Wie ich mich gut ernähre | EAT SMARTER
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Bleiben Sie ruhig und essen Sie mit GenussDurchschnittliche Bewertung: 5155

Bleiben Sie ruhig und essen Sie mit Genuss

Krebserregende Wurst, Plastik im Schokoriegel, Glyphosat im Bier: Warum Verbraucher in Sachen Lebensmittel kritisch, aber nicht ängstlich sein sollten.

Halloween 2015!!

A photo posted by Oliver Pocher (@opocher) on

Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO haben uns Ende 2015 mit einer Warnung erschreckt: Wurst und rotes Fleisch, so die Gesundheitsforscher, erhöhen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier. Nachrichten wie diese sind mittlerweile fast alltäglich: Sei es Glyphosat im Bier, Plastik im Schokoriegel oder Mineralöl im Reis

Wenn solche Meldungen dazu führen, dass jeder Einzelne sein Einkaufs- und Essverhalten überprüft und öfter mal Gemüse statt Salami in den Einkaufswagen packt, wäre das erfreulich. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Menschen, die ohnehin schon peinlich genau auf ihre Ernährung achten, Wurst und Fleisch künftig ganz von ihrem Speiseplan streichen.

Und der ist oft ohnehin schon sehr zusammengeschrumpft: Verschmäht wird alles, was Allergien auslösen könnte, vornehmlich Laktose und Gluten. In den USA kaufen 28 Prozent der Verbraucher einer aktuellen Studie zufolge nur noch glutenfreie Lebensmittel – obwohl weniger als 1 Prozent von ihnen tatsächlich unter einer Gluten-Unverträglichkeit leidet. In Deutschland glauben laut dem Daten-Dienstleister Statista rund neun Prozent der Bevölkerung, unter einer Gluten-Unverträglichkeit zu leiden; tatsächlich betroffen sind laut derselben Statistik nur 0,4 Prozent. Der Grund für diese Übervorsicht: Viele Menschen sind unsicher, wie sie sich gut ernähren

Produkte „ohne“ versprechen Gesundheit, sind aber oft nur teuer

Haben Sie schon einmal darauf geachtet, wie viele Produkte neuerdings die Aufschrift „glutenfrei“ oder „laktosefrei“ tragen? Gerade sind wir in der Redaktion über den Pressetext eines Herstellers von schwedischer Mandeltorte gestolpert, der damit warb, seit über 20 Jahren glutenfrei zu produzieren – kein Wunder, denn die betreffende Torte besteht zum Großteil aus Nuss, Fett und Zucker. „Laktosefrei“ oder „glutenfrei“ hat nichts damit zu tun, wie gesund ein Produkt ist, wie man am Beispiel der Mandeltorte sehr gut erkennen kann.

Sinnfrei ist im übrigen auch der Hinweis „laktosefrei“ auf Käse, da die meisten Käsesorten, vor allem Hart- und Schnittkäse, nur noch Spuren von Laktose enthalten. Der einzige Effekt auf das Lebensmittel: Es wird teurer. Eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale Hessen ergab, dass laktosefreie Produkte zum Teil mehr als doppelt so teuer wie die herkömmlichen Vergleichsprodukte sind.

Von der Verunsicherung der Verbraucher, was gesund ist oder nicht, profitieren also nur die Firmen, die entsprechende Lebensmittel herstellen.

Was sollen wir also essen?

Wie geht in Zeiten von EHEC, Kohlenhydrat-Phobie, Pestiziden in Äpfeln und Glyphosat im Bier gesunde Ernährung? Wir von EAT SMARTER haben ein paar Faustregeln zusammengestellt, wie Sie sich und Ihre Familie im Alltag gesund ernähren können. 

1. Essen Sie möglichst wenig verarbeitete Produkte

Egal, ob ein Fertigessen bio, vegan oder laktosefrei ist: Es bleibt ein verarbeitetes Lebensmitteln, in dem oft jede Menge Zusatzstoffe, Salz und Fett stecken.

Setzen Sie, wenn möglich, auf natürliche, unverarbeitete Lebensmittel und bereiten Sie diese selber zu. So haben Sie selber in der Hand, wie viel Fett, Zucker und Salz in Ihr Essen wandert. Und Geld sparen Sie obendrein.

2. Essen Sie fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag

Ja, die Empfehlung der DGE ist aktueller denn je. Denn wer viel Gemüse isst, versorgt den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen, bleibt länger satt und tut etwas für seine Verdauung. Menschen, die auf rohes Gemüse empfindlich reagieren, können es braten, kochen oder dämpfen – so gehen zwar einige Vitamine verloren, gesund ist die Mahlzeit dennoch.

3. Seien Sie aufmerksam, fragen Sie nach

Kartoffeln aus Ägypten, Zuckerschoten aus Kenia und Erdbeeren aus Marokko? Ein Blick auf das Etikett verrät, welchen weiten Weg das Obst und Gemüse hinter sich hat, bevor es im Supermarktregal liegt. 

Dasselbe gilt, wenn Sie sich unsicher sind, welche Inhaltsstoffe ein Produkt enthält, zum Beispiel, wenn Sie mit einem Kürzel auf einer Lebensmittelverpackung nichts anfangen können. Hier kann ein Code-Scanner helfen, den Sie sich als App auf Ihr Apple- oder Android-Smartphone laden können. 

4. Doktern Sie nicht selbst an sich herum

Wenn Sie das Gefühl haben, an einer Nahrungsunverträglichkeit zu leiden, sollte Ihr nächster Weg Sie zu Ihrem Hausarzt und nicht zur Spezialitäten-Theke Ihres Supermarktes führen.

Der Hausarzt überweist Sie an einen Gastroenterologen, der in speziellen Untersuchung eventuelle Unverträglichkeiten abklärt.

Sich vorsorglich laktose- und glutenfrei zu ernähren, hat keinen Sinn und ist unnötig teuer! 

5. Genießen Sie Ihr Essen! 

Vor lauter Bedenken und Ernährungsregeln vergessen wir oft, was Essen auch sein kann: Genuss! Das beginnt beim Zusammenstellen der Einkaufliste, geht über das gemütliche Einkaufen auf dem Wochenmarkt (regional und saisonal einkaufen, ebenfalls ein guter Tipp, um sich gesund und preiswert zu ernähren) bis hin zum Zubereiten und schließlich Essen. 

Denn wie sagte schon Osacar Wilde: "Nach einem trefflichen Mittagessen ist man geneigt, allen zu verzeihen."

Was darf ich essen? - EAT SMARTER Themen-Special

Weitere Infos rund um das Thema finden Sie auf der Themenseite: Was darf ich essen?

(lin) 

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