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Das Speiseöl der Zukunft – aus Mohn

April 2005 - Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V., Bonn

In der Schweiz wurden an der Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau Anbauversuche mit verschiedenen europäischen Mohnsorten durchgeführt. Im Zuge dessen wurde das Mohnöl extrahiert und dessen Vermarktungsmöglichkeiten geprüft. Die Ergebnisse dieser umfangreichen Versuche wurden kürzlich in der Zeitschrift “Agrarforschung“ veröffentlicht.

Der Mohn ist an das Klima in der Schweiz gut angepasst. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Mohn in der Schweiz noch auf 1300 Hektar angebaut, 1955 nur noch auf 3 Hektar. Bis heute wird Mohn in der Schweiz nicht mehr großflächig angebaut, denn seine Kultivierung ist anspruchsvoll.

In den Versuchen des Forschungsinstituts konnten für den kommerziellen Anbau geeignete Sorten bestimmt werden. Die Versuche wurden über mehrere Jahre an ein bis zwei Standorten pro Jahr in Kleinparzellen von zehn Quadratmetern durchgeführt.

Bei optimiertem Anbau und gut entwickeltem Bestand sollte unter Schweizer Klimabedingungen idealerweise ein Ertrag von 10 Dezitonnen möglich sein, heißt es in dem Forschungsbericht. Die besten Erträge zeigten Blaumohnsorten, gefolgt von Graumohnsorten. Weißmohnsorten waren im Vergleich ertragsschwach.

Das Öl hat nach Einschätzung der Wissenschaftler Potenzial, als Spezialität vermarktet zu werden. In Österreich hat es sich als Nischenprodukt bereits etabliert. Kalt gepresstes Mohnöl enthält etwa 70 bis 75 Prozent Linolsäure, 11 bis 16 Prozent Ölsäure und 8 bis 10 Prozent Palmitinsäure. Es schmeckt leicht nussig und eignet sich besonders gut als Salatöl. Je nach Samenfarbe hat das Öl einen anderen Geschmack. Die Ölausbeute beträgt bei Kaltpressung zwischen 30 und 40 Prozent. Die Versuche deuten darauf hin, dass Ölerträge von 350 Liter pro Hektar möglich sind.

Für den großflächigen Anbau müssen jedoch noch einige anbautechnische Probleme gelöst werden. Derzeit ist nur die mechanische Unkrautbekämpfung möglich, da in der Schweiz für Mohn kein Herbizid zugelassen ist. Bei der organischen und mineralischen Düngung gibt es ebenfalls noch Forschungsbedarf. Mehr: aid-Infodienst
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