Machen Lippenpflegestifte süchtig? | EAT SMARTER
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Machen Lippenpflegestifte süchtig?

Nein. Doch was man sich auf die Lippen schmiert, sollte wohl überlegt sein. Denn viele Stifte und Cremes basieren auf Mineralöl. EAT SMARTER erklärt, wie Sie gesundheitsgefährdende Substanzen erkennen und wie Sie Ihre Lippen auch ohne Erdöl geschmeidig halten.

Frau fragt sich: Machen Lippenpflegestifte süchtig?

Kälte, Heizungsluft, dicke Schals: Die dünne Haut unserer Lippen wird im Herbst und Winter besonders strapaziert. Anders als andere Hautregionen haben die Lippen keine eigenen Talgdrüsen und werden von Natur aus nur durch den Speichel geschmeidig gehalten.

Vielen Frauen – und auch einigen Männern – reicht das nicht aus: Sie cremen sich mehrfach am Tag die Lippen ein, damit die Haut nicht trocken wird.

Wer seinen Pflegestift häufiger am Tag zückt, muss sich oft anhören, seine Lippen seien mittlerweile „süchtig“ nach der künstlichen Pflege und könnten sich nicht mehr selbst versorgen – das ist nachgewiesenermaßen Unsinn. Doch wer seine Lippen mit einem Stift oder einer Creme pflegt, leckt öfter darüber und trocknet die empfindliche Lippenhaut aus – bis das nächste Mal Creme nachgelegt wird.

Vorsicht vor Produkten auf Mineralölbasis

An sich ist das Eincremen der Lippen also unkritisch. In eine wissenschaftliche Grauzone gerät jedoch, wer Lippenpflegeprodukte auf Erdölbasis verwendet. Vor allem von Lippenpflegestiften, die aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl (MOAH) enthalten, raten Verbraucherschützer ab. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit könnte MOAH sich im Körper anreichern und Krebs erregen. Von einer akuten Gesundheitsgefahr ist nicht auszugehen, mittel- oder längerfristige gesundheitliche Risiken sind aber nicht auszuschließen.

Die Stiftung Warentest hat im Frühjahr dieses Jahres 25 gängige Kosmetika auf Mineralölbasis getestet, darunter drei Lippenpflegeprodukte der Marken Labello, Blistex und Carmex. Das Ergebnis: Alle drei wiesen einen hohen MOAH-Gehalt auf. Die deutliche Empfehlung der Tester: „Von mineralölhaltiger Lippenpflege raten wir ab, weil sie über den Mund direkt in den Körper gelangen kann.“

Wie erkenne ich, dass Kosmetika Erdöl enthalten?

Mineralöl steht in der Inhaltsstoffliste auf der Verpackung – meist mit folgenden Begriffen:

  • Cera Microcristallina (Microcristallina Wax)
  • Ceresin
  • Mineral Oil
  • Ozokerite
  • Paraffin
  • Paraffinum Liquidum
  • Petrolatum

Oft finden Sie auf Kosmetik-Verpackungen Kürzel, den sogenannten INCI-Code. Auf dem Portal haut.de können Sie diesen eingeben und entschlüsseln lassen.

Mittlerweile gibt es auch spezielle Apps für das Smartphone, mit denen Sie direkt im Laden Produkte auf ihre Inhaltsstoffe scannen können, zum Beispiel „ToxFox“, „CodeCheck“ und „Kosmetik-Check“.

Natur-Kosmetika (erkennbar beispielsweise an den Siegeln Ecocert, EU-Bio-Siegel, BDIH-Siegel, NaTrue und EcoControl) ist frei von Mineralölen. Doch auch bei konventioneller Kosmetik finden Sie Produkte beispielsweise auf Bienenwachs- oder Mandelölbasis. Mit etwas Rechercheaufwand beim Einkauf können Sie sicher sein, keine Mineralöl-Produkte auf die Lippen zu schmieren.

(lin)  

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