Tierstudien: fettreiche Ernährung schlecht fürs Gedächtnis | EAT SMARTER
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Tierstudien: fettreiche Ernährung schlecht fürs Gedächtnis

Oktober 2004 - Saint Louis University, Missouri USA

Ratten und Mäuse, die mit einem Äquivalent für Junk Food ernährt wurden, mühten sich damit ab, ihren Weg in einem Labyrinth zu finden und brauchten länger, um sich das Ergebnis für bereits gelöste Probleme wieder ins Gedächtnis zu rufen. Die Saint Louis University in Missouri zieht daraus den Schluss, dass fettreiche Ernährung schlecht fürs Gehirn ist. Als der Star des Films “Super Size Me“ für ein Monat bei McDonald’s aß, spürte er deutliche Auswirkungen auf seine körperliche Gesundheit. Nun warnen Forscher, dass derartige Ernährungsweisen auch auf die mentalen Fähigkeiten wirken. Diese Ergebnisse wurden beim jährlichen Treffen der Society of Neuroscience in San Diego präsentiert. In einem Experiment mussten sich Ratten an die Position von Plattformen in einem Wasserbehälter erinnern. Die Motivation dazu liegt in ihrer Natur, weil sie nicht gern schwimmen. Eine Kontrollgruppe und eine Gruppe, die für acht Wochen fett- und cholesterinreich ernährt worden war, wurden dem Test unterzogen.

"Die fettreich ernährten Tiere machten viel mehr Fehler“, sagte Ann-Charlotte Granholm von der Medizinischen Universität von South Carolina in Charleston. Eine andere Studie forderte Mäuse heraus, sich in einem Labyrinth zu orientieren, wobei bestimmte Gebiete vermieden werden mussten, da sie sanfte Elektroschocks abgaben. Als John Morley und seine Kollegen von der Saint Louis University in Missouri eine Woche nach der erfolgreich erlernten Aufgabe die Mäuse testeten, brauchten jene, die fettreich ernährt wurden, signifikant länger, sich zu erinnern, wie sie die Elektroschocks vermeiden konnten.

Die Gruppe um Morley vermutet, dass Triglyzerid, eine cholesterinähnliche Substanz, die in großen Mengen bei Ratten mit fettreichen Ernährungsgewohnheiten gefunden wurde, zumindest einen Teil des kognitiven Schadens verursacht.

Morley erklärte, wenn Ratten ein Medikament verabreicht bekamen, das die Triglyzerid-Niveaus senkte, nicht aber das Gewicht, verbesserte sich ihre Gedächtnisleistung. "Auf Basis dieser Daten glauben wir, dass fettreiche Ernährungsgewohnheiten schlecht fürs Gedächtnis sind“, sagt Barry Levin, ein Arzt an der New Jersey Medical School in East Orange. Aber er mahnt zur Vorsicht: Die Ergebnisse der Studien beziehen sich auf Ratten, und das kann nicht einfach auf Menschen fortgeschrieben werden.

Laut Granholm gibt es ausreichend Beweise dafür, dass Menschen bestimmte Nahrungsmittel vermeiden sollten, beispielsweise solche, die Trans-Fettsäuren enthalten, die Triglyzerid- und Cholesterinniveaus erhöhen. Trans-Fettsäuren kommen in sehr vielen Nahrungsmitteln vor, angefangen von Zerealien über Margarine bis hin zu Brot. Nahrungsmittelproduzenten ziehen sie anderen Fetten vor, weil sie die Lebensmittel davor schützen, sauer zu werden. "Das Heruntersetzen der Haltbarkeitsdauer von Lebensmitteln kann die eigene Verfallszeit erhöhen“, so Levin. Mehr: Society for Neuroscience
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Vllt sind die fettreich ernährten Ratten auch einfach lieber geschwommen, um was für ihre Gesundheit zu tun. ;) Und die Mäuse im Labyrinth haben vllt den Fett-weg-Gürtel als Vorbild genommen. ;)