Was wird hip? Trends aus der Food-Branche | EAT SMARTER
19
1
Drucken
1
Was wird hip? Trends aus der Food-BrancheDurchschnittliche Bewertung: 4.31519

Eine Expertin klärt auf

Was wird hip? Trends aus der Food-Branche

Fast Food spielt eine immer wichtigere Rolle. © karelnoppe - Fotolia.com Fast Food spielt eine immer wichtigere Rolle. © karelnoppe - Fotolia.com

„Burger-Ketten gibt es an fast jeder Ecke in deutschen Großstädten. Doch diese Art von Fast Food ist lange nicht mehr so begehrt wie noch vor 20 Jahren“, sagt die Zukunftsforscherin Hanni Rützler. Zahlreiche Quickservice-Modelle bilden eine starke Konkurrenz und überzeugen mit gesunden, frischen Alternativen. Hat das klassische Fast Food bald ausgedient?

Er sieht wenig spektakulär aus, könnte nach Ansicht seiner Erfinder allerdings schon bald die Fast-Food-Branche revolutionieren: Der in den USA entwickelte Automat „Alpha Maschine“ produziert pro Stunde rund 360 Hamburger und bietet Gourmet-Ware zu Fast-Food-Preisen, wie die Herstellerfirma Momentum Machines auf ihrer Homepage betont. Doch wird ein Burger-Automat, der Gurken und Tomaten schneiden sowie Fleisch optimal garen kann, Imbisse und Schnellrestaurants tatsächlich ersetzen?

Die Snacks der Zukunft: schnell zubereitet, aber hochwertig

Nein lautet die Antwort, wenn man der Wiener Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler Glauben schenken darf. Rützler gilt als eine der renommiertesten Zukunftsforscherinnen in Sachen Ernährung. Seit Jahren reist sie quer durch die Weltgeschichte, trifft Köche, Restaurantchefs und Gastro-Experten, um Food-Trends aufzuspüren und herauszufinden, in welche Richtung sich unsere Ernährung entwickelt. Doch eine Welt voller Burger-Automaten ist nach Rützlers Dafürhalten eher Science-Fiction als nahende Realität. Fast Food, sagt sie, sei in der Branche ein überholter Begriff. „Anbieter sprechen von Quickservice, was ganz andere Assoziationen weckt, als die eher negativ besetzte Bezeichnung Fast Food“, so die 51-Jährige. Bei der Quickservice-Systemgastronomie gehe es darum, hochwertige Speisen schnell zuzubereiten, damit man genügend Zeit habe, sie in ansprechendem Ambiente zu genießen, erklärt Rützler. Als gelungenes Beispiel für das Modell nennt die Zukunftsforscherin die beliebte Italo-Kette „Vapiano“, die inzwischen europaweit Restaurants betreibt und weiter expandiert. „Solche Konzepte werden auch in Zukunft gefragt sein“, sagt Rützler.

Qualität entscheidet

Nach Ansicht der Food-Expertin legen die Menschen inzwischen großen Wert auf qualitativ hochwertig Snacks. „Sie wollen gesund essen und genießen – und daran orientieren sich auch die Anbieter“, sagt Rützler. Selbst Fast-Food-Riesen wie McDonald’s oder Burger King, die im Hinblick auf das Warenangebot immer wieder kritisiert wurden, haben sich schließlich konsequent bewegt und gesunde Alternativen zu Burger, Pommes & Co. entwickelt. Dementsprechend ist die Snack-Auswahl heutzutage vielfältiger und geschmackvoller denn je. „Inzwischen lernen wir auch von anderen Kulturen und sind offener für kulinarische Besonderheiten“, so Rützler. Doch während in Ländern wie den USA sogenannte Fusion-Konzepte den Markt erobern – dort trifft neuerdings die asiatische auf die lateinamerikanische Küche – ist man in Deutschland im Hinblick auf Snack-Trends eher europazentriert.

Die libanesische Küche besitzt großes Potenzial

Großer Beliebtheit erfreut sich in der Bundesrepublik nach wie vor die mediterrane Kost. Abgesehen davon gewinnt auch die puristische nordische Küche mehr Aufmerksamkeit, so Rützler. Sushi und Sashimi dagegen hätten ihren Beliebtheitshöhepunkt bereits überschritten, da sich die Speisen aufgrund der notwendigen frischen Zubereitung nur schwer in „Snacking“-Konzepte integrieren ließen. „Neu und spannend ist dafür der Einfluss der libanesischen Küche, die leicht und reich an Nährstoffen ist“, sagt Rützler. Einen konkreten Snack-Trend aus diesem Bereich will die Zukunftsforscherin (noch) nicht benennen, wohl aber die Gerichte des Libanesen Yotam Ottolenghi loben, der in London „feine, komplexe Speisen mit frischem Gemüse“ zaubere. Ob sich der Trend auch in Deutschland durchsetzen wird? Das erscheint ihr zum Glück viel realistischer als ein Erfolg steriler Burger-Automaten aus den USA.

Janina Darm

Ähnliche Artikel
Esskultur in den USA, das bedeutet längst nicht mehr nur fettiges Fast Food. Trendforscherin Hanni Rützler berichtet.
Richtig gutes Brot ist wieder im Kommen
Sensual Food
Haben Sie sich schon einmal selbst beim Essen beobachtet? Zum Beispiel wenn Sie müde und hungrig sind und dann endlich der Teller auf den Tisch kommt? Ich esse in solch einer Situation meist schneller und achte viel zu wenig auf den Geschmack des Gerichts. Und der Teller ist dann leer, ehe sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Und danach spüre ich, dass ich zu viel gegessen habe und ärgere mich darüber, dass tolle Essen gar nicht richtig – das heißt mit allen Sinnen – genossen zu haben.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Das mit dem Sushi stimmt nicht so recht. In London gibt es eine Kette die es sehr wohl schafft hier frische Produkte als Snack bzw.als vollwertige Mahlzeit anzubieten, die sind Mega lecker und leider in Deutschland noch nicht zu haben. Auch andere fast Foodketten sind hier viel weiter, was gesunde und biologische Kost angeht, als in Deutschland,was nicht wirklich verwundert hat