Welche Meerestiere auf den Teller dürfen | EAT SMARTER
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Ratgeber

Welche Meerestiere auf den Teller dürfen

Welche Meerestiere dürfen auf den Teller? Welche Meerestiere dürfen auf den Teller?

Die Welt hat Hunger auf Fisch: nach Angaben der Food Agriculture Organization (FAO) isst jeder Einwohner mehr als 17 Kilogramm pro Jahr. Mit fatalen Folgen. Mittlerweile gelten fast 80 Prozent der wirtschaftlichen Fischbestände als überfischt. Doch es gibt auch Produkte, die nach wie vor gegessen werden können. Im Interview mit EAT SMARTER zeigt Britta König vom WWF Deutschland, worauf Sie beim Einkauf achten sollten.

Frau König, worauf müssen Verbraucher beim Fisch-Kauf achten?
Auf der Verpackung gibt es meist drei Hinweise, die wichtig sind. Man kann schauen, um welchen Fisch es sich handelt, wo er gefangen wurde und mit welcher Methode dies gemacht wurde. Der WWF gibt regelmäßig einen Einkaufsratgeber heraus, in dem wir mit einem Ampelsystem Informationen zum aktuellen Zustand der Fischbestände geben.
 
Was kann man tun, wenn man den Ratgeber nicht zur Hand hat?
Immer mehr Fischereien verpflichten sich zu einer nachhaltigen Arbeitsweise. Diese Fische werden dann unter dem MSC-Siegel im Handel angeboten und sind für den Verbraucher leicht zu erkennen. Dieses Siegel kann nur unter sehr strengen Auflagen erreicht werden. Wer dann zum Beispiel Tiefkühlprodukte mit diesem Siegel kauft, kann dies mit gutem Gewissen tun.
 
Welche Auflagen stecken hinter diesem Siegel?
Das Label stammt vom Marine Stewardship Council. Dabei handelt es sich um eine unabhängige, nichtstaatliche Organisation, die das MSC-Zertifikat vergibt. Die Auflagen setzen sich aus verschiedenen Parametern zusammen. Im Grunde wird geregelt, dass die Fischerei mit umweltschonenden Methoden erfolgt und den Fischbeständen nicht mehr entnommen wird, als nachwächst. Man könnte das System mit einem Bankkonto vergleichen: Das Grundkapital bleibt, es werden lediglich die Zinsen abgeschöpft.
 
Gibt es daneben noch andere Label?
Neben dem MSC-Siegel für Wildfisch gibt es noch verschiedene Bio-Siegel für Zuchtfisch. Der WWF empfiehlt zum Beispiel „Bioland“ oder „Naturland“. Diese kennzeichnen Zuchtfische, die aus verträglichen Aquakulturen stammen.
 
Immer wieder gibt es Meldungen über Fischarten, deren Bestände unmittelbar vor dem Kollaps stehen. Gelten die Güte-Siegel auch für zum Beispiel Thunfisch oder Kabeljau?
Beim Thunfisch gibt es viele Arten, die jeweils unterschiedlich stark bedroht sind. Für Kabeljau gibt es mittlerweile wieder Gebiete, in denen sich die Bestände erholt haben. Das gilt zum Beispiel für Fische aus der östlichen Ost-See. Wenn Bestände nachhaltig befischt werden, können diese Produkte ebenfalls ein MSC-Siegel erhalten.
 
Sind denn Fische ohne Siegel automatisch schlecht?
Nein, es gibt auch Fisch ohne Siegel, der umweltschonend gefangen wurde. In diesem Fall muss man auf die Fanggebiete schauen. Derzeit kann man beispielsweise Wildlachs aus dem Ost-Pazifik bekommen, der kein MSC-Siegel trägt. Denn die Bestände in diesem Gebiet sind derzeit groß genug.
 
Wie kann ich im Restaurant auf Nummer sicher gehen?
Mir ist derzeit in Deutschland kein Restaurant bekannt, das ein MSC-Siegel trägt. Im Zweifel sollte man dort nachfragen, woher der Fisch stammt. Manchmal hilft auch ein bisschen gesunder Menschenverstand: Roter Thunfisch steht beispielsweise auf der roten Liste. Wird der auf der Karte angeboten, sollte man lieber die Finger davon lassen.
 

Tipp: Nähere Informationen zum Thema Fische finden Sie auf der Homepage des WWF. Dort ist übersichtlich aufgeführt, welcher Fisch aus welchen Fanggebieten mit gutem Gewissen gegessen werden darf. (wil)
 
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