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Alkohol, Zigaretten und Fast Food

Deutschlands Azubis leben ungesund

Kaum Sport, kein Frühstück, dafür Alkohol und Fast Food: Der Lebensstil von Deutschlands Azubis ist besorgniserregend. Ebenso ihr Krankenstand, der vor allem in Berlin ein neues Rekordhoch erreicht hat.

Füße auf Couchtisch mit Chips und Bier, im Hintergrund läuft der Fernseher

So jung und schon so krank: Mehr als die Hälfte der deutschen Auszubildenden klagt regelmäßig über körperliche Beschwerden. Auch psychische Beschwerden wie Schlafstörungen, Reizbarkeit und Ausgebranntsein sind bei 46 Prozent aller deutschen Auszubildenden ein wiederkehrendes Problem.

Zu diesem Ergebnis kamen die Autoren des deutschen Fehlzeitenreports, der einmal im Jahr von der Krankenkasse AOK erstellt wird. Abgefragt wurden auch Daten über den Lebensstil der Azubis – und der ist eher ungesund: Ein Viertel aller Azubis macht so gut wie nie Sport, 27 Prozent der Befragten nehmen kein regelmäßiges Frühstück zu sich, und 15,8 Prozent verzichten auf ein tägliches Mittagessen. Dafür werden fleißig Fast-Food und Süßigkeiten konsumiert.

Rauchen und Trinken sind verbreitet

35,7 Prozent der deutschen Azubis sind Raucher, das sind rund 10 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Bei den männlichen Azubis qualmen gar 39,9 Prozent.

Auch der Alkoholkonsum der befragten Azubis liegt deutlich über dem Limit dessen, was wir als gesund erachten: 18,7 Prozent aller Azubis ein- oder mehrmals die Woche mehr als sechs alkoholische Getränke, bei Männern sind es sogar 25,9 Prozent. 17,7 Prozent aller männlichen Auszubildenden haben außerdem bereits Erfahrungen mit Marihuana gemacht.

Zu wenig Schlaf

Sehr viele der jungen Frauen und Männer schlafen zu wenig: Ein Drittel der männlichen Auszubildenden und jede vierte weibliche Auszubildende schläft unter der Woche weniger als sieben Stunden pro Nacht.

Laut den Autoren der Studie bräuchten junge Menschen in dieser Lebensphase allerdings mehr Schlaf. Immerhin zwölf Prozent der Befragten klagen denn auch, dass sie sich unter der Woche in Betrieb und Schule nie oder fast nie ausgeruht und leistungsfähig fühlen.

Zusammenhängen könnte die zu geringe Ruhezeit in der Nacht mit dem Medienkonsum der Azubis: Die Nutzung von Smartphone, Spielkonsolen, TV und Internet addiert, verbringen die jungen Frauen und Männer täglich rund 7,5 Stunden mit digitalen Medien.

(lin)

Mehr lesen: http://www.wido.de/fzr_2015.html

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