Streitthema Hühnerhaltung: Worauf Verbraucher achten können | EAT SMARTER
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Vorsicht beim Eierkauf

Streitthema Hühnerhaltung: Worauf Verbraucher achten können

Streitthema Hühnerhaltung: Worauf Verbraucher achten können Streitthema Hühnerhaltung: Worauf Verbraucher achten können

Seit dem 1. Januar ist die Hühnerhaltung in Kleinkäfigen in allen EU-Ländern offiziell verboten. Doch das Thema Käfighaltung ist damit noch immer nicht vom Tisch. Nach wie vor gelangen Eier von Hühnern in den Handel, die nicht artgerecht gehalten wurden. EAT SMARTER verrät, worauf Sie beim Thema Hühnerhaltung achten sollten, wenn Sie nur mit Eiern von glücklichen Hühnern kochen und backen möchten.

Die artgerechte Hühnerhaltung ist den meisten Deutschen keineswegs egal: Zwar essen wir im Schnitt 213 Eier pro Jahr, doch die Hühnerhaltung in Kleinkäfigen von der Fläche eines Din-A-4-Blatts – den sogenannten Legebatterien - lehnen wir schon lange ab. Zuletzt kaufte kaum noch jemand Eier mit der Ziffer „3“. Der Grund: Diese Zahl steht für Käfighaltung. Die großen Super- und Discountmärkten haben diese Eier daher schon vor Längerem aus ihren Regalen verbannt, und eigentlich dürfte es sie spätestens seit dem 1. Januar auch gar nicht mehr geben. Zum Jahresstart trat nämlich das EU-weite Verbot dieser Form der Hühnerhaltung in Kraft. Trotzdem schlagen viele Tierschützer beim Thema Hühnerhaltung noch immer Alarm.

Hühnerhaltung: Legebatterien gibt es immer noch


Der Grund: Etliche EU-Länder ignorieren das Verbot und halten ihre Hennen weiter in Kleinkäfigen. Dazu gehören zum Beispiel die Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien und Polen. Die illegalen Käfig-Eier aus der ausländischen Hühnerhaltung kommen weiter in den Handel, zum Beispiel als fertig gekochte und bemalte Ostereier. Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund oder die Aktion Tier empfehlen darum, Ostereier entweder nur im Bio-Handel zu kaufen oder gleich selbst zu bemalen.

Doch das Problem besteht auch nach Ostern weiter, denn die Eier aus der verbotenen Hühnerhaltung wandern massenweise in die Lebensmittelproduktion. Ob Nudeln, Kuchen, Kekse, Fertiggerichte, Eierlikör oder Schokoküsse: Rund 970 Millionen Eier kommen jährlich als „Trockenei“ oder „Flüssigei“ aus dem Ausland und werden hier verarbeitet. Ob sie aus legalen Käfigen oder aus illegalen Legebatterien stammen, können wir als Verbraucher kaum überprüfen, denn nur die wenigsten Hersteller geben auf der Zutatenliste die Herkunft der Eiprodukte an. 
 Wo Sie Informationen über die Hühnerhaltung finden

So kann man sich also kaum informieren, ob es bei der Hühnerhaltung mit rechten Dingen zuging. Immerhin werden es aber langsam mehr Firmen, die offiziell einen Verzicht auf Eier und Eiprodukte aus der verbotenen Käfighaltung garantieren. Wer es genau wissen möchte, findet eine Hersteller-Liste dazu auf der Seite des Deutschen Tierschutzbunds. Die Aktion Tier e.V. gibt auf ihrer Seite zur Hühnerhaltung in Käfigen ebenfalls viele Infos und Tipps.

Hühnerhaltung: Auch die neuen Käfige sind nicht artgerecht


Ein weiteres Problem aus Sicht der Tierschützer: Zwar muss hierzulande kein Huhn mehr in der Legebatterie leben, doch von einem glücklichen Hennendasein ist die Mehrheit trotzdem weit entfernt. Denn derzeit fristet noch jedes fünfte Huhn sein Dasein in einem sogenannten “ausgestalteten Käfig” (auch Kleingruppenhaltung genannt). Eine Verbesserung bei der Hühnerhaltung? Sicher, sagen Tierschützer, aber nur eine minimale. Denn mit 890 statt früher 550 Quadratzentimetern haben die Hennen nicht wesentlich mehr Platz; auch die mit dieser neuen Form der Hühnerhaltung eingeführten Neuerungen wie Sitzstangen oder Bereiche zum Scharren und zur Eiablage sind alles andere als artgerecht.

Tierschutzorganisationen fordern darum die komplette Abschaffung der Käfighaltung. Bislang ohne Erfolg, diese Form der Hühnerhaltung soll in Deutschland noch für Jahrzehnte erlaubt bleiben.

Hühnerhaltung: Was Verbraucher tun können
Wer Eier aus der Hühnerhaltung in Käfigen nicht essen möchte, hat einige Möglichkeiten, sie konsequent zu vermeiden:

  • Achten Sie auf die Verpackung von Eiern: Es muss darauf stehen, aus welcher Form der Hühnerhaltung sie stammen. Wenn Sie Eier von „glücklichen Hühnern“ bevorzugen, raten Verbraucher- und Tierschützer zu Eiern aus „Freilandhaltung“, am besten aber aus ökologischer Haltung bzw. zu Bio-Eiern.

  • Auch wer Eier ohne Verpackung kauft – zum Beispiel auf dem Wochenmarkt – kann die Herkunft und Form der Hühnerhaltung feststellen. Lesen Sie den seit 2004 für alle Eier vorgeschriebenen Code auf der Schale: 1 DE-23457 bedeutet zum Beispiel, dass das Ei aus Deutschland und aus Freilandhaltung kommt.
Achtung: Die erste Ziffer steht immer für das Haltungssystem.

0 = Eier aus ökologischer Erzeugung
1 = Eier aus Freilandhaltung
2 = Eier aus Bodenhaltung
3 = Eier aus Käfighaltung (Kleingruppenhaltung)

  • Schauen Sie sich die Zutatenliste bei Fertigprodukten genau an: steht dort nichts über die Herkunft von verwendetem Trocken- oder Flüssigei, besteht ein hohes Risiko, dass das Produkt mit Eiern aus verbotener Kleinkäfighaltung hergestellt wurde.

  • Wer fertig gekochte und bemalte Ostereier, Kuchen, Kekse, Nudeln und andere Fertigprodukte mit Ei im Bio-Handel kauft, ist auf der sicheren Seite: Bio-Hersteller dürfen für ihre Produkte keine Eier von Hühnern aus Käfighaltung verwenden.
(koe)
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