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Erfolg für den grünen Zuckerersatz

Stevia darf jetzt in den Joghurt

Eine gute Nachricht für Stevia-Fans: Künftig darf der grüne Zuckerersatz als Süßungsmittel für Bio-Joghurts verwendet werden. Das bayerische Verwaltungsgericht München bestätigte nun, dass aus Stevia gekochter Tee als Zuckerersatz nicht unter die Novel-Food-Verordnung der EU fällt, an der bislang zahlreiche Stevia-Produkte gescheitert sind. Obwohl es offiziell noch nicht zugelassen ist, könnte Stevia für viele Hersteller nun noch interessanter werden.

Aus Stevia gekochter Tee darf ab sofort als Süßungsmittel in Joghurts eingesetzt werden. Dies geht aus einem Urteil des bayrischen Verwaltungsgerichts München hervor. Zuvor hatte es einen Rechtsstreit zwischen einer Molkerei aus dem oberbayrischen Andechs und der Lebensmittelüberwachung des Landesamts Starnberg gegeben. Das Verwaltungsgericht gab der Molkerei Recht, sie darf das Produkt nun frei verkaufen.

Stevia – der kalorienfreie Zuckerersatz

Im Vergleich zu Rohr- oder Rübenzucker hat Stevia einen großen Vorteil: Der Süßstoff hat kaum Kalorien, wird unverdaut wieder ausgeschieden und macht daher nicht dick. Und auch gegenüber gängigen Süßstoffen hat das Süßungsmittel einen Vorteil: Es ist kein künstlich hergestelltes Produkt. Der Zuckerersatz wird aus der südamerikanischen Pflanze „Stevia rebaudiana“ gewonnen. In Reinform ist das Süßungsmittel bis zu 300mal süßer als normaler Zucker. Doch bislang hat sich Stevia in Europa noch nicht durchgesetzt. Der Zuckerersatz fällt nämlich unter die Novel-Food-Verordnung der EU: Hersteller, die Stevia-Produkte als Lebensmittel auf den Markt bringen wollen, müssen strenge und langwierige Zulassungsverfahren über sich ergehen lassen. Und die konnte bislang kaum ein Hersteller erfüllen.

Urteil als Signalwirkung für andere Hersteller?

Im vorliegenden Fall wollte die Molkerei aus Stevia gekochten Tee in zwei ihrer Bio-Joghurts mischen. Das Argument des Herstellers: Bei dem zugesetzten Stevia handle es sich nicht um ein neuentwickeltes Extrakt, sondern um gängigen Stevia-Tee. Und dieser werden bereits jetzt millionenfach in der EU konsumiert. Aufgrund der unklaren Rechtslage waren zwei im April angebotene Joghurts aber wieder vom Markt genommen worden. Das Gericht bestätigte nun jedoch, dass die Lebensmittelüberwachung die Molkerei nicht mehr an der Vermarktung der Produkte hindern kann. Bei den Produkten handelt es sich um den "Andechser Natur Stevia Bio-Joghurt mild" in den Sorten Orange-Sanddorn und Maracuja-Banane. Das Urteil könnte den Zuckerersatz nun auch für andere Lebensmittelhersteller wieder interessant machen. Stevia lässt sich zum Beispiel bei der Getränkeherstellung einsetzen, bereits seit 2007 experimentieren auch große Konzerne wie Coca-Cola mit dem Süßstoff. Befürworter gehen ohnehin davon aus, dass Stevia Ende des Jahres als Süßungsmittel zugelassen wird.

(wil)

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Als Stevia vor vier Jahren als Süßungsmittel zugelassen wurde, war die Begeisterung groß: Kuchen sollte man künftig auch ohne die Nachteile von Zucker backen können! Inzwischen ist – auch bei mir - Ernüchterung eingekehrt. Verschwinden Steviaprodukte vielleicht wieder aus den Regalen?
Kochen zu Zweit sorgt für Schwung in der Beziehung. Erst recht, wenn zum Kochen aphrodisierende Lebensmittel verwendet werden. Dann kann es ganz schön heiß werden.
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Hab mit der weißen Stevia (aus Reformladen) Kuchen gebacken und wirklich minimal dosiert, aber es schmeckte bitter...
 
Es ist allerhöchste Eisenbahn das dieses Mittel nun endlich zugelassen wird. Die hohe Zahl der Diabetiker in Deutschland wird es danken. Deshalb ist es auch nicht nachvollziehbar das es so lange gedauert hat, das diese Pflanze endlich hier auf den Markt kommt. Alle Süßstoffmittel, die als Zuckeraustausch auf dem Markt sind haben nachgewiesene Nerbenwirkungen und werden auch als krebserreger ausgewiesen, was bei diesem pflanzlichen Mittel nicht so ist. Es beinhaltet keine schädlichen Stoffe. In Amerika gibt es dieses Mittel schon sehr lange, warum man sich hier damit so schwer tut ist absolut nicht nachvollziehbar. Gerade im Hinblick darauf das wir Jahr für Jahr immer mehr Diabetiker in Deutschland bekommen.
 
Sehr gut, es wird Zeit, dass die Zuckerindustrie einen Riegel vorgeschoben wird. Ich benutze schon lange Stevia, in Tee's und Milchprodukte, und habe somit meinen Zuckerhaushalt um die Hälfte reduziert. Tipp von mir: Auf Ernährungs-, Famillien- und Gesundheitsmessen gehen und sich dort beraten lassen.
 
Gute Sache! Ich warte :)
 
ja ja wenn Monopole etwas verhindern wollen ... davon koennen wir hier ein Lied singen ... auf der einen seite gibts ein riesenproblem mit dem zuckerkonsum, es wird staendig vor erhoehtem konsum gewarnt und sowohl jung wie auch alt wird immer dicker weil zucker in allen lebensmitteln zu finden ist aber auf der anderen seite kommen sie gegen die zuckerindustrie nicht an weil letztere es einen dreck interessiert ob die leute vom zucker krank werden oder nicht ... ich freue mich dass Stevia jetzt wenigstens ein fuss in der tuer hat ... ob wir es je schaffen dieses Mittel in unseren produkten zu sehen das liegt leider in den sternen ... hier gibts nur monopole deshalb gabs die groessten sozialen proteste in der geschichte israels