Tinnitracks: Die App gegen Tinnitus | EAT SMARTER
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Kasse übernimmt Kosten

Tinnitracks: Die App auf Rezept

"Tinnitracks" ist die erste App, die Ärzte ihren Patienten offiziell verschreiben können. Die Kosten für die App, die gegen Tinnitus hilft, werden bislang von einer deutschen Krankenkasse übernommen.

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Ein Pfeifen oder ein Rauschen im Ohr, permanent oder in Stress-Situationen – rund drei Millionen Deutsche kennen die Krankheit Tinnitus nur all zu gut.

Mitglieder der Techniker Krankenkasse (TK) können sich ab Anfang Oktober 2015 auch eine App gegen Tinnitus bezahlen lassen. Bei Verschreibung der App "Tinnitracks" durch den HNO-Arzt zahlt die Kasse die monatlich anfallenden 19,90 Euro für die Nutzung der App. 

Die vom Hamburger Unternehmen Sonomed entwickelte medizinische App funktioniert verblüffend einfach: Hat der Hals-Nasen-Ohrenarzt erst einmal die individuelle Tinnitus-Frequenz exakt ermittelt, erfolgt die Therapie allein via Smartphone. Indem die Patienten über einen Zeitraum von zwölf Monaten mindestens 90 Minuten pro Tag ihre Lieblingsmusik hören, trainieren sie ihrem Hörzentrum den eingebildeten Ton ab.

So wirkt die App gegen Tinnitus

Ursache für das nevernzerreißende Pfeifen im Ohr ist kein reales Geräusch, sondern eine Überaktivität bestimmter Nervenzellen im Hörzentrum. Die Nervenzellen sind im Hörzentrum entsprechend ihrer Frequenz angeordnet. Je nachdem, welche Zellen überreizt werden, hat das Störgeräusch also eine andere Frequenz.

Ziel der Therapie mittels App ist es, die überaktiven Hörzellen zu beruhigen. Nachdem der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die individuelle Tinnitus-Frequenz ermittelt hat, wird diese Frequenz aus der Lieblingsmusik herausgefiltert. Das regelmäßige Hören der gefilterten Musik kann die Überaktivität der betroffenen Nervenzellen reduzieren. 

Zunächst nur in Hamburger HNO-Praxen

Den Anfang machen 30 HNO-Ärzte aus Hamburg im Rahmen eines Versorgungsvertrages zwischen der Techniker Krankenkasse und dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. Nach Aussage der Techniker Krankenkasse sollen erste Erfahrungen mit Tinnitracks als Behandlungsalternative "unter Routinebedingungen" gesammelt werden. Hat das Konzept Erfolg, profitieren Versicherte in ganz Deutschland davon. 

Patienten können unabhängig von ihrem Wohnort teilnehmen, wenn sie bei einem dieser Ärzte in Behandlung sind.

(lin)

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