Alkohol und die innere Uhr | EAT SMARTER
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Alkohol und die innere Uhr

In der Fachzeitschrift “Nature Medicine“ erschien eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Funktion der inneren Uhr und der Alkoholaufnahme bei Mäusen und auch bei Menschen aufzeigt (Dezember 2004 - Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim).

In der Fachzeitschrift “Nature Medicine“ erschien eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Funktion der inneren Uhr und der Alkoholaufnahme bei Mäusen und auch bei Menschen aufzeigt. Mausmutanten, die ein defektes Gen (Per2) der inneren Uhr tragen, zeigen stark erhöhte Glutamatspiegel im Gehirn und eine erhöhte Alkoholaufnahme. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass erhöhte Glutamatspiegel zu einer stark veränderten neuronalen Kommunikation im Gehirn führen und als eine Konsequenz Tiere deutlich mehr Alkohol trinken. Ferner zeigen die Autoren, dass sowohl erhöhte Glutamatspiegel als auch vermehrter Alkoholkonsum durch das Medikament Acamprosat, welches seit einigen Jahren in Kliniken zur Behandlung von Rückfällen in die Alkoholsucht eingesetzt wird, normalisiert werden. Interessanterweise konnte auch beim Menschen gezeigt werden, dass bestimmte genetische Varianten des humanen Per2 Gens mit erhöhtem Alkoholkonsum verbunden sind.

Diese Studie ist von großer klinischer Relevanz, da Per2 Gen-Modifikation und erhöhte Glutamatspiegel als Marker bei alkoholabhängigen Patienten eingesetzt werden könnten. Dies wäre besonders hilfreich bei Schichtarbeitern und Jetlag-Problemen, bei denen erhöhter Alkoholkonsum und Missbrauch gehäuft vorkommen. Für eine verbesserte Therapie ist ferner das Ergebnis hilfreich, dass Tiere mit erhöhtem Glutamatspiegel besonders gut auf die Behandlung mit Acamprosat ansprechen. Dies lässt sich direkt auf den Menschen übertragen. So könntem in Zukunft mit spektroskopischen Verfahren erhöhte Glutamatspiegel bei Patienten erfasst werden und die "Pharmakoresponse" für Acamprosat wesentlich gesteigert werden. Diese individuell adaptierte Therapie für Alkoholismus stellt ein Paradebeispiel für die moderne Medizin dar und zeigt, dass in Zukunft die maßgeschneiderte Pharmakotherapie der Weg ist, der zum Behandlungserfolg führen kann. Mehr: Zentral Institut für seelische Gesundheit

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