine wichtige Rolle. Viele Studien zeigen, dass wir in verschiedenen Situationen das Verhalten unseres Partners nachahmen. Lächelt unser Gegenüber, tun wir es ihm gleich. Manchmal ahmen wir auch seine Gesten oder seinen Dialekt nach. Der Grund: Auf diese Weise soll eine Nähe geschaffen werden. Und das offenbar auch beim Essen.

Bislang vermuteten die Forscher, dass die Nachahmung beim Essen vor allem an sozialen Gründen liegt. Wenn der Partner nur verhalten vom Teller nimmt, wäre es schließlich unangemessen, selbst zu schlemmen. Doch die aktuelle Studie zeigt nun: Offenbar spielt auch die unbewusste Anpassung eine wichtige Rolle in unserem Essverhalten in der Gesellschaft. Die Studie ist in der Zeitschrift „PloS ONE“ erschienen.

(wil)
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@dannyhapunkt Das heißt ja nicht, dass die Studie nicht korrekt sein kann. Die Teilnehmerzahl ist auch nicht sehr groß. Wenn du mit Freunden essen gehst ist das aber auch etwas vollkommen anderes als wenn du mit Fremden isst. Unter Freunden ist man selbstverständlich lockerer. In der Studie kannten sich die Personen aber vorher nicht. Von Freunde war nie die Rede. Deine Kritik ist also recht sinnlos.
 
Man muß nicht alles glauben, was eat-smarter schreibt. Mein Essverhalten ändert sich überhaupt nicht, wenn ich mit Freunden unterwegs bin. Ich esse so , wie ich es immer tue. Was für ein Blödsinn sich die "Wissenschaftler und Forscher" sich da wieder haben einfallen lassen. Haben die nix anderes zu erforschen ?