Worauf Sie beim Umgang mit Fleisch achten sollten | EAT SMARTER
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Keime und Antibiotika

Worauf Sie beim Umgang mit Fleisch achten sollten

Wieder eine neue Meldung über gefährliche Erreger in Fleischprodukten: Für eine Stichprobe des Magazins "Stern" fanden Tester in jeder vierten Schweinefleischprobe aus dem Supermarkt Antibiotika-resistente Darmbakterien. Bereits im Januar hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) resistente Erreger in Hähnchenfleischproben gefunden. EAT SMARTER erklärt, was die Bakterien so gefährlich macht und worauf man beim Umgang mit Fleisch achten sollte.

Was wurde in den Proben gefunden?Für seine Ausgabe vom 9.02.2012 gab der „Stern“ die Untersuchung von 20 Proben mit abgepacktem Fleisch aus Frischtheken in Auftrag. Sie stammten aus verschiedenen Verbrauchermärkten in München, Berlin, Leipzig und Hamburg. Bei den untersuchten Proben handelte es sich um Schweinefleischprodukte, darunter Hackfleisch, Filet und Gulasch. Auf fünf dieser Proben fanden die Kontrolleure resistente Darmbakterien, die das gefährliche Enzym ESBL produzieren. Eine ähnliche Untersuchung hatte bereits im Januar der BUND veröffentlicht: Bei 20 untersuchten Hähnchenfleischproben aus Supermärkten in fünf verschiedenen Städten wurden zehnmal ESBL und zweimal MRSA-Keime gefunden.Was macht die Erreger so gefährlich?Wer die resistenten Keime in sich trägt, muss aber nicht automatisch an ihnen erkranken. Allerdings können die Bakterien für Kinder, Ältere oder Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich werden.Bei ESBL handelt es sich um ein Enzym, das von mutierten Escherichia coli-Bakterien produziert wird. Diese Enzyme können Penicilline und damit die größte Antibiotika-Gruppe außer Kraft setzen, wenn sie in den menschlichen Darm gelangen und sich dort mit anderen Bakterien verbinden. Nach Angaben des „Stern“ sei ESBL bei den üblichen Hygieneuntersuchungen bislang nicht beachtet worden, obwohl die Zahl der Infektionen in den vergangenen fünf Jahren stark zugenommen habe.Bei den vom BUND gefundenen MRSA-Bakterien handelt es sich um Erreger, die bereits gegen mehrere Antibiotika immun sind. Bislang wurden sie vor allem in Krankenhäusern gefunden, doch mittlerweile tauchen sie auch immer häufiger auf tierischen Lebensmitteln auf. Im schlimmsten Fall können die Bakterien Hautinfektionen oder Blutvergiftungen auslösen.Wo kommen die Erreger her?Bereits seit Längerem vermuten Experten, dass der massive Einsatz von Antibiotika in der Tiermast der Grund für den Anstieg der Erreger ist. Erst Ende des vergangenen Jahres meldete das Umweltministerium NRW, dass in den 96 Prozent der untersuchten Hähnchenmastbetriebe regelmäßig Antibiotika eingesetzt werden. Das Gefährliche: Werden diese Medikamente zu häufig oder nicht sachgemäß eingesetzt, können sie die Resistenzentwicklung fördern.Darf man jetzt noch Fleisch essen?Normalerweise werden die Keime beim Kochen oder Braten abgetötet. Danach können sie dem Menschen nichts mehr anhaben. Die größere Gefahr einer Übertragung liegt eher in der Verarbeitung und Zubereitung der Lebensmittel, etwa wenn rohes Fleisch mit der menschlichen Haut in Berührung kommt oder rohes Fleisch und rohes Gemüse mit demselben Messer verarbeitet werden. Doch schon mit einfachen Hygieneregeln lässt sich eine Übertragung verhindern:1. Fleisch im Kühlfach so lagern, dass kein Tropfwasser auf andere Lebensmittel gelangt.2. Geflügel oder Schweinefleisch gut durchbraten. Geflügelfleisch sollte nicht mehr rosa sein, der Fleischsaft vom Schweinefleisch sollte klar sein.3. Unterschiedliche Messer für Fleisch und Gemüse verwenden. Schneidbretter und Messer nach der Arbeit gründlich abspülen.4. Bei der Zubereitung nach Möglichkeit Handschuhe tragen. Ansonsten die Hände regelmäßig waschen.5. Küchentücher spätestens nach drei Tagen wechseln und waschen.6. Essensreste nach Möglichkeit umgehend in der Hausmülltonne entsorgen.Wie ist es mit Bio-Fleisch?Zwar dürfen auch ökologisch gehaltene Tiere Antibiotika bekommen, doch hier sind die Auflagen strenger geregelt. Die Halter wenden bei erkrankten Tieren zunächst Verfahren aus der Naturheilkunde an, ehe sie dann zu den Medikamenten greifen. Weil sie häufiger unter Freilandbedingungen in kleineren Herden gehalten werden, sind Tiere aus ökologischen Betrieben seltener krank. Die Gefahr von resistenten Bakterien ist bei Bio-Fleisch also geringer. Allerdings sind Bio-Waren in der Regel auch teurer. Ein Tipp: Essen Sie seltener Fleisch, dafür dann aber von guter Qualität. EAT SMARTER verrät Ihnen, wie Sie Ihre Ernährung umstellen können.(wil)

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Man sollte auch mal darauf achten was im Blog beschrieben ist. Dann würde man mal darauf kommen, wieso öfters Keime im verpackten Fleisch zu finden sind.
 
Ich esse eh nur 1-2x im Monat Hähnchenbrustfilet. Dann aber auch nur vom Biohof. Man schmeckt den Unterschied, finde ich. Alles andere Getier kommt bei mir nicht auf den Teller. Es gibt so leckere vegetarische Gerichte, die auch hier bei eat smarter zu finden sind.