Scharfe Sache: Chili | EAT SMARTER
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Scharfe Sache: ChiliDurchschnittliche Bewertung: 51512

Das Feuer-Gewürz

Scharfe Sache: Chili

Tränen in den Augen, ein brennender Schmerz im Mund: Der Biss in eine Chili-Schote kann böse Folgen haben. Unter mehr als 3000 bekannten Sorten ist von der milden Variante bis zum unerträglichen Scharfmacher alles dabei. Schuld ist der Inhaltsstoff Capsaicin, der in unterschiedlich hoher Konzentration in den Chilis steckt. In der richtigen Dosis aber verfeinern Chilis viele Gerichte.

Die Heimat der Chilipflanzen ist Südamerika. Insbesondere dort und in Asien sind die Schoten auch heute noch besonders beliebt. Doch auch in Europa findet der Scharfmacher mehr und mehr Fans. Mehr als 3000 Sorten gibt es weltweit – allen gemein ist, dass sie ihre Farbe im Reifeprozess von grün nach rot verändern. In Geschmack und Schärfe variieren sie erheblich.
 

Der schärfste Chili der Welt

Jeder nimmt Schärfe anders wahr, dennoch kann man sie messen. Die Schärfe von Chili wird in sogenannten Scoville-Einheiten beziffert. Dieser Messwert bezieht sich auf die Konzentration der scharfmachenden Capsaiconoide, insbesondere dem Stoff Capsaicin, in den Schoten. Je mehr Capsaicin eine Schote enthält, umso schärfer ist sie.
 
Als mit Abstand schärfster Chili der Welt gilt neben dem Habanero die Sorte Bhut Jolokia. Zum Vergleich: Eine Gemüsepaprika, offiziell auch eine Chili, ist mit 0-100 Scoville-Einheiten nicht scharf – der Habanero brennt mit 200.000-300.000 Einheiten selbst hartgesottenen Chili-Fans wie Feuer im Rachen, die Sorte Bhut Jolokia brachte es bei Messungen auf mehr als 1 Million Scoville-Einheiten. Milde Peperoncini kommen auf 100-500 Scoville-Einheiten, Jalapeno auf 2.500-5.000. Die berühmte Tabasco-Würz-Sauce liegt bei etwa 4.000 Scoville. Ganz hartgesottene Chili-Fans experimentieren mit Saucen weit über diesen Werten.
 

Köstlicher Schmerz

Schärfe ist keine Geschmacksrichtung. Während man süß, sauer, salzig und bitter mit der Zunge als Geschmack wahrnimmt, empfindet man die Schärfe vom Capsaicin als Hitze- bzw. Schmerzreiz. Besonders scharf ist dabei das Innenleben der Schoten: Die Plazentawand und die Scheidewände, also der weiße Teil im Inneren der Schote rund um die Samen, enthält die höchste Dosis Capsaicin. Entfernt man diese Teile, kann man Chili-Schoten vor der Zubereitung deutlich entschärfen und in der Küche mit ihnen experimentieren.
 
Chili passt dabei hervorragend zu Fisch, Fleisch und Gemüse. Einen Versuch wert sind aber auch die folgenden Kombinationen:
 
Chili + Kokos: Eine feine Kombination, die perfekt harmoniert und die man vor allem aus aisatischen Currys kennt. Die Kokosnuss mildert die Schärfe der Chilis.
Chili + Süße: Chili peppt auf besondere Weise süße Speisen auf, zum Beispiel in Kombination mit Schokolade oder Marmelade.
Chili + Frucht: Als Chili-Tee oder fruchtig-Scharfes Chutney – die Kombination von Chili und fruchtiger Frische geht immer.
Bei der Zubereitung gilt: Frische Schoten und auch schwarfes Gewürzpulver sollten grundsätzlich nur mit Einweghandschuhen berührt werden. Auf der Haut können sonst Irritationen und Reizungen entstehen. Zudem ist die Gefahr zu groß, mit den Fingern das Chili in die Augen zu reiben.
 

Feueralarm: Was hilft bei einem Chili-Brand?

Zu scharf gegessen? Das Capsaicin in Chili ist nicht wasser- sondern fettlöslich. Finger weg also vom Wasserglas oder erfrischenden Limonaden – sie machen alles nur noch schlimmer. Als erste Hilfe eignen sich am besten Milchprodukte. Ein Joghurt, ein Glas Milch, selbst Käse kann helfen. Deshalb wird zu vielen Chili-Gerichten auch ein Klecks Sour Cream oder Joghurt gereicht. Auch ein Stück Brot lindert den Schmerz.
 

Chili: gesunder Einheizer

Gerade in heißen Ländern ist Chili besonders beliebt. Dabei passt das Einheizer-Gewürz doch gar nicht zu den heißen Temperaturen, meint man. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Chili heizt zwar beim Essen dem Körper kurz ordentlich ein, senkt aber dann direkt und spürbar die Körpertemperatur, weil er schweißtreibend wirkt. Zudem enthält Chili reichlich Vitamin C, regt den Kreislauf an, wirkt durchblutungsfördernd und kann Thrombosen vorbeugen. Außerdem wirkt Chili im Darm antibakteriell und reduziert das Risiko für Durchfallerkrankungen. Wirkstoffe aus Chili-Schoten werden auch in der Schmerztherapie und in speziellen Wärmepflastern (Apotheke) genutzt.
 
Rezepte zum Thema: Hier finden Sie mehr als 200 Chili-Rezepte von EAT SMARTER.
 
Shopping-Tipp für Wagemutige: Die schärfsten Chili-Saucen des Landes gibt es zum Beispiel bei Suicide Sauces oder im Hotshop von Pepperworld.
 
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Laut einer Untersuchung der University of Wyoming soll Chili dabei helfen, Übergewicht zu reduzieren und das Fett schmelzen zu lassen.
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Der Chili wird nicht in Südamerika, sondern vor allem in Mittelamerika angebaut. Das Land mit den meisten Chilisorten ist übrigens Mexiko, und die Vielfalt der Schoten kommt dadurch zustande, dass es sie frisch und getrocknet gibt - damit verändern sie erheblich ihren Geschmack. Zum Beispiel wird aus dem Chile Poblano ein (getrockneter) chile pasilla. Diese Sorte ist nicht sehr scharf.
 
Es gibt weit über 3000 Sorten und die schärfste ist mittlerweile die Naga Viper mit knapp 1,3 mio Scoville
 
Ich trinke gerne einen Früchte Tee mit etwas Chili. meist die kleinen aus dem Garten
 
Die Bhut ist auch schon wieder abgelöst worden. Mittlerweile ist die Naga Viper schärfer. Außerdem sind nicht 350 Sorten bekannt, sondern weit über 3000 Sorten.
 
In Portugal heißen die Chilies "piri-piri",meist ein einheitlicher schön scharfer Genuß,auf Märkten sowohl frisch und getrocknet,im Winter Mitteleuropas eine kleine verfeinert und schärft Gulasch ungemein..

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