Sechs Tipps für eine nachhaltige Ernährung | EAT SMARTER
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Richtig essen

Sechs Tipps für eine nachhaltige Ernährung

Wer falsch isst, belastet unnötig das Klima. Allein in Deutschland fallen 20 Prozent der ausgestoßenen Treibhausgase bei der Produktion von Lebensmitteln an. Doch der Energieverbrauch lässt sich reduzieren. EAT SMARTER zeigt, wie es gehen könnte.

Der Wert lässt aufhorchen: Ein Fünftel der deutschen Treibhausgase stammen aus der Lebensmittelproduktion. Der Grund: Bei Produktion, Lagerung und Lieferung entsteht Kohlendioxid, das sich auf die Ökobilanz niederschlägt. Der hohe Wert hat häufig auch etwas mit dem Ernährungsverhalten der Verbraucher zu tun. Doch gerade hier liegt ein großes Einsparpotenzial. Im Jahr 2002 verglich eine Gießener Studie verschiedene Ernährungsstile: Im Vergleich zu konventionellen Essern sparten vor allem die Menschen CO2 ein, die sich ausschließlich biologisch und vegetarisch ernährten. Und zwar bis zu 60 Prozent. Klar, nicht jeder möchte von Heute auf Morgen seine Ernährung komplett umstellen. Doch bereits kleine Schritte können helfen, die Klimabilanz zu verbessern. Ein weiterer Vorteil: die Ernährung wird in vielen Fällen nicht nur nachhaltiger, sondern auch gesünder. EAT SMARTER verrät sechs Tipps.

Tipp 1: Mehrwegverpackungen bevorzugen

Im Supermarkt gibt es kaum ein Lebensmittel, das nicht verpackt ist. Flaschen, Beutel, Folien – sie halten die Ware frisch oder machen sie transportabel. Doch ihre Herstellung verbraucht Energie.

Wählen Sie daher Mehrwegvarianten. Am besten ist dies bei Trinkflaschen möglich. Getränke in PET-Mehrwegflaschen weisen dabei die beste Ökobilanz auf. Sie sind leichter zu transportieren als Glasflaschen und werden häufiger verwendet als die Einwegflaschen. Diesen Tipp können Sie sogar befolgen, ohne Ihre Ernährung umzustellen.

Tipp 2: Weniger Fleisch

Die Welt hat Hunger auf Fleisch. Nach Angaben der Food Agriculture Organization werden jährlich 280 Millionen Fleisch Tonnen produziert. Und das hat negative Folgen für das Klima. Rund 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase fallen bei der Produktion von Fleisch an.

Wer nun weniger Fleisch isst, kann auch den Gehalt von CO2 verringern. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes stößt ein Verbraucher sechs Prozent weniger CO2 aus, wenn er seinen Fleischkonsum um 20 Prozent reduziert. Und weniger Fleisch könnte sich gleichzeitig positiv auf die Gesundheit auswirken. Die Deutschen essen im Schnitt 160 Gramm Fleisch pro Tag, dabei reicht die Hälfte für eine gesunde Ernährung aus. Kaufen Sie daher weniger Fleisch, dafür aber von besserer Qualität. EAT SMARTER zeigt, woran Sie gutes Fleisch erkennen.

Tipp 3: Weniger Flugwaren

Doch auch für Fleisch von besserer Qualität gilt: Es sollte nicht unbedingt mit dem Flugzeug transportiert worden sein. Denn gerade dieser Transportweg verursacht sehr viel CO2. Seit langem fordern Verbraucherschützer eine entsprechende Kennzeichnung. Solange es diese noch nicht gibt, hilft gesunder Menschenverstand. Spargel oder Erdbeeren im Winter sind mit Sicherheit aus anderen Ländern eingeflogen worden. Ein Apfel aus Chile zum Beispiel benötigt im Vergleich zu einem deutschen Apfel etwa das 520fache an Energie.

Doch es gibt Ausnahmen: beim Apfel kann die Importware manchmal klimafreundlicher sein. Die Früchte haben bei uns von August bis November Saison. Kauft man nun einen deutschen Apfel im März, hat er wahrscheinlich mehrere Monate im Kühlhaus gelegen. Damit hat er eine schlechtere Ökobilanz als ein frisch geernteter Apfel aus Übersee. Vor allem dann, wenn dieser relativ klimafreundlich mit dem Schiff geliefert wurde.

Tipp 4: Nach Saison essen

Am besten ist es, wenn Sie Ihren Speiseplan daher nach saisonalen Lebensmitteln gestalten. So umgehen Sie, dass Ihr Essen auf langen Transportwegen zu Ihnen gekommen ist. Saisonal essen bedeutet zum Beispiel: Spargel ab April, Erdbeeren ab Juni und Äpfel ab August. Saisonkalender können bei der Orientierung helfen. Im Januar ist zum Beispiel Grünkohl-Zeit.

Tipp 5: Nach regionalen Produkten schauen

Generell gilt: Je kürzer die Transportwege, desto besser. Halten Sie bei Eiern, Fleisch oder Gemüse (je nach Saison) nach regionalen Produkten Ausschau. Gleiches gilt auch für Wasser und Wein. Gerade auf Wochenmärkten finden Sie Anbieter von heimischen Lebensmitteln.

Tipp 6: Bio-Produkte bevorzugen

Bio-Produkte haben im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln einen großen Vorteil: bei ihnen wird auf den Einsatz von Kunstdüngern verzichtet. Auf diese Weise lässt sich eine ganze Menge CO2 einsparen. Allerdings sollten Sie bei den Waren auf den Herkunftsort achten: Bio-Erdbeeren aus Spanien sind zwar frei von Pestiziden, die Umweltbelastung ist durch den Flug aber sehr groß.

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Die Tipps sind wirklich sehr gut - nur von Getränken in Plastikflaschen würde ich abraten, da hier nachweislich gesundheitsschädliche Bestandteile aus dem Plastik in die Getränke gelangen. Glasflaschen sind hier weitaus besser.
 
Gute Hinweise, danke!
 
20 Prozent, das hätte ich nicht gedacht, krass!