Im Alter wird ein niedriger Cholesterinspiegel immer wichtiger | EAT SMARTER
0
0
Drucken
0
Im Alter wird ein niedriger Cholesterinspiegel immer wichtigerDurchschnittliche Bewertung: 41517

Im Alter wird ein niedriger Cholesterinspiegel immer wichtiger

April 2005 - Leibniz-Gemeinschaft, Berlin

Der fettähnliche, körpereigene Stoff Cholesterin gilt seit langem als Risikofaktor für Arterienverkalkung und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie Forscher vom Leibniz-Institut in Jena berichten, übt Cholesterin aber auch Einfluss auf die Bildung von so genannten Amyloid-Ablagerungen aus. Neu ist die Erkenntnis, dass die Ablagerungen nicht nur aus Eiweißverklumpungen bestehen, sondern auch Fette und Cholesterin enthalten. Derartige Ablagerungen treten im menschlichen Körper im Verlauf der nach ihnen benannten Amyloid-Krankheiten auf. Dazu gehören beispielsweise Alzheimer- und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder der Typ-2-Diabetes.

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Bildung der Ablagerungen in allen Fällen derselbe biochemische Prozess zu Grunde liegt.

Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass Amyloid-Ablagerungen im Wesentlichen aus Eiweißen bestehen. Diese Eiweiße sind zwar ursprünglich körpereigene Stoffe, doch nehmen sie in den Amyloid-Ablagerungen eine abnormale, faserartige Gestalt an. Alterungsassoziierte Amyloid-Ablagerungen findet man in der Aortenwand praktisch jedes Menschen ab dem sechsten Lebensjahrzehnt. Sie können zu einer langsamen Zersetzung der Blutgefäßwand führen

Dieser Befund, dass Amyloid-Ablagerungen nicht nur aus den bisher bekannten Eiweißverklumpungen bestehen, sondern auch Fette und insbesondere Cholesterin enthalten, bestätigte sich unabhängig davon, unter welcher Art von Amyloid-Erkrankung der betroffene Patient litt oder in welchem Gewebe die Amyloid-Ablagerungen gefunden wurden. Es handelt sich bei Cholesterin also offensichtlich um eine allgemeine Komponente der Amyloid-Ablagerungen. In zellbiologischen Studien wiesen die Wissenschaftler nach, dass die Amyloid-Bildung an cholesterinreichen Inseln von zelluären Membranen erfolgt und die Verabreichung von Cholesterinsenkern wie dem in der Klinik verwendete Lovastatin die Amyloid-Bildung reduziert.

Die Wissenschaftler glauben daher, dass es einen für verschiedene Krankheiten gemeinsamen zellulären Bildungsmechanismus dieser Ablagerungen gibt.

Diese Strukturen könnten als Angriffspunkte für neue Therapien dienen, in welchen bereits jetzt klinisch getestete Wirkstoffe (Statine) zu einem neuen Einsatz kommen. Außerdem werfen die Arbeiten die Frage auf, ob das Risiko von Amyloid-Erkrankungen individuell und ernährungsbedingt beeinflussbar ist, etwa durch eine cholesterinarme Diät. Mehr: Leibniz-Gemeinschaft
Ähnliche Artikel
Der Fast Food Konsum nimmt zu -Deutsche essen immer ungesünder. Das belegt die Studie des Forsa Institutes (Berlin, 2006). EAT SMARTER stellt Ihnen die Ergebnisse der Studie vor.
Rotes Fleisch 576x432
Ein übermäßiger Konsum von rotem Fleisch kann das Brustkrebsrisiko steigern. EAT SMARTER stellt Ihnen die Studie (2006) der Harvard Medical School vor.
Forscher der Harvard University haben herausgefunden, dass niedrige Omega-3-Fettwerte im Blut ein Zeichen für ein hohes Herzrisiko sind. EAT SMARTER stellt Ihnen die Ergebnisse der Studie (2004) vor.
Schreiben Sie einen Kommentar