Übergewicht: Veränderte Hirnregionen könnten Auslöser sein | EAT SMARTER
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Übergewicht: Veränderte Hirnregionen könnten Auslöser seinDurchschnittliche Bewertung: 31514

Mollige Frauen sind impulsiver

Übergewicht: Veränderte Hirnregionen könnten Auslöser sein

Übergewicht kann das Entscheidungsverhalten von Frauen beeinflussen. Dies geht aus einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts hervor. Insgesamt agierten die übergewichtigen Frauen risikofreudiger. Auf der Suche nach möglichen Gründen hierfür wurden die Forscher in den Hirnregionen der Probandinnen fündig.

Übergewichtige Frauen entscheiden sich spontaner, impulsiver und sind insgesamt risikofreudiger. Das geht aus einer Untersuchung des Leipziger Max-Planck-Institus hervor. Die Forscher vermuten, dass Veränderungen in bestimmten Hirnregionen für dieses Verhalten verantwortlich sind. Im Umkehrschluss könnte das risikofreudigere Verhalten auch der Grund für das Übergewicht sein. In ihrer Untersuchung hatten die Wissenschaftler normal- und übergewichtige Frauen und Männer zum Glückspiel eingeladen, ehe sie dann die Hirnstrukturen analysierten. Für den Verhaltenstest hatten die Forscher das computergestützte Kartenspiel „Iowa Gambling Task“ eingesetzt. Die Teilnehmer konnten zwischen zwei Spielkartenstapeln wählen, die mit unterschiedlichen Erfolgs- und Risikoaussichten belegt waren. Mit diesem Test konnten die Forscher auch auf das Essverhalten der Probanden schließen. "Im Prinzip spiegelt dieser Test die tägliche Abwägung zwischen kurzfristiger Befriedigung durch übermäßiges Essen und den langfristig negativen Auswirkungen auf den Körper wider", sagt Annette Horstmann, Erstautorin der Studie. Übergewichtige Frauen insgesamt risikofreudiger
Die Beobachtung: Übergewichtige Frauen entschieden sich immer wieder für Spielvarianten, die kurzfristig attraktiver erschienen, langfristig aber zu höheren Verlusten führen konnten. Männer entschiedenen sich, egal ob dick oder dünn, generell für die risikoreiche Variante. Einzig die schlanken Frauen blieben zurückhaltend: Sie lernten im Lauf des Spiels, den Stapel zu meiden, der auf Dauer zu Verlusten führte.
Danach untersuchten die Forscher mit Hilfe der Magnetresonanztomografie verschiedene Hirnregionen der Probanden. Bei den übergewichtigen Teilnehmern zeigten sich Veränderungen in den Hirnregionen auf, die an der Verarbeitung von Belohnungsreizen und Sättigungsempfinden beteiligt sind. Bei den Frauen fanden sich daneben aber auch Veränderungen in Gebieten, die für die Verhaltenskontrolle verantwortlich sind. Gehört Übergewicht zu den Suchtkrankheiten?
Und um diese Regionen ging es: die Forscher maßen die Größe der grauen Hirnsubstanz. In diesem Hirnareal sitzen Nervenzellkörper, die für die Verarbeitung von Nervensignalen verantwortlich sind. Übergewichtige Personen hatten im Schnitt mehr graue Substanz in den Hirnregionen. Daneben war auch der Hypothalamus bei übergewichtigen Männern und Frauen vergrößert. Diese Region ist an der Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühlen beteiligt.
Der Unterschied zwischen übergewichtigen Männern und Frauen: bei den Frauen waren die Bereiche stark verkleinert, die an der kognitiven Verhaltenskontrolle beteiligt sind. "Die damit einhergehende mangelnde Impulskontrolle ist ein weiteres Indiz dafür, Übergewicht bei ansonsten gesunden Personen in den Bereich der Suchterkrankungen einzuordnen", sagt Annette Horstmann. Wäre dies der Fall, könnte man Übergewicht zu den Suchtkrankheiten zählen. Die Ergebnisse könnten nun dazu beitragen, mögliche Therapien geschlechtsspezifischer abzustimmen.
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Naja, aber viel ist auch Veranlagung...
 
Ich denke, auch das ist kein Beweis. Ich lebe vorübergehend seit nunmehr drei Jahren in den USA und habe in der Zeit sage und schreibe 20 kg zugenommen obwohl ich selbst Vollkornbrot backe, fettarm koche, viel Obst und Salate auf den Tisch bringe. Portionen sind sogar kleiner als in Deutschland, da bei den Temperaturen die wir haben eh kein Hunger groß aufkommt. Es muss nach meiner Ansicht an den vielen Zusätzen mit denen die Lebensmittel egal welcher Art behandelt werden liegen.