Orangensaft gesünder als Orange | EAT SMARTER
4
4
Drucken
4
Orangensaft gesünder als OrangeDurchschnittliche Bewertung: 3.8154

Studie beweist

Orangensaft gesünder als Orange

Besonders in den Wintermonaten sind Orangen hierzulande beliebt, denn sie versorgen den Körper mit ordentlich Vitamin C und weiteren wertvollen Nährstoffen, welche die Abwehrkräfte stärken. Doch nicht die eigentliche Frucht selbst sorgt für einen Vitaminboost im Körper: Tatsächlich ist es der pasteurisierte Orangensaft, wie eine Studie jetzt beweist.

Orangensaft und Orangen

Die Studie

Wissenschaftler der Universität Hohenheim stellten bereits im März 2015 mit einem in vitro-Modell im Labor fest, dass der menschliche Körper Nährstoffe besser aus Orangensaft als aus einer Orange aufnehmen kann. Diese Ergebnisse wurden nun mit einer Humanstudie bestätigt.

Zur Vorbereitung der randomisierten Studie mussten die zwölf Probanden zunächst zwei Wochen auf Carotinoide verzichten. Grüne und rote Lebensmittel wie Tomaten, Karotten oder Spinat waren vom Speiseplan gestrichen und durften nicht verzehrt werden, damit die im Körper gespeicherten Carotinoide ausgewaschen werden können.

Nach den zwei Wochen erhielten die Probanden einmal ein standardisiertes Frühstück mit Orangen und eines mit pasteurisiertem Orangensaft. Welcher Proband welches Frühstück bekam, entschied das Zufallsprinzip. Zwischen den beiden Testphasen lagen 14 Tage. 

Nach dem Frühstück entnahmen die Wissenschaftler den Probanden innerhalb von knapp zehn Stunden acht Blutproben und bestimmten anschließend den Gehalt an Carotinoiden.

Orangen

Das Ergebnis

Die Humanstudie konnte die vorherige Annahme aus der in vitro-Studie voll bestätigen. "Orangensaft ist eine bessere Carotinoid-Quelle als eine Orange", sagt Julian Aschoff. Bei den Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass aus pasteurisiertem Orangensaft ungefähr doppelt so viele Carotinoide aufgenommen werden können wie aus einer handelsüblichen Orange, so der Diplom-Lebensmittelingenieur weiter.

Dies liege an der Herstellung des Safts, wie der Initiator der Studie, Prof. Dr. Dr. Reinhold Carle, erklärt: "Bei der Herstellung des Orangensaftes werden Ballaststoffe wie beispielsweise Pektin oder auch Cellulose teilweise abgetrennt. Diese Stoffe hemmen die Absorption von Carotinoiden während der Verdauung".

In der Orange seien mehr unverdauliche Ballaststoffe enthalten als im Saft, weshalb die Aufnahme der Carotinoide aus der Frucht stark vermindert sei, so Carle weiter.

Orangensaft und Orangen

Orangensaft kann zu einer gesunden Ernährung beitragen

Die Konsistenz spiele bei der Nahrungsaufnahme eine wichtige Rolle: "Beim Zerkauen der Orange wird die Frucht nie komplett zerkleinert. Viele Zellen bleiben deswegen intakt und schließen die Carotinoide ein. Das erschwert ihre Aufnahme und Verwertung", erklärt Julian Aschoff. 

In Maßen konsumiert, also ein Glas Orangensaft mit 200 Milliliter pro Tag, könne das fruchtige Getränk zu einer gesunden Ernährung beitragen und den menschlichen Körper mit den Nährstoffen versorgen, die der Körper benötigt, so das Resultat der Forscher.

(jbo)

Ähnliche Artikel
Senkt Orangensaft den Blutdruck?
Kann Orangensaft dabei helfen den Blutdruck zu senken? Erfahren Sie hier mehr.
Warenkunde Orangen
Orangen sind reich an Vitamin C.
Orangen gesund
Die Zitrusfrucht kann Krankheiten vorbeugen.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Wenn ich das richtig verstehe, geht es also lediglich um die Konsistenz. Die Erklärung erscheint mir auch logisch. Hier wird allerdings nichts zu frisch gepresstem Orangensaft gesagt. Ich kann mir nicht vorstellen das der pasteurisierte Orangensaft gesünder ist.
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Bearnaisechen, bei dieser Studie wird lediglich die verbesserte Aufnahme von Carotinoiden beobachtet. Da der Saft der Orange natürlicherweise Fruchtzucker enthält, kommt die Empfehlung von 200 ml am Tag zustande. Viele Grüße von EAT SMARTER
 
Orangensaft pasteurisiert?? Warum das denn? Und warum nur ein Glas am Tag? Ist mehr dann wieder schädlich?
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Lieber Cerredutti, Orangensaft wird pasteurisiert, um ihn länger haltbar zu machen. Beim Pasteurisieren wird der Saft für eine kurze Zeit auf mindestens 75 Grad erhitzt. Dieses Verfahren dient der Abtötung von krankmachenden Keimen. Da Orangen natürlicherweise Fruchtzucker enthalten, sollte er nur in Maßen genossen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher eine Menge von 200 ml Saft pro Tag. Als Durstlöscher sollten lediglich Wasser sowie ungesüßte Früchte- und Kräutertees auf dem Speiseplan stehen. Viele Grüße von EAT SMARTER