Lebensmittelsicherheit: Das ändert sich 2013 | EAT SMARTER
0
1
Drucken
1
Lebensmittelsicherheit: Das ändert sich 2013Durchschnittliche Bewertung: 41510

EU

Lebensmittelsicherheit: Das ändert sich 2013

Für mehr Lebensmittelsicherheit Für mehr Lebensmittelsicherheit

Kein Extra-Zucker mehr im Fruchtsaft, ein Limit für den Koffeingehalt in Energiedrinks und ein Verbot bedenklicher Aromastoffe: Brüssel hat für das Jahr 2013 wieder einige Änderungen im Bereich Lebensmittelsicherheit beschlossen. EAT SMARTER erklärt die wichtigsten Neuerungen.

Für das kommende Jahr hat die Europäische Union einige neue Verordnungen und Richtlinien auf den Weg gebracht, die dem Verbraucher mehr Lebensmittelsicherheit und Transparenz bieten sollen. EAT SMARTER sprach im Interview mit Verbraucherschützerin Monika Vogelpohl von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen über den Sinn und Zweck der neuen Regelungen. Aus Sicht der Verbraucherschützer gehen die EU-Beschlüsse teilweise nicht weit genug.

Mehr Lebensmittelsicherheit: Kein Extra-Zucker im Fruchtsaft

Fruchtsaft darf in Zukunft kein Zucker mehr zugesetzt werden. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssen die neue Fruchtsaftrichtlinie bis zum 28. Oktober 2013 umsetzen. Fruchtsäften dürfe demnach generell kein Zucker und auch kein Süßstoff mehr zugesetzt werden, erklärt Monika Vogelpohl.

Daran halten sich die meisten Hersteller in Deutschland bereits freiwillig. Aber ab Oktober ist dies nun Pflicht für alle Hersteller. Die Kennzeichnung „ohne Zuckerzusatz“ ist zudem nur noch mit einer Übergangsfrist  – allerdings bis zum 28. Oktober 2016 – zulässig. Achtung: Nektar und Fruchtsaftgetränke sind von der Regelung nicht betroffen. Sie können durchaus jede Menge Extra-Zucker enthalten.

Leckere und gesunde Rezepte mit Säften finden Sie in unserer Rezept-Galerie.

Verkehrsbezeichnung: Was am meisten drin ist, steht vorne

„Wenn zwei Säfte gemischt werden, müssen die verwendeten Früchte künftig in absteigender Reihenfolge in der Verkehrsbezeichnung genannt werden“, sagt Monika Vogelpohl. „Ein Erdbeer-Apfelsaft müsste dann dementsprechend mehr Erdbeeren als Äpfel enthalten.“

Doch was genau ist die Verkehrsbezeichnung? Auch sie soll für mehr Lebensmittelsicherheit sorgen. Sie erläutert die Art des Produktes und dessen charakteristische Merkmale. Die Verkehrsbezeichnung ist nicht mit dem Produktnamen zu verwechseln! Dieser kann vollkommen der Fantasie des Herstellers entsprungen sein.

Einige Hersteller nennen bisher an erster Stelle Früchte, die nur in geringen Mengen im Saft enthalten seien, ergänzt die Verbraucherschützerin. Zumindest das geht nun nicht mehr! Zusätzlich verstärkt werde die Täuschung, wenn die Abbildung auf der Verpackung besonders viele Erdbeeren zeige, obwohl fast reiner Apfelsaft enthalten sei.

Die neue Richtlinie ist zwar ein Ansatz für etwas mehr Verbrauchertransparenz, aus Sicht der Verbraucherschützerin geht sie in Sachen Lebensmittelsicherheit dennoch nicht weit genug. „Das Problem ist, dass die Verkehrsbezeichnung nicht unbedingt vorne auf der Verpackung stehen muss“, sagt Vogelpohl. Verbraucherschützer fordern, dass die Verkehrsbezeichnung für den Konsumenten eindeutig erkennbar ist und in dessen Sichtfeld steht. Dies ist aber bisher nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Mehr Informationen finden Verbraucher auf der Seite: lebensmittelklarheit.de.

Mehr Lebensmittelsicherheit: auch für Energiedrinks

Für die stark koffeinhaltigen Energiedrinks wurden neue Höchstmengen der anregenden Inhaltsstoffe festgelegt. Ab Mitte 2013 dürfen sie je Liter maximal 320 Milligramm (mg) Koffein, 4000 mg Taurin, 200 mg Inosit und 2400 mg Glucuronolacton enthalten. Auch diese EU-Verordnung hätten viele Hersteller hierzulande bereits umgesetzt, sagt Vogelpohl. Auf den Energiedrinks müsse der erhöhte Gehalt an Koffein mit „erhöhter Koffeingehalt + Mengenangabe“ gekennzeichnet werden.

Die Verordnung gilt zukünftig auch für Energiedrinks, die in Diskotheken und Gaststätten ausgeschenkt werden. „Die Wirte müssen die Angaben dann in ihrer Speisekarte vermerken oder einen Aushang machen“, erklärt Monika Vogelpohl. Die EU-Verordnung ist bereits seit dem 1. Juni 2012 in Kraft, die Übergangsfrist geht bis zum 1. Juni 2013.

Ab Dezember 2014 muss zudem folgender Hinweis für mehr Lebensmittelsicherheit auf den Energiedrinks stehen: „Erhöhter Koffeingehalt – für Kinder, Schwangere und stillende Frauen nicht empfohlen“. Den Verbraucherschützern greift diese Regelung ebenfalls zu kurz: Das Problem sei die Kombination aus Energiedrink, Sport und Alkohol. Untersuchungen hätten Hinweise darauf geliefert, dass es in Folge dieser Kombination zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen könne.

Liste regelt Aromastoffe für mehr Lebensmittelsicherheit

Eine weitere Verordnung regelt die Nutzung von Aromastoffen in Lebensmitteln. Mehr als 2100 zugelassene Stoffe sind in der Aroma-Liste aufgeführt, die ab dem 22. April 2013 gilt und in einer Online-Datenbank (auf englisch) für jeden Verbraucher öffentlich zugänglich ist. Bei 400 weiteren, ebenfalls aufgelisteten Aromastoffen erfolgt noch die Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Bis dahin dürfen sie auf dem Markt bleiben. Alle nicht aufgeführten Aromastoffe sind nach einer 18-monatigen Übergangsfrist verboten, heißt es bei der Verbraucherschutzzentrale. Zugelassen sind alle Aromastoffe, die aufgrund der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse für unbedenklich erklärt wurden. 
Ähnliche Artikel
Bio-Siegel im Check
Nachhaltig, umweltschonend, artgerecht: In Deutschland gibt es über 100 Ökolabels und Bio-Siegel. EAT SMARTER stellt die wichtigsten vor.
Kann man sich darauf verlassen, dass Importware aus dem Ausland auch wirklich Bio ist? EAT SMARTER stellt Ihnen die Fakten zu Bio aus dem Ausland vor und erklärt, worauf Sie achten sollten.
Sahne
Ob kalte oder warme Küche, ob herzhafte oder süße Gerichte, ob scharfer Dip oder fruchtige Creme, ob feine Torte oder pikante Tarte – alles ohne Sahne kaum vorstellbar. EAT SMARTER stellt die wichtigsten Sahnesorten und ihre speziellen Vorzüge vor.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
und was ist mit zucker zufuhr in milch?