Hungern hält das Hirn fit | EAT SMARTER
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Kalorienarme Ernährung

Hungern hält das Hirn fit

Schon seit längerem wird vermutet, dass eine kalorienreduzierte Ernährung die Alterungsprozesse in unserem Gehirn hinauszögert. Eine internationale Forschergruppe will nun den Grund dafür gefunden haben. Nach einem Versuch an Tieren identifizierten die Wissenschaftler ein bestimmtes Protein, das bei einer reduzierten Ernährung stärker ausgebildet wird und so die Bildung von schützenden Stoffwechselprozessen in unserem Gehirn fördert.

Wer weniger isst, hält sein Hirn länger fit. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe, nachdem sie Mäuse für längere Zeit auf Diät setzten. Die Tiere, die nur etwa 70 Prozent ihrer normalen Nahrungsmenge bekamen, bildeten dabei häufiger ein bestimmtes Protein in ihrem Gehirn aus. Dieses Molekül heißt CREB1 und es löst Stoffwechselprozesse aus, durch die unser Gehirn langsamer altert und länger funktionsfähig bleibt.

"Unsere Ergebnisse identifizieren zum ersten Mal einen wichtigen Mittler für die Wirkung einer Diät auf unser Gehirn", sagt Studienleiter Giovambattista Pani. Die Studie liefere daneben wichtige Erkenntnisse, warum Übergewicht häufiger mit schlechteren geistigen Leistungen auftritt. Die Studie ist im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen.

Zu viele Kalorien sind schlecht für das Gehirn
Schon seit längerem vermuten Forscher, dass sich eine kalorienhaltige Ernährung negativ auf unser Gehirn auswirkt. So zeigten amerikanische Forscher im Januar 2011, dass Junk-Food bestimmte Regionen im Hirn verkleineren kann. Daneben ist auch bekannt, dass die Hirne von übergewichtigen Menschen schneller altern und anfälliger für Demenzen sind. Die Forscher glauben in dem Molekül CREB1 nun eine Möglichkeit gefunden zu haben, Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer besser vorbeugen zu können.

Für ihren Versuch nahmen die Forscher Tiere von zwei Mausstämmen, einem normalen Stamm und einem, der das Molekül CREB1 nicht herstellen konnte. Aus beiden Stämmen wurden je einer Gruppe sehr viel Futter verabreicht, der anderen aber nur 70 Prozent ihrer normalen Kost. Danach musste sich jede Gruppe einer Reihe Lerntests unterziehen. Das Ergebnis: Die Mäuse, die CREB1 herstellen konnten und kalorienärmer ernährt wurden, schnitten am besten ab.

Neue Erkenntnisse im Kampf gegen Alzheimer
Welche Mechanismen allerdings dahinterstecken, konnten die Wissenschaftler noch nicht herausfinden. "Unsere Hoffnung ist es, CREB1 zukünftig durch neue Wirkstoffe aktivieren zu können, ohne dass ein Patient dafür eine strikte Diät einhalten muss", sagt Pani.
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Hallo, Sehr interessanter Artikel, davon habe ich auch schon gehört. Mussten die Mäuse nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg 30% weniger kcal aufnehmen, oder musste diese "Diät" das ganze Leben lang durchgehalten werden, um einen Effekt zu erziehlen? Lg, Lena S.
 
Sagten nicht schon unsere Vor-Vorfahen:"Voller Bauch studiert nicht gern !"?