Gibt es bei Schlafapnoe Alternativen zu der sperrigen Atemmaske? | EAT SMARTER
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Gibt es bei Schlafapnoe Alternativen zu der sperrigen Atemmaske?

Immer mit einer Atemmaske zu schlafen stelle ich mir sehr unangenehm vor. Gibt es auch andere Methoden?

Themen: ExpertenfrageSchlafapnoeDr. Neele Pudelski

Bild des Benutzers Dr. Neele Pudelski
Bei einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom ist die nächtliche Beatmungstherapie zum Beispiel mittels nCPAP die effektivste Therapie. Der Patient trägt eine Maske, die den Nasen- oder Nasen-Mund-Bereich abdeckt. Diese Maske ist über einen Schlauch mit dem Beatmungsgerät verbunden. Über den Beatmungsdruck werden die oberen Atemwege offengehalten, sodass diese während des Schlafes nicht mehr in sich zusammenfallen können und es nicht mehr zu Atemaussetzern kommt. In den letzten Jahren haben sich Technik und Komfort für den Patienten deutlich verbessert: Die Geräte sind kleiner und leiser, und auch die Masken haben sich verbessert. Es gibt aktuell eine Vielzahl von Beatmungsmasken, sodass es in den meisten Fällen möglich ist, eine für den Patienten passende Maske zu finden. Wenn ein Patient mit der Beatmungstherapie nicht zurecht kommt, gibt es in einigen Fällen Therapiealternativen. Bei leichten bis mittelgradigem Schlafapnoesyndrom kommt eine Unterkieferprotrusionsschiene infrage. Hier ist es wichtig zu wissen, dass die Therapie bei starkem Übergewicht meist nicht ausreichend wirkt. Leidet der Betroffene unter einer leichten Form des Schlafapnoesyndroms und schläft auf dem Rücken, können Rückenlagevermeidungswesten oder spezielle Trainingsprogramme helfen. Auch Operationen im Bereich der Nase, der Mandeln, des weichen Gaumens oder des Kiefers können in bestimmten Fällen ein Schlafapnoesyndrom behandeln. Aktuell wird an einem Zungenschrittmacher gearbeitet. Dieser Schrittmacher verhindert durch leichte Stromstöße eine Erschlaffung der Zungenmuskulatur, wodurch die Atemwege offen gehalten werden. In den bislang durchgeführten Studien zeigte sich die Methode als effektiv. Man muss jedoch bedenken, dass es sich um eine aufwändige Operation mit entsprechenden Risiken und Nebenwirkungen handelt, die zusätzlich noch mit hohen Kosten verbunden ist. Die Therapie sollte zumindest nach aktuellem Stand nur Patienten vorbehalten sein, die einen ausgeprägten Befund haben und bei denen die anderen Therapieoptionen versagt haben.
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