Werbelügen: EU verbietet irreführende Versprechen | EAT SMARTER
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Lebensmittelverpackungen

Werbelügen: EU verbietet irreführende Versprechen

Werbelügen: EU verbietet irreführende Versprechen Werbelügen: EU verbietet irreführende Versprechen

Es gibt Lebensmittel, die können die "Abwehrkräfte stärken" oder "gut für die Verdauung" sein. Zumindest versprechen dies die Slogans auf den Verpackungen. Nun hat sich die europäische Lebensmittelbehörde EFSA diese Werbeversprechen genauer angeschaut - und rund 1600 davon als Werbelügen verboten. Jetzt sollen nur noch Slogans zugelassen werden, die wissenschaftlich belegt werden können.

Stimmt das jetzt oder stehen hier nur Werbelügen? Wer beim Einkauf auf die Lebensmittelpackungen schaut, kann manchmal ganz schön verwirrt werden. Einige Lebensmittel sollen „gut fürs Immunsystem sein“, andere sollen die „Abwehrkräfte stärken“ und wieder andere versprechen, dass sie „gut für die Verdauung“ sind. Nun hat die europäische Gesundheitsbehörde EFSA diese gesundheitsbezogenen Werbeaussagen unter die Lupe genommen – und 1600 davon als Werbelügen verboten.

Umgang mit Werbelügen drastisch eingeschränkt

Am vergangenen Mittwoch (21.3.2012) hat der Verbraucherschutz im Europaparlament den Umgang mit vermeintlichen Werbeversprechen deutlich eingeschränkt. Zugelassen sind demnach nur noch Versprechen, die wissenschaftlich fundiert sind. Alle anderen werden als Werbelügen künftig nicht mehr erlaubt sein. Unterm Strich sind so nur noch rund 220 Werbeaussagen erlaubt, zum Beispiel das Versprechen „gut für die Verdauung“ für Kekse, in denen viele Ballaststoffe stecken. Verboten werden soll dagegen das Versprechen eines probiotischen Joghurts, der angeblich das Immunsystem stärke.

Wann die Werbelügen verboten werden
Die Liste mit den 1600 verbotenen Werbelügen müsse nach Angaben von Beamten nun noch von der EU-Kommission abgesegnet werden, was einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Danach haben die Hersteller, deren Werbeslogans nicht mehr erlaubt sind, sechs Monate Zeit, bereits verpackte Produkte zu verkaufen. Danach dürfen Lebensmittel mit diesen Werbelügen nicht mehr angepriesen werden. Hersteller haben aber Gelegenheit, ihre verbotenen Aussagen aufgrund von neuen Erkenntnissen überprüfen zu lassen.

Werbelügen schon länger im Fokus
Den Werbelügen ist die EU schon seit längerer Zeit auf der Spur. Die Erstellung dieser Listen wurde bereits im Jahr 2006 geplant. Doch es dauerte länger als geplant, weil die EFSA danach rund 44000 Anträge auf Zulassungen von Werbeaussagen bearbeiten musste. Die Europäische Verbraucherschutzzentrale BEUC begrüßte die Regelung als „Schritt in die richtige Richtung.“ Verbraucher können so besser vor Werbelügen geschützt werden. Kritik gab es dagegen von der CDU-Abgeordneten Renate Sommer: „Die Kommission legt einen missionarischen Eifer an den Tag, der den Verbraucher entmündigt“.

(wil/afp)
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?Die Kommission legt einen missionarischen Eifer an den Tag, der den Verbraucher entmündigt?. Wenn ich sowas lese wird mir schon wieder ganz schlecht! Geht ja eher darum den Verbraucher zu schützen, und welches Organ sollte das wohl tun? Von Entmündigung kann hier in kleinster Weise geredet werden, ausser ich rege mich auf, dass ich nicht mehr belogen werde. my 2 cents