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Aktiv sein, nicht Rauchen und wenig Alkohol

Juni 2005 - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Man muss nicht unbedingt Vegetarier sein, um ein hohes Alter zu erreichen. Wer auf das Rauchen verzichtet, Alkohol nur in Maßen genießt, körperlich aktiv bleibt und Übergewicht vermeidet, kann sein Risiko, vorzeitig zu sterben, drastisch reduzieren. Ein mäßiger Fleischkonsum ist bei gesunder Lebensweise offenbar nicht von Nachteil, wie die deutsche Vegetarier-Studie zeigt. 21 Jahre lang, von 1978 bis 1999, haben Epidemiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums unter Federführung von Professor Jenny Chang-Claude Vegetarier und gesundheitsbewusste Nichtvegetarier beobachtet. Ziel der Studie war es, die Auswirkungen der vegetarischen Ernährung und des damit verbundenen Lebensstils auf das Sterberisiko zu verstehen. Zu diesem Zweck wurden Sterbefälle unter den Studienteilnehmern regelmäßig erfasst und mit den für die Allgemeinbevölkerung im entsprechenden Alter zu erwartenden Werten verglichen.

Die Wissenschaftler haben die insgesamt 1904 Studienteilnehmer in drei verschiedene Ernährungstypen unterschieden: Veganer (60 Teilnehmer), die weder Fleisch noch andere tierische Lebensmittel wie Eier oder Milch zu sich nahmen, Ovo-Lakto-Vegetarier (1165 Studienteilnehmer), die Fleisch mieden, aber Eier und Milchprodukte aßen, und Nichtvegetarier (679 Teilnehmer), die angaben, gelegentlich kleine Mengen an Fleisch oder Fisch zu essen.

Bis Ende 1999 waren 535 (28 Prozent) der Studienteilnehmer verstorben. Damit lag die Gesamtmortalität der Probanden deutlich unter der Sterblichkeit der Allgemeinbevölkerung. Bei den Männern war die Sterblichkeit um fast die Hälfte reduziert, bei den Frauen um rund ein Drittel.

Verringert war vor allem das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Aber auch das Sterberisiko an Krebs, Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen war unter den Studienteilnehmern deutlich erniedrigt.

Innerhalb der Studienpopulation zeigte sich keine Abhängigkeit des Sterberisikos vom Fleischkonsum. Vegetarier hatten jedoch ein tendenziell geringeres Risiko als Nichtvegetarier, an einer koronaren Herzerkrankung zu sterben. Dieser Befund erreichte zwar keine statistische Signifikanz, lässt sich aber durchaus mit der Fleischabstinenz erklären und steht in Einklang mit der Hypothese, dass tierische Fette und cholesterinreiche Kost die koronare Herzkrankheit begünstigen, kommentiert Chang-Claude.

Trotz der geringen Zahl an Rauchern unter den Probanden erwies sich auch in dieser Studie das Rauchen als stärkste Einflussgröße der Mortalität. Regelmäßiger Konsum von Alkohol steigerte vor allem das Risiko, an Krebserkrankungen zu sterben, während starkes Übergewicht eher die herzkreislaufbedingte Mortalität in die Höhe trieb. Schützend vor nahezu allen Todesursachen, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zu Krebs, wirkte sich eine mäßige bis hohe körperliche Aktivität aus.

Ein Unterschied der Mortalität bei Vegetariern und Nichtvegetariern ließ sich nicht nachweisen. "Beide Gruppen unterschieden sich jedoch aufgrund ihres insgesamt sehr gesundheitsbewussten Lebensstils deutlich von der Allgemeinbevölkerung", betont Chang-Claude.

Als Rezept für ein langes Leben empfiehlt die Epidemiologin sowohl Vegetariern als auch Nichtvegetariern: Verzicht auf das Rauchen, regelmäßige Bewegung, eine Ernährung reich an Obst und Gemüse, nur moderaten Alkoholgenuss und Vermeidung von Übergewicht. Mehr: Deutsches Krebsforschungszentrum
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