Fleisch steigert, Fisch senkt das Darmkrebsrisiko | EAT SMARTER
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Fleisch steigert, Fisch senkt das Darmkrebsrisiko

Juni 2005 - Deutsches Institut für Ernährungsforschung

Wer täglich auf Schinken und Bratwurst besteht, erhöht sein Darmkrebsrisiko deutlich. Kommt dagegen häufig Fisch auf den Tisch, wird das Risiko gesenkt, an Darmkrebs zu erkranken. Frühere Untersuchungsergebnisse hatten bereits auf diese Zusammenhänge hingewiesen. Die Auswertung einer Studie mit rund einer halben Million Teilnehmern bestätigt nun die Vermutung. Die Studienteilnehmer aus zehn verschiedenen europäischen Ländern lassen sich seit 1992 im Rahmen von EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) zu ihren Ernährungsgewohnheiten und Lebensumständen befragen. Diese Daten werden auf ihren Zusammenhang mit dem Auftreten neuer Krebsfälle bei den Teilnehmern untersucht. In Deutschland sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sowie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) als EPIC-Studienzentren beteiligt.

Epidemiologen aus der EPIC-Koordinationszentrale, dem International Agency for Research on Cancer in Lyon, veröffentlichten nun zusammen mit Kollegen aus anderen EPIC-Zentren die Ergebnisse zur Beziehung des Fleisch- und Fischverzehrs zum Darmkrebsrisiko. Die Analyse stützt sich auf 1.329 Rektum- und Dickdarmkrebsfälle, die seit Studienbeginn bei den Teilnehmern erstmalig diagnostiziert worden sind.

Studienteilnehmer, die viel so genanntes rotes Fleisch (dazu zählen Schweine-, Rind-, Kalb- und Lammfleisch) oder Fleischprodukte aßen, erkrankten häufiger an Darmkrebs als Menschen, die nur wenig davon verzehrten. Genau umgekehrt verhält es sich mit Fisch: wer viel Fisch verzehrte, hatte gegenüber Personen mit geringem Fischkonsum ein deutlich niedrigeres Darmkrebsrisiko. Der Verzehr von Geflügelfleisch spielte für die Erkrankungshäufigkeit keine Rolle.

Nach Schätzungen der Forscher steigt das Darmkrebsrisiko pro 100 Gramm täglich verzehrtem roten Fleisch um 49 Prozent. Bei einer Erhöhung des Wurstverzehrs um 100 Gramm am Tag würde es sogar um 70 Prozent steigen. Täglich 100 Gramm mehr Fisch halbieren dagegen das Erkrankungsrisiko.

Bei diesen Werten ist der Einfluss verschiedener Faktoren wie Geschlecht, Körpergewicht, Alkoholkonsum, Sport oder Rauchen auf das Erkrankungsrisiko berücksichtigt. Zusätzlich wurden die Daten mit einem Verfahren bearbeitet, das Ungenauigkeiten durch die Angaben der Studienteilnehmer zu ihren Ernährungsgewohnheiten vermindert.

Die Wissenschaftler liefern verschiedene Erklärungen für den Einfluss des Fleisch- und Fleischwarenkonsums auf die Darmkrebsentstehung. Neuere Studien weisen darauf hin, dass mit dem Fleisch aufgenommenes Eisen zur Risikoerhöhung beitragen könnte, da Eisen die Bildung schädlicher Nitroso-Verbindungen im Körper fördern kann. Rotes Fleisch oder Fleischwaren haben im Durchschnitt einen höheren Eisengehalt als Geflügel, weshalb dessen Verzehr das Darmkrebsrisiko in dieser Studie nicht beeinflusst haben könnte. Ursache für die schützende Wirkung des Fischverzehrs könnten bestimmte langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren sein. Mehr: Deutsches Institut für Ernährungsforschung
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