Hoher Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs | EAT SMARTER
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Hoher Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs

Obst

Juni 2004 - Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg

Eine große europäische Studie zum Zusammenhang von Ernährung und Krebs zeigt, dass Teilnehmer mit hohem Obstverzehr ein deutlich geringeres Risiko haben, an Lungenkrebs zu erkranken, als Probanden mit niedrigem Obstverzehr. In der EPIC-Studie werden seit 1992 rund 500.000 Menschen in 10 europäischen Ländern nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und ihre Gesundheitsentwicklung wird beobachtet.

Darüber hinaus stehen von allen Probanden Blutproben und Messwerte für weitere Analysen zur Verfügung.

Während dieser Zeit entwickelten 1074 Studienteilnehmer einen Lungenkrebs, von denen 860 für eine ausreichend detaillierte Analyse zur Verfügung standen.

Ein europäisches Wissenschaftlerteam nahm den Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf die Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs gezielt in den Blick. Bei der Gewichtung der Ergebnisse legten die Experten besonderen Wert auf die Berücksichtigung des Rauchverhaltens, um Verzerrungen zu vermeiden. Je nach Höhe des Obst- und Gemüseverzehrs wurden die Probanden in fünf gleich große Gruppen (Quintilen) aufgeteilt.

Probanden aus der Quintile mit dem höchsten Obstverzehr (ca. 500 Gramm pro Tag) zeigten im Vergleich zu Probanden mit dem niedrigsten Obstkonsum (weniger als 70 Gramm pro Tag) ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken (relatives Risiko 0,60). Der umgekehrte Zusammenhang zwischen Obstverzehr und Lungenkrebs wurde am stärksten deutlich bei Nordeuropäern und bei Menschen, die zum Zeitpunkt der Erstbefragung Raucher waren. In der gesamten Studiengruppe konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemüse oder von bestimmten Gemüsesorten und Lungenkrebs nachweisen. Für die Gruppe der Raucher zeigt sich jedoch ebenfalls ein inverser Zusammenhang, also ein sinkendes Lungenkrebsrisiko mit steigendem Gemüseverzehr.
Bisher ist nicht bekannt, welche Nährstoffe in Obst und Gemüse für den Schutzeffekt verantwortlich sind. "Wir vermuten, dass insbesondere die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe wie Antioxidanzien einschließlich der Vitamine C und E oder sekundäre Pflanzenstoffe eine Rolle spielen“, erklärt Privatdozent Dr. Dr. Jakob Linseisen vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Die EPIC-Daten unterstreichen die Empfehlungen an die Bevölkerung, möglichst viel frisches Obst und Gemüse zu essen. Dies soll jedoch insbesondere bei Rauchern nicht eine falsche Sicherheit vortäuschen: Die Wirkung des Obstverzehrs ist klein im Vergleich dazu, was man bewirkt, wenn man mit dem Rauchen aufhört! Mehr: Deutsches Krebsforschungszentrum
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