Warenkunde:Der Eat Smarter-Einkaufsführer

Blattsalate

 

Der vertraute grüne Kopfsalat, aber natürlich auch die heute beliebten rötlichen und hellgelben Verwandten wie Lollo rosso, Lollo bianco, Eisberg-, Eichblatt- oder Römersalat und wie die vielen Salatsorten heißen, stammen aus der großen Familie des wilden Lattichs. Schon Römer und Chinesen schätzten die grünen Blätter als angenehme Magenfüller. Tatsächlich sättigen Blattsalate ohne viele Kalorien, jedenfalls wenn sie in einer Sauce ohne allzu üppige Ölmengen angerichtet werden. Im milchigen Saft der Blattrippen stecken geringe Mengen eines Bitterstoffs (Intybin), der leicht beruhigend auf das Nervensystem wirkt.

 

Gut zu wissen

Große Mengen an Vitaminen, Mineral- oder Ballaststoffen hat das für so gesund gehaltene Grünzeug nicht einmal in der Saison zu bieten. Und in der kalten Jahreszeit kommen die meisten Salatköpfe aus dem Treibhaus: Dort lagern sie wegen des Mangels an Tageslicht große Mengen Nitrat ein, das im Körper zu krebserregendem Nitrosamin werden kann. Ebenfalls bedenklich: Im Winter müssen die Salate wegen des feuchtwarmen Klimas in den Glashäusern mit Pilzgiften gespritzt werden. Davon finden die Behörden gelegentlich Rückstände, die bei außereuropäischen Importen nicht selten über der zugelassenen Höchstmenge liegen.

 

EatSmarter EMPFEHLUNG:

Besonders im Winter ist der gesundheitsbewusste Esser mit Rohkost aus anderen Gemüsesorten besser bedient als mit Blattsalaten. Wer gern grüne Blätter knabbert, achtet natürlich auf Frische. Schon wenige Stunden nach der Ernte ist es bei zu warmer Lagerung um die Qualität geschehen. Welke Köpfe und verfärbte Blätter zeigen dann, dass der ohnehin oft überschätzte Vitamingehalt rapide gesunken ist. Selbst im Kühlschrank verliert Kopfsalat innerhalb von 2 Tagen fast die Hälfte des ursprünglichen Vitamin C. Das ist deshalb so ungünstig, weil das Vitamin die immer vorhandenen Bakterien daran hindert, das harmlose Nitrat in das problematische Nitrit umzuwandeln. Wenn Sie für Kinder, Kranke oder empfindliche ältere Menschen kochen, bereiten Sie die Saucen für Treibhauskopfsalat statt mit Essig am besten mit Vitamin-C-reichem Zitronensaft zu. Bei Sommersalaten aus dem Freiland sind solche Vorsichtsmaßnahmen nicht nötig.


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