Die wichtigsten Fragen zur Fettsteuer | EAT SMARTER
1
5
Drucken
5
Die wichtigsten Fragen zur FettsteuerDurchschnittliche Bewertung: 5151

Vorreiter Dänemark

Die wichtigsten Fragen zur Fettsteuer

Das Kilo Fett kostet extra: Seit Anfang Oktober erhebt Dänemark auf besonders fetthaltige Nahrungsmittel die sogenannte Fettsteuer. Damit will die Regierung den Konsum des Nährstoffes einschränken. Eine ähnliche Steuer für ungesunde Lebensmittel gibt es bereits seit September in Ungarn. EAT SMARTER klärt, welche Lebensmittel von diesen Steuern betroffen sind und welche Überlegungen es bei uns dazu gibt.

Auf welche Lebensmittel wird die Fettsteuer erhoben?

Am 1. Oktober 2011 hat Dänemark eine Steuer auf Fett in Nahrungsmitteln erhoben. Davon sind alle Lebensmittel betroffen, in denen sogenannte gesättigte Fettsäuren stecken. Dazu gehören zum Beispiel Butter, Milch, Fleisch, Pizzen oder fetthaltige Fertiggerichte. Pro Kilogramm gesättigte Fettsäuren werden nun 16 dänische Kronen (ca. 2,15 Euro) berechnet. Ein Paket Butter wird demnach um 2,60 dänische Kronen (35 Cent) teurer, ein Kilo Hackfleisch kostet nun 1,30 dänische Kronen (17 Cent) mehr. Im Schnitt erhöhen sich die Preise für fetthaltige Produkte um 10 Prozent.

Warum gibt es diese Steuer?

Bereits seit 2009 plant die dänische Regierung die Einführung der Steuer. Der Grund: Viele Dänen seien nach Ansicht der Regierung zu dick, die Steuer soll nun beim Kampf gegen Fettleibigkeit und den damit verbundenen Krankheiten helfen. Laut einer Studie könne die Fettsteuer die durchschnittliche Lebenserwartung um bis zu drei Jahre steigern.

Wieso gilt Fett als ungesund?

Konkret geht es um die sogenannten gesättigten Fettsäuren. Im Vergleich zu ungesättigten Fettsäuren gelten sie als besonders schädlich. Der Grund: Wer dauerhaft zu viele gesättigte Fettsäuren aufnimmt, erhöht seine Blutfettwerte und den Gehalt an LDL-Cholesterin. Herzkreislauferkrankungen oder Übergewicht können die Folgen sein.

In welchen Ländern werden Steuern auf diese Lebensmittel erhoben?

Einen ähnlichen Weg im Kampf gegen Übergewicht geht die ungarische Regierung. Hier wird seit September 2011 eine Sonderabgabe auf besonders salzige, zuckerreiche, koffein- oder kohlenhydrathaltige Lebensmittel erhoben. Die Abgabe ist auch unter dem Namen "Chipssteuer" bekannt. Betroffen sind salzige und süße Knabberartikel und Fruchtsaftgetränke, die zu wenig Fruchtsaft enthalten. Für die Mehrkosten von rund einem Euro pro Liter oder Kilogramm sollen Hersteller oder Vertreiber zur Kasse gebeten werden. Traditionelle Lebensmittel wie ungarische Blutwurst oder Salami sind dagegen ausgenommen. Nach Angaben des Schweizer Tagesanzeigers überlegt nun auch die britische Regierung eine mögliche Einführung der Fettsteuer. Der Grund: Auch in Großbritannien nimmt die Zahl der Fettleibigen stetig zu. Und auch in der Schweiz ist die Diskussion nach der Einführung in Dänemark wieder aufgekommen.

Gibt es in Deutschland ähnliche Überlegungen?

In Deutschland untersuchte die Ernährungsökonomin Dr. Silke Thiele, wie sich die Fettsteuer auf das Ernährungsverhalten auswirken könnte. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Steigt der Lebensmittelpreis um 5 Cent pro Gramm gesättigtem Fett, würde sich die Gesamtenergieaufnahme pro Kopf und Tag um 70 Kalorien senken. Der Haken: Durch die veränderte Ernährungsweise würde sich auch die ohnehin schon schlechte Versorgung mit Vitamin D, Jod oder Kalzium weiter reduzieren, etwa wenn die Verbraucher auf fetthaltige Lebensmittel wie Milch oder Käse verzichten. Konkrete Pläne für eine Fettsteuer gibt es hierzulande aber noch nicht. Verbraucherministerin Ilse Aigner hält es für einen "Irrweg zu glauben, man könnte über Steuern oder Verbote einen Bewusstseinswandel bei der Ernährung erreichen."

Ähnliche Artikel
was sie ueber vegane ernaehrung wissen sollten
EAT SMARTER liefert die wichtigsten Fakten zum Veganismus und stellt die Frage: Ist er nur eine riskante Modeerscheinung – oder die smarte Alternative zur Mischkost?
EAT SMARTER verrät die wichtigsten Fakten über ballaststoffreiche Nahrungsmittel.
Warenkunde Mohn
Zum Träumen lecker, aber garantiert opiumfrei: Kurz Mohn genannt sind die reifen Samen des Schlafmohns seit rund 6.000 Jahren ein beliebtes Genuss- und Nahrungsmittel.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Ich schlage mal vor alle Artikel mit Zuckerzusatz zu besteuern. Es gibt KEINE abgepackten Wurst- Schinken- Putenangebote ohne Zucker. Gilt sogar für Tütengewürze,Senf (außer Dijon) und...und...
 
Ja klar ,, es geht nur um die Steuern,, nicht um die Gesundheit der Menschen ..all das was die Bevölkernung viel nutzt ,das wird hoch und doppelt versteuer,, und wer Porvietiert , die Pharma Industie ,, weil wie dann zu wenig Fette zu uns nehmen und dann zusätzlich wieder Tabeltten nehmen müßen ( so in 10 bis 15 Jahren)sind dann die ersten Mangelerscheinungen in sicht ,,, wie bei Jod ,, heute bekommt man doch kaum noch ein Lebensmittel was ohne Jod ist ,, und wenn, dann ist es auch viel teurer ,, nicht jeder Mensch muß Jod zu sich nehmen ,wenn frisch gekocht wird ,,, ich wäre für die Steuererhebung für Dosenfutter und fertig Produkte für die Mikro,schmeck sowie so nicht ,, :-)
 
Na Prima! Da wird unsere Landesmutti bald auch mitziehen. Vor allem dann wenn sie merkt, dass die Erhöhung der Tabaksteuer jetzt weniger Kohle in die Staatskasse bringt. Dabei braucht sie doch viel Kohle um sie an andere Länder zu verschwenden. Ne Steuer auf Süßigkeiten wäre sinnvoller, sieht man sich die vielen eklig überfetteten Kids an - vor allem im Sommer wo sie sich in den Freibadkiosken fett fressen. Aber das mag ja keiner hören, obwohl es bittere Realität ist!
 
Diese Steuern sollte man dem deutschen Michel vorschlagen. In seinem Perfektionismus wird schon wieder etwas besonderes dabei herauskommen und die Gazetten haben wieder etwas zu schreiben. Das unsere "Finanzexperten" noch nicht darauf gekommen sind? Fehlt da ev. ein Arbeitskreis?
 
Es geht nicht ums Fett und Gesundheit. Es geht um die Steuer, um weiter nichts. Also ums Abfetten der Bürger.