Rotes Fleisch kann die Lebenserwartung senken | EAT SMARTER
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Forscher warnen

Rotes Fleisch kann die Lebenserwartung senken

Rotes Fleisch Rotes Fleisch

Als Steak, Schnitzel, Salami oder Schinken ist rotes Fleisch für viele Menschen ein wahrer Genuss. Doch nun warnen Forscher: Wer täglich rotes Fleisch isst, kann damit seine Lebenserwartung deutlich verkürzen. Denn rotes Fleisch kann das Risiko für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder verschiedene Krebserkrankungen deutlich erhöhen.

Rotes Fleisch schmeckt zwar lecker, zuviel davon kann auf Dauer aber krank machen und die Lebenserwartung verkürzen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Havard School of Public Health in Boston. Die Studie habe gezeigt, dass der tägliche Konsum von rotem Fleisch das Risiko für einen vorzeitigen Tod deutlich erhöhe, schreibt Autor Frank Hu in der Studie, die im Fachblatt „Archives of Internal Medicine“ erschienen ist.

Rotes Fleisch kann auf Dauer krank machen
Hinweise darauf, dass zu viel rotes Fleisch auf Dauer viele Krankheiten begünstigen kann, gibt es schon länger. So hatten die Bostoner Wissenschaftler um Frank Hu und An Pan bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass rotes Fleisch das Risiko für Diabetes erhöhen kann. Nun wollten sie herausfinden, inwieweit rotes Fleisch die Lebensdauer verkürzen kann. Für ihre Untersuchung stützen sich die Wissenschaftler auf die Daten von rund 121 000 Teilnehmern, die rund 28 Jahre lang zu ihrem Ernährungsverhalten befragt wurden. In der Zeit waren 23926 Menschen gestorben, 5910 an einem Herzinfarkt und 9464 an Krebs.

Zusammenhang zwischen rotem Fleisch und Krankheiten
Die Forscher interessierte nun der Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Konsum von rotem Fleisch. Zur Sorte rotes Fleisch gehören Produkte von Schwein, Rind, Schaf oder Ziege. Bei der Auswertung unterschieden die Wissenschaftler zwischen verarbeitetem rotem Fleisch (rotes Fleisch als Wurst oder Schinken) und rotem Fleisch, das nicht weiter verarbeitet wurde (rotes Fleisch als Steak oder Schnitzel). Aus der durchschnittlich verzehrten Menge wurden dann entsprechende Portionen ermittelt: Eine Portion unbearbeitetes rotes Fleisch entsprach 85 Gramm, eine Portion verarbeitetes rotes Fleisch entsprach – je nach Sorte – (13 bis 45 Gramm).

Um zu einem möglichst genauen Ergebnis zu kommen, berücksichtigten die Wissenschaftler in ihren Berechnungen auch Faktoren wie BMI, Alter, Alkohol- oder Zigarettenkonsum, tägliche Bewegung, familiäre Vorbelastungen oder bereits vorhandene Krankheiten. Dabei kamen sie zu diesem Ergebnis:

- eine täglich verzehrte Portion unbehandeltes, rotes Fleisch erhöht das Risiko für einen frühzeitigen Tod um 13 Prozent,
- eine täglich verzehrte Portion verarbeitetes, rotes Fleisch erhöht das Risiko für einen frühzeitigen Tod um 20 Prozent.

Wie sich rotes Fleisch ersetzen lässt
Als mögliche Gründe nennen die Wissenschaftler, dass rotes Fleisch vor allem durch den hohen Gehalt an Eisen oder Transfetten das Risiko bestimmter Erkrankungen erhöhen kann. Bei behandelten Fleischsorten könnten vor allem die Nitrite und Nitrate den Insulinspiegel beeinträchtigen. So erhöhte sich das Risiko für eine Herz- Kreislauferkrankung um 18 bzw. 21 Prozent (unbehandeltes, verarbeitetes rotes Fleisch.) Das Risiko für eine Krebserkrankung stieg um 10 bzw. 16 Prozent.

Am Ende bleibt also die Frage: Sollte man lieber komplett auf rotes Fleisch verzichten? Das sei nicht zwingend notwendig, dennoch sei es ratsam, rotes Fleisch ab und zu durch andere Lebensmittel zu ersetzen. Wissenschaftler Frank Hu bemerkt, dass rund 9,3 Prozent der Todesfälle bei den Männern und 7,6 Prozent der Fälle bei den Frauen hätten vermieden werden können, wenn die Personen im Schnitt nur eine halbe Portion rotes Fleisch am Tag gegessen hätten und stattdessen häufiger zu Geflügel, Fisch, Nüssen, Hülsenfrüchte, Vollkornbrote oder Milchprodukte gegriffen hätten. Denn diese Lebensmittel können nach Angaben der Forscher das Sterberisiko senken.

Der Fleischverbrauch in Deutschland
Rotes Fleisch gehört in Deutschland nach wie vor zu den beliebten Lebensmitteln. Nach Angaben des deutschen Fleischer-Verbandes verzehrt jeder Deutsch im Schnitt mit 61 Kilo im Jahr, etwa 48 Kilo davon sind rotes Fleisch. Zum Vergleich: Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 15 bis 30 Kilo Fleisch pro Kopf und Jahr, was einer täglichen Verzehrmenge von 40 bis 85 Gramm entspricht. EAT SMARTER verrät Ihnen, wie Sie den Fleischkonsum reduzieren können. (wil)
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An Mandy aus Hamburg Die Geschichte der Menschheit ist geprägt von Mangelernährung, Das liegt in unseren Genen verankert. Ist nicht so lange her da hatten wir in Deutschland Hungersnöte und Mangelernährung. Ich persönlich habe 1945/46 jeden Tag im Alter von 10 Jahren schmerzhaften Hunger gehabt. 1976/77 war ich Politische Gefangene des Ost-Deutschen Geheimdienstes.Dort gab es kein Rotes Fleisch, dafür jede Menge 21 Tage Arrest mit Essensentzug.Ich empfehle das Buch:" An einem dunklen Ort" Vom täglichen Hunger und der Mangelernährung habe ich Folgeerkrankungen und nicht von Völlerei.
 
Wenn man all das nicht mehr verzehren würde, was im Laufe der Zeit als bedenklich eingestuft wurde, dann würden wir vor dem vollen Teller verhungern. Außerdem kann man Ernährung nicht über einen Kamm scheren. Nicht jeder reagiert auf jedes Nahrungsmittel gleich. Diese Verallgemeinerungen und diese Panikmache ist einfach widerlich.
 
... und schon wieder ein Artikel, der von vielen ohne Kontrolle und Gegenprüfung veröffentlicht wird!!! Liest man z.B. bei Animal-Health-online so wird dieser Artikel als falsch, fehlerhaft und als nicht repräsentativ dargestellt!!! Einige "Wissenschaftler" fielen schon häufiger wegen solcher fehlerhaften, einseitigen "Ergebnisse" auf!!! ... und die (deutsche) Presse übernimmt mal wieder alles!!! ... leider wie so oft!!! :-(
 
Ich finde nicht, dass die Menschheit in einer Mangelernährung lebt. Jeder entscheidet doch selber was er essen mag und in welchen Mengen. Das hat gar nichts mit Reich und Arm zutun. Rotes Fleisch gibt es überall zu kaufen und man kann es essen wann man will. Und genauso sieht es auch mit anderen Lebensmitteln aus. Jeder ist dafür selber zuständig was er einkauft. Wenn man was haben will muss man es sich doch heutzutage nur kaufen gehen. Und so teuer sind frische Lebensmittel (sei es nun Fleisch oder Gemüse oder sonst was) auch wieder nicht.
 
Also dann: rotes Fleisch macht anfällig für allerlei Krankheiten, Geflügel bringt Antibiotikum, Salmonellen gleich mit, Käserinde ist überhaupt nicht zum Verzehr geeignet, da giftig, Sojabohnen sind gentechnisch manipuliert, auf Neuseeland soll per Gesetz der private Anbau von Lebensmitteln genehmigungspflichtig werden usw. usw.....Sonst noch nen Problem?

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