Produkte mit Palmöl – Verbrauchertipps | EAT SMARTER
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Palmöl – Das Öl aus dem UrwaldDurchschnittliche Bewertung: 4.71513

Palmöl – Das Öl aus dem Urwald

Schokolade, Margarine, Waschmittel: In fast jedem Supermarkt-Produkt steckt Palmöl. Doch der massenhafte Anbau von Ölpalmen ist eine große Gefahr für den Regenwald und seine Bewohner. Wir informieren darüber, in welchen Produkten Palmöl steckt, und wie Verbraucher verantwortungsvoll handeln können, ohne komplett auf Produkte mit Palmöl zu verzichten.

Die Zahl ist beeindruckend: 53 Millionen Tonnen Palmöl wurden im Jahr 2013 produziert, Tendenz steigend. Das Öl, das aus Kern und Fruchtfleisch der Frucht der Ölpalme gewonnen wird, ist ein wahres Multitalent: Es hat einen hohen Schmelzpunkt, weshalb es Lebensmitteln eine cremige Textur verleiht.

Gleichzeitig lässt es sich sehr hoch erhitzen; daher steckt es in Brat- und Frittierfett wie Palmin. Billig in der Produktion, lässt sich Palmöl sowohl zu Biodiesel verarbeiten als auch zu Kuchenglasur, Schokolade, Mascara und Seife. Tausende Produkte mit Palmöl gibt es in jedem Supermarkt. 

So weit, so gut, könnte man jetzt denken: ein schnell nachwachsendes, äußerst flexibel einsetzbares Naturprodukt, dieses Palmöl.

Für Palmöl-Plantagen wird Urwald gerodet

Ein Blick in die Regenwälder Südostasiens offenbart die dramatische Kehrseite: Um den weltweiten Hunger der Industrie nach Palmöl zu stillen, werden vor allem im Malaysia und Indonesien im großen Stil Regenwälder abgeholzt oder Waldflächen einfach abgebrannt. An ihre Stelle tritt eine Monokultur, die keinerlei Lebensraum für Flora und Fauna bietet, geschweige denn Schutz vor Überflutung oder Erosion. Seit 1990 hat sich die Anbaufläche für Ölpalmen weltweit verdoppelt, in Indonesien sogar verzehnfacht (Quelle: WWF).

Palmölplantagen bedecken weltweit inzwischen zwölf Millionen Hektar Fläche – das ist ein Drittel Deutschlands! Ein intakter Regenwald ist nicht nur wichtig für das Klima weltweit, er ist auch Lebensraum gefährdeter Tierarten wie Orang-Utan und Tiger. Die Brandrodung des Waldes macht vor allem den Orang-Utans zu schaffen: Immer wieder kommen die seltenen Menschenaffen in den Flammen zu Tode.

Ohne Palmöl geht es auch nicht

Doch Palmöl komplett zu boykottieren ist auch keine Lösung, das sagen Umweltverbände wie WWF oder Greenpeace. Denn grundsätzlich ist Palmöl kein schlechtes Öl: Es braucht weniger Platz und Zeit zum Anbau als vergleichbare Ölpflanzen. So lässt sich auf relativ geringer Fläche ein großer Teil des weltweiten Bedarfs an Pflanzenölen decken. Um einen vergleichbaren Ertrag beispielsweise an Sojaöl zu erreichen, müsste die Anbaufläche mehr als doppelt so groß sein. Für viele kleine Bauern in Südostasien ist der Anbau von Ölpalmen außerdem der Ausweg aus der Armut. 

Doch der Anbau von Palmöl – da sind sich die Experten einig – muss sich radikal ändern. Ansonsten sind die grünen Regenwälder Südostasiens bald Geschichte.
Leider sind die meisten Produzenten von Palmöl von einem ökologisch, ökonomisch und sozial verträglichen Standard noch weit entfernt.

Seit 2008 gibt es zwar den Zusammenschluss „Runder Tisch für Palmöl“ (RSPO), der gewisse Mindeststandards in der Produktion festlegt und ein Zertifikat vergibt. Das RSPO ist kein Öko-Label: Es geht darum, dass auf der Plantagen mehr für Arbeitsbedingungen und Umweltschutz getan wird, als es die Gesetze des jeweiligen Landes vorschreiben. Auch wird das Label nur an Flächen vergeben, für die seit 2005 kein Regenwald gerodet wurde.

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