Hunger hier, Verschwendung dort | EAT SMARTER
13
2
Drucken
2
Hunger hier, Verschwendung dortDurchschnittliche Bewertung: 4.61513

Welthungerbericht 2015

Hunger hier, Verschwendung dort

Jeder neunte Mensch weltweit hat nicht genug zu essen. Das geht aus dem neuesten Bericht der Welthungerhilfe hervor. Auf der anderen Seite stehen die 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, die jedes Jahr entweder verloren gehen oder verschwendet werden. Was können wir im Kleinen gegen diese Verschwendung tun?

Die gute Nachricht: Die Zahl der hungernden Menschen hat sich seit 1990 verringert. Die schlechte: Noch immer leiden weltweit etwa 795 Millionen Menschen an Hunger, unter ihnen viele Kinder. Die meisten unterernährten Menschen leben in Asien und Afrika, dabei vor allem in Breitengraden südlich der Sahara, geht aus dem Welthungerbericht 2015 von drei UN-Ernährungsorganisationen hervor, der Ende Mai in Rom vorgestellt wurde.

Auf dem anderen Blatt steht eine gigantische Zahl der Lebensmittelverschwendung: Ein Drittel aller Nahrung weltweit geht nach Schätzung von Experten verloren, sagte
José Graziano da Silva, Direktor der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, der ZEIT.

Als erstes Land in Europa hat Frankreich unlängst ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung erlassen: In den Supermärkten unseres Nachbarlandes dürfen unverkaufte Lebensmittel künftig nicht mehr weggeworfen werden, sondern sollen gespendet, als Tierfutter genutzt oder kompostiert werden.

Doch auch im Kleinen können wir etwas tun, um die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen:

1. Mindesthaltbarkeitsdatum hinterfragen

Viele Menschen sind unsicher, ob sie ein Produkt nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch essen dürfen. Aus Unsicherheit werfen sie Joghurt, Käse oder Brot lieber weg, Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nur ein von den Herstellern vorgegebener, anhand von Versuchen berechneter Wert. "Es sagt aber eben nur aus, wie lange das Produkt unter den vorgegebenen Lagerungsbedingungen mindestens haltbar ist", so Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg; "Joghurt beispielsweise, Schokolade, Reis oder Nudeln muss man nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht wegwerfen." Die Experin rät, sich auf die Sinne zu verlassen, "Wenn das Produkt noch gut riecht, sich nicht verfärbt hat und sich auch keine Gase oder Schimmel gebildet haben, kann man es noch essen."

2. Mit Bedacht einkaufen

Den Wocheneinkauf gleich in einem Rutsch zu erledigen, klingt verlockend. Doch Salat, Gemüse und auch Aufschnitt sehen nach einer Woche im Kühlschrank oft nicht mehr ansehnlich aus. Ein Tipp von Starköchin und EAT SMARTER-Bloggerin Cornelia Poletto: "Planen Sie Ihren Einkauf. Auch wenn Sie keine strenge Einkaufsliste schreiben müssen, ist es von Vorteil, den Einkauf vorher grob zu planen. Denn wer sich all zusehr vom riesigen Angebot verlocken lässt, hat hinterher vielleicht viele Früchte im Einkaufswagen, aber den Salat fürs Abendessen vergessen. Wenn man hingegen ungefähr weiß, was man kochen will, kauft man gezielter und hat trotzdem die Wahl."

3. Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittel halten länger und schmecken besser, wenn sie richtig gestaut werden. Salat, Gemüse, Kräuter und leicht verderbliches Obst gehören in das Gemüsefach. Direkt über dem Gemüsefach ist es am kältesten, da kalte Luft nach unten sinkt. Bei etwa 2 bis 4 Grad ist hier der richtige Platz für leicht Verderbliches wie zum Beispiel Fisch, Fleisch oder Wurst. Im Mittelteil (die Temperatur beträgt dort 4 bis 6 Grad) lagern Milchprodukte. Darüber stehen, bei etwa 8 Grad, gut abgedeckt Reste von fertigen Speisen, angebrochene Marmeladengläser, Antipasti oder Gurken. In der Kühlschranktür ist es am wärmsten: Bei milden 10 Grad sind Eier und Butter gut aufgehoben. Flaschen und Tuben gehören hier ebenfalls hin.

4. Richtige Portionsgrößen kochen

Hier eine Kartoffel zu viel, dort ein kleiner Rest Nudeln im Topt – häufig sind es kleine Portionen, die übrig bleiben und dann entsorgt werden. Der beste Trick, dies zu umgehen: Schon vor dem Kochen richtig portionieren. Hier geht es zur Übersicht der Portionsgrößen.

5. Reste kreativ verwerten

Wohin mit den überzähligen Kartoffeln, dem Rest Bolognese oder dem übrig gebliebenen Eintopf? Am einfachsten ist es, Lebensmittelreste einzufrieren – optimalerweise in einzelnen Portionen. So haben Sie eine unkomplizierte und schnelle Alternative, wenn Ihnen einmal keine Zeit zum Kochen bleibt. Sie können aus den Resten aber auch ganz neue Gerichte zaubern. Wir hätten da ein paar Ideen...

Ähnliche Artikel
Sushi mit Algen
Jodhaltige Lebensmittel zeigen wir hier!
Personen im Supermarkt
Die Welternährungsorganisation berichtet
Junge Frau mit abgelaufenen Waren im WeFood Supermarkt in Kopenhagen
29.02.2016
Nur abgelaufene oder beschädigte Waren, dafür günstiger.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Prima, dass auch mal sozialkritische Themen angesprochen werden.
 
Ich würde hier noch erwähnen das der größte Teil der Getreide und soja Ernte an Schlachttiere verfüttert wird. Wenn wir denn imenzen Fleisch Konsum reduzieren würden. Wäre das auch eine Lösung.