Greenpeace Fischratgeber | EAT SMARTER
2
0
Drucken
0
Greenpeace: Fischkonsum stark einschränkenDurchschnittliche Bewertung: 5152
21. Januar 2016

Greenpeace: Fischkonsum stark einschränken

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace rät dazu, den Fischkonsum stark zu reduzieren, zu überfischt seien die Bestände weltweit. Eine Ausnahme bildet ausgerechnet ein Fisch, vor dem sich viele ekeln.

vergessene deutsche Spezialitäten IngreischDass unsere Weltmeere überfischt sind, ist ein bekannter Fakt. 61,3 Prozent der weltweiten Speisefischbestände sind laut FAO, der Welternährungsorganisation, bis an die Grenze genutzt; 28,8 Prozent sind bereits überfischt oder erschöpft. 

Glaubt man einer kürzlich im Fachmagazin "Nature" erschienenen Studie, geht das tatsächliche Ausmaß der Überfischung geht noch weit über die offiziellen Zahlen der FAO hinaus. 

"Die weltweite Fischerei entnimmt den Ozeanen ungefähr 50 Prozent mehr als bisher angenommen. Seit Mitte der 90er Jahre geht der Weltfang zurück, und zwar deutlich stärker als man dachte. Weil aber in dem gleichen Zeitraum der globale Fischereiaufwand zugenommen hat, lässt das nur einen Schluss zu: Die Anzahl der Fische in den Weltmeeren nimmt ab, die Weltmeere werden überfischt", sagte Meeresforscher Dr. Rainer Froese gegenüber Greenpeace. 

"Fisch als Delikatesse betrachten" 

Warenkunde SeelachsAngesichts dieser dramatischen Zahlen hat Greenpeace seinen aktualisierten "Einkaufsratgeber Fisch" veröffentlicht.

Laut dem Ratgeber, der per Download oder als kostenlose App zu haben ist, können wir nur noch eine Fischart mit uneingeschränkt gutem Gewissen essen: den Karpfen. Bei allen anderen Fischarten gilt es, genauer hin zu sehen: „Zahlreiche Fang- und Zuchtmethoden schaden der Umwelt erheblich. Viele Bestände sind überfischt. Um eine umweltbewusste Wahl zu treffen, reicht der Blick auf die Fischart allein deshalb nicht aus – ausschlaggebend ist, wo und wie der Fisch gefangen oder gezüchtet wurde“, sagt Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace.

So ist zum Beispiel Lachs mit Rot, also nicht empfehlenswert, gekennzeichnet. Jedoch gibt es Ausnahmen: Pazifischer Lachs aus dem Nordwestpazifik und dort aus dem Sachalin oder dem Golf von Alaska kann einigermaßen guten Gewissens gekauft werden – wenn er mit der Falle, der Schleppangel oder dem Stellnetz gefangen wurde. 

Wollen Verbraucher sich an den Konsumempfehlungen von Greenpeace empfehlen, ist also ein aufmerksames Studium der Verpackung beziehungsweise sehr konkretes Nachfragen beim Fischhändler angesagt. 

Ausnahmslos als „rot“ eingestuft sind unter anderem Aal, Makrele und Rotbarsch. Aber auch der Alaska-Seelachs, der in vielen Fischstäbchen und Schlemmerfilets steckt und zu Deutschlands meist konsumierten Speisefischen zählt.

Link-Tipps: 

(lin) 

Ähnliche Artikel
Wissenswertes aus dem Küchenlexikon: Reduzieren - so bekommen Saucen und Suppen die gewünschte Konsistenz.
Diskriminiert: Traurige Frau mit einer Waage
EAT SMARTER stellt die Studie vor
Schreiben Sie einen Kommentar