Lust auf fettes Essen könnte vererbt sein | EAT SMARTER
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Lust auf fettes Essen könnte vererbt seinDurchschnittliche Bewertung: 4151

Dickmacher-Gen entdeckt

Lust auf fettes Essen könnte vererbt sein

Forscher versuchen seit langem zu erklären, warum viele Menschen eine so große Lust auf fettes Essen haben. Nun haben britische Wissenschaftler ein Gen entdeckt, das unseren Hunger und Appetit reguliert. Ist es aktiver, essen wir mehr. Vor allem fettiges Essen.

Woher kommt sie nur, die Lust auf fettes Essen? Manchmal haben wir diesen Heißhunger auf Gehaltvolles. Und das, obwohl wir doch eigentlich wissen, dass wir gar nicht so viel Fettiges essen müssten. Oder etwa doch? Englische Forscher haben nun ein Gen entdeckt, das zumindest bei den Europäern die Lust auf fettiges Essen fördert. Genau genommen geht es um das Neuropeptid Galanin. Dieses Peptid ist an einer Reihe von biologischen Prozessen beteiligt – darunter auch an der Stimulation von Hunger. In Tierversuchen wiesen Forscher bereits nach, dass ein erhöhter Anteil an Galanin die Lust auf fettreiches Essen und Alkohol enorm steigert.

Gene machen uns fettes Essen schmackhaft

Und offenbar auch bei den Europäern, wie britische Forscher nun in der Zeitschrift „Neuropsychopharmacology“ berichten. Demnach verfügen europäische Menschen über ein „aktiveres“ Galanin-Gen, sodass sie tendenziell eher zu fettigem Essen greifen. Nach Ansicht der Forscher könnte das einen guten Grund haben. Denn als die Menschen noch in Höhlen lebten, war fetthaltiges Essen überlebensnotwendig, vor allen Dingen in der Winterzeit. „Deshalb haben die Menschen im Westen gelernt, eine Ernährung zu favorisieren, die reich an Fett und Alkohol ist“, sagt der Studienautor Alasdair MacKenzie. Die Menschen, die damals fettreich aßen, hatten größere Vorteile. Gesundheitliche Folgen brauchten sie damals nicht zu befürchten. In der Regel lebten die frühen Europäer sowieso nicht länger als 40 Jahre. Doch im Lauf der Zeit wurden die Menschen in Europa älter , das „aktivere“ Galanin-Gen blieb jedoch. Somit könnte erklärt werden, warum viele Europäer nach wie vor noch gerne zu fetthaltigem Essen greifen.

Asiaten haben ein „fauleres“ Galanin-Gen

Doch allein durch die Gene lässt sich die Lust leider nicht erklären. Im Vergleich zu den Europäern haben asiatische Menschen ein „fauleres“ Galanin-Gen. Somit haben sie eigentlich auch weniger Lust auf fettiges Essen. Doch vor Übergewicht sind sie trotzdem nicht geschützt. MacKenzie räumt ein: Kommen asiatische Menschen mit westlichen Ernährungsgewohnheiten in Berührung, können sie diese schnell übernehmen. Immerhin essen auch immer mehr Asiaten kaum noch traditionell. Beispiel China: Hier hat sich der Fleischkonsum in den letzten 20 Jahren vervierfacht. Ernährungsbedingte Krankheiten haben mittlerweile längst auch in diesen Ländern Einzug gehalten. Der Hang zu fettigem Essen könnte bei Europäern zwar genetisch bedingt sein, allein dadurch lässt sich die Lust auf fettiges Essen aber wohl nicht erklären.

Galanin steuert auch das Angstverhalten

Doch daneben machten die Forscher noch ein andere Entdeckung: Das Galanin-Gen hat auch einen Einfluss auf die Stimmung, es reguliert die Aktivität von Zellen in der Amygdala. Dieser Bereich im Gehirn steuert unter anderem das Angstverhalten. Nach Angaben der Forscher traten beide Gene hier häufig mit einer zusätzlichen Genvariante auf, die an der Entstehung von Depressionen beteiligt ist. Die Forscher hoffen nun, dass die Entdeckung bei der Erforschung von depressiven Störungen helfen kann.

(wil)

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Sternekoch Christian Henze
02.02.2016
Leider eher fettig als wild
Fett gegen Frust: Britische und belgische Wissenschaftler finden heraus, dass fettiges Essen Glücksgefühle auslöst-
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Super, das sag ich ab sofort auch immer: "Die Gene sind schuld" :-)))
 
So einfach ist das also ;)
 
DIE ZEITSCHRIFT HEISST ÜBRIGENS"NEUROPSYCHOPHARMACOLOGY"